Streit um „her­ren­lo­se“Kon­ten

Der Land­tag be­für­wor­tet ein zen­tra­les Re­gis­ter, die Ban­ken weh­ren sich.

Rheinische Post Moenchengladbach - - WIRTSCHAFT - VON REIN­HARD KO­WA­LEW­SKY

DÜS­SEL­DORF SPD und Grü­ne stel­len sich hin­ter die Initia­ti­ve von NRWFi­nanz­mi­nis­ter Nor­bert Wal­ter-Bor­jans (SPD), „her­ren­lo­se“Kon­ten zen­tral zu mel­den. Dies do­ku­men­tie­ren sie in ei­nem An­trag, den sie heu­te in den Land­tag ein­brin­gen wol­len. Es ge­he dar­um, „An­ge­hö­ri­gen zu ih­rem Er­be zu ver­hel­fen“, lau­tet ei­ne Be­grün­dung. Au­ßer­dem sei es ab­zu­leh­nen, dass Ban­ken und Spar­kas­sen Kon­ten, die lan­ge Zeit nicht be­wegt wur­den, ver­ein­nah­men. Als Al­ter­na­ti­ve sol­le das Geld bes­ser dem Staat über­tra­gen wer­den, wenn es über sehr lan­ge Zeit nicht ge­lingt, die Er­ben aus­fin­dig zu ma­chen.

Der Ban­ken­ver­band NRW als Zu­sam­men­schluss der pri­va­ten Geld­häu­ser be­strei­tet die Not­wen­dig­keit des zen­tra­len Re­gis­ters. Er­ben könn­ten sich je­der­zeit an den Ban­ken­ver­band als Zu­sam­men­schluss der Pri­vat­ban­ken, den Spar­kas­sen und Gi­ro­ver­band so­wie an den Bun- Ent­schlie­ßungs­an­trag von SPD und Grü­nen des­ver­band der Volks- und Raiff­ei­sen­ban­ken wen­den. Sie wür­den über die drei­fa­che An­fra­ge er­fah­ren, ob der Ver­stor­be­ne bei ei­nem der vie­len Geld­häu­ser ein Kon­to hat­te.

Das Land weist da­ge­gen dar­auf­hin, dass im­mer mehr On­li­ne-Kon­ten er­öff­net wer­den, von de­nen mög­li­che Er­ben über­haupt nichts wis­sen. Au­ßer­dem wür­de ein Re­gis- ter von un­be­weg­ten Kon­ten auch Gläu­bi­ger hel­fen, an ihr Geld zu kom­men. SPD und Grü­ne sind auch un­zu­frie­den da­mit, dass Ban­ken und Spar­kas­sen kein ein­heit­li­ches Ver­fah­ren ge­fun­den ha­ben, um un­be­weg­te Kon­ten zu mel­den: „Die Hand­ha­bung von nach­rich­ten­lo­sen Kon­ten ist un­zu­rei­chend.“

Un­klar an dem Streit ist, ob die Ban­ken den Vor­stoß nur ab­leh­nen, weil sie mehr Ar­beit oder ob sie wirk­lich gro­ßen Ka­pi­tal­ab­fluss be­fürch­ten. Der Fi­nanz­mi­nis­ter meint, dass rund zwei Mil­li­ar­den Eu­ro auf „her­ren­lo­sen“Kon­ten schlum­mern. Der Ban­ken­ver­band hält das für über­höht und ver­weist auf nied­ri­ge­re Schät­zun­gen. Er glaubt, dass es dem Land in Wahr­heit um „Ent­eig­nung von Spa­rern“ge­he, die ihr Kon­to lan­ge nicht be­we­gen.

„Die Hand­ha­bung von nach­rich­ten­lo­sen Kon­ten ist un­zu­rei­chend.“

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