Räu­ber muss für sie­ben Jah­re und drei Mo­na­te in Haft

Der Jun­kie hat­te un­ter an­de­rem ei­ne 82-jäh­ri­ge Frau in ih­rer Woh­nung über­fal­len und ei­nen Rhe­ydter Pfar­rer be­stoh­len.

Rheinische Post Moenchengladbach - - LOKALES - VON IN­GRID KRÜ­GER

Schwe­re räu­be­ri­sche Er­pres­sung war der Haupt­vor­wurf, der den he­ro­in­süch­ti­gen Mön­chen­glad­ba­cher (30) wie­der ein­mal auf die An­kla­ge­bank ge­bracht hat­te. Der 30-Jäh­ri­ge, der be­reits ei­ni­ge Jah­re in Ge­fäng­nis­sen ver­bracht hat, zeig­te sich im Pro­zess vor der Ers­ten Straf­kam­mer des Mön­chen­glad­ba­cher Land­ge­richts so­fort ge­stän­dig.

Zu­gleich er­in­ner­te sich auch das 82-jäh­ri­ge Op­fer, das den Ge­richts- saal ges­tern mit Rol­la­tor und am Arm der Toch­ter be­trat, an das schreck­li­che Er­leb­nis vom 19. No­vem­ber 2015. Der An­ge­klag­te ha­be da­mals an ih­rer Tür ge­klin­gelt und die 82-Jäh­ri­ge ge­fragt, ob er ih­re Toi­let­te be­nut­zen dür­fe. Die Frau ha­be den Jun­kie in ih­re Woh­nung ge­las­sen. Dort ha­be der 30-Jäh­ri­ge dann noch um ein Glas Was­ser ge­be­ten. In der Kü­che ha­be der An­ge­klag­te auf der Spü­le ein Mes­ser ge­se­hen, die­ses ge­nom­men, es der al­ten Da­me vor die Brust ge­hal­ten und ge­droht: „Gib mir dein Geld oder ich stech dich ab.“Das ver­ängs­tig­te Op­fer ha­be ihm dar­auf­hin 300 Eu­ro Bar­geld ge­ge­ben. Aus­ge­rech­net das Was­ser­glas hat­te am En­de den 30Jäh­ri­gen als Tä­ter über­führt. Am Rand des Gla­ses hat­ten die Kri­mi­nal­be­am­ten die DNA des Räu­bers ent­deckt.

Im Ge­richts­saal hat­te sich der An­ge­klag­te bei der 82-Jäh­ri­gen ent­schul­digt: „Wenn ich könn­te, wür­de ich es rück­gän­gig ma­chen“. Al­lein we­gen die­ser schwe­ren räu­be­ri- schen Er­pres­sung hat ihn das Ge­richt zu sechs­ein­halb Jah­ren Haft ver­ur­teilt.

Doch der Staats­an­walt warf dem An­ge­klag­ten noch zwei wei­te­re Dieb­stahl­sta­ten vor. So soll der 30Jäh­ri­ge ei­ne an­de­re äl­te­re Frau ge­schla­gen und ge­droht ha­ben, ihr die Zäh­ne ein­zu­schla­gen, wenn sie ihm kein Geld ge­be. Doch die­ses Op­fer hat­te mit Er­folg um Hil­fe ge­ru­fen. So war es in die­sem Fall beim Ver­such ge­blie­ben.

Au­ßer­dem war es dem Jun­kie ge- lun­gen, bei ei­nem Ein­bruch in das Haus ei­nes Rhe­ydter Pfar­rers 160 Eu­ro zu steh­len. Der 30-Jäh­ri­ge hat­te den Pfar­rer be­ob­ach­tet, wie er das Haus be­trat. Da­bei war der Dieb eben­falls hin­ein­ge­langt, hat­te sich ver­steckt und war spä­ter mit der Beu­te ver­schwun­den.

Des­halb ver­ur­teil­te das Ge­richt den Mön­chen­glad­ba­cher am En­de zu ei­ner Ge­samt­stra­fe von sie­ben Jah­ren und drei Mo­na­ten Haft. Ein psych­ia­tri­scher Gut­ach­ter hat­te den An­ge­klag­ten, der seit sei­nem 17. Le- bens­jahr he­ro­in­ab­hän­gig ist und we­der ei­nen Schul­ab­schluss noch ei­ne Aus­bil­dung vor­wei­sen kann, als Hang­tä­ter be­zeich­net und des­sen Un­ter­brin­gung in ei­ner Ent­zie­hungs­an­stalt emp­foh­len. Dem Gut­ach­ten schloss sich das Ge­richt an und ord­ne­te des­sen Un­ter­brin­gung an. Am En­de hat­te der Rich­ter den Jun­kie sinn­ge­mäß ge­warnt: „Wenn Sie nie ei­ne Dro­gen­the­ra­pie schaf­fen, wer­den Sie am En­de kei­ne 40 Jah­re alt.“Der An­ge­klag­te re­agier­te ver­le­gen und schwei­gend.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.