Fisch und Mu­scheln mit Blick auf den Rhein

Das „Ra­pha­el’s“liegt in Mon­heims be­vor­zug­ter La­ge – näm­lich di­rekt am Rhein. Dort Fisch zu es­sen, ist al­so na­he­lie­gend.

Rheinische Post Moenchengladbach - - KULTUR -

Gut ge­le­gen? Auf je­den Fall. Das „Ra­pha­el’s“mit der schö­nen Adres­se An d’r Ka­pell liegt ei­nen St­ein­wurf vom Rhein ent­fernt. Ei­ni­ge der Ti­sche ste­hen di­rekt an der Fens­ter­front, und man schaut auf die vor­bei tu­ckern­den Fracht­käh­ne. Im Som­mer muss die Ter­ras­se des Re­stau­rants ein per­fek­ter Ort für ro­man­ti­sche Aben­de sein. Gut ge­schmeckt? Am En­de des Abends wa­ren wir zu­frie­den mit dem, was man uns ser­viert hat­te. Al­ler­dings gibt es ein paar Ein­schrän­kun­gen, die das Ge­samt­er­geb­nis zwar nicht nach­hal­tig trü­ben, aber den­noch er­wähnt wer­den soll­ten. Wenn der Gast an­fangs ein Körb­chen mit Brot ge­reicht be­kommt, soll­te es am Abend ei­nes nor­ma­len Wo­chen­ta­ges kein Pro­blem sein, wirk­lich fri­sches Brot zu rei­chen. Le­dig­lich ein Schäl­chen mit ei­nem Klecks Schmalz da­ne­ben zu stel­len zeugt auch nicht gera­de von viel Fan­ta­sie. Ins­ge­samt hat man den Ein­druck, in der Kü­che steht zwar ein ta­len­tier­ter Koch am Herd, aber ihm fehlt am En­de das rich­ti­ge Händ­chen für ei­nen krö­nen­den Ab­schluss: Das Rin­der­fi­let, das wir me­di­um-ra­re be­stellt hat­ten, kam per­fekt ge­gart auf den Tel­ler, war aber ein we­nig über­la­den mit ei­ner Ge­würz­mi­schung. Und dem an sich gut ge­lun­ge­nen Grill­tel­ler mit ver­schie­de­nen Fisch­sor­ten hät­te ein biss­chen mehr De­ko, da­für deut­lich we­ni­ger zer­las­se­ne (Li­mo­nen-)But­ter gut ge­tan.

Die Vor­spei­sen – Ja­kobs­mu­schel und Scam­pi – wa­ren reich­lich be­mes­sen und so zu­be­rei­tet, wie sie sein soll­ten; das Risot­to­bett, auf dem sie la­gen, schmeck­te köst­lich. Aber beim Ar­ran­ge­ment auf dem (über­flüs­si­ger­wei­se tie­fen) Tel­ler hat­te man in der Kü­che den Grund­satz „Das Au­ge isst im­mer mit“of­fen­bar ver­ges­sen. Den Preis wert? Fast al­le Haupt­ge­rich­te ste­hen mit 22 Eu­ro auf der Kar­te, die Vor­spei­se (Ja­kobs­mu­schel und Co) wur­den mit zwölf Eu­ro be­rech­net, das ge­grill­te Rin­der­fi­let ließ man sich mit 29,50 be­zah­len – Prei­se, die in Re­stau­rants die­ser Gü­te nor­mal und der Qua­li­tät der Spei­sen an­ge­mes­sen sind. Für ei­nen Ries­ling aus Rhein­hes­sen (Wein­gut Neef Em­mich) zahl­ten wir 7,50 Eu­ro (0,2 l) und freu­ten uns, die­sen Wein ken­nen­ge­lernt zu ha­ben. Über­ra­schend? Lei­der erst nach dem Es­sen, bei er­neu­tem Stu­di­um der Kar­te, ent­deck­ten wir ein An­ge­bot na­mens „Mon­hei­mer Zwie­bel­rost­bra­ten“. Ob­wohl wir die Stadt seit vie­len Jah­ren ken­nen, ist uns die­ses Re­zept noch nicht un­ter­ge­kom­men – und es klingt dem Düs­sel­dor­fer Sen­frost­bra­ten sehr ähn­lich. So oder so – die­se Spe­zia­li­tät der Stadt mit der Gän­se­lie­sel im Stadt­wap­pen (ach ja – Gän­se­bra­ten gibt es auch!) wird An­lass sein, das „Ra­pha­el’s“dem­nächst noch ein­mal zu be­su­chen. Gut be­dient? Wir fan­den die Be­grü­ßung an­fangs leicht sprö­de. Wir hat­ten für 18 Uhr re­ser­viert und be­reits vor­ab er­klärt, recht­zei­tig vor den nächs­ten Gäs­ten um 20 Uhr wie­der weg sein und den Tisch räu­men zu wol­len. Aber be­grüßt zu wer­den mit „Aber um 19.45 Uhr muss der Tisch frei sein!“ist – sa­gen wir – ein et­was rus­ti­ka­ler Um­gang. Der Ser­vice am Tisch riss es frei­lich wie­der raus: Er war freund­lich, kom­pe­tent und auf­merk­sam. Fa­zit Schö­nen Gruß an die Kü­che mit Dau­men hoch und dem Tipp, mal öf­ter an ein paar klei­ne Gim­micks zu den­ken. Denn es soll ja nicht nur gut schme­cken, son­dern auch auf dem Tel­ler le­cker aus­se­hen. INFORa­pha­el ´s Re­stau­rant & Wein­bar, An d´r Ka­pell 6, 40789 Mon­heim am Rhein, Te­le­fon 02173-3944805, Mon­tag 18 bis 23 Uhr, Di­ens­tag bis Sonn­tag 11.30 bis 23 Uhr, re­ser­vie­rung@ra­pha­els­mon­heim.de; www.ra­pha­els­mon­heim.de

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