Al­les zum Auf­hüb­schen be-rhe­ydt

Mit ei­nem krea­ti­ven Pro­jekt in der Pas­sa­ge am Ring wol­len Stu­den­tin­nen die Rhe­ydter In­nen­stadt be­le­ben.

Rheinische Post Moenchengladbach - - STADTTEILE - VON AN­GE­LA RIETDORF

RHE­YDT „Pimp my Rhe­ydt“ha­ben die Stu­den­tin­nen ihr Pro­jekt ge­nannt, an­ge­lehnt an ei­ne wenn nicht gleich­na­mi­ge, dann doch gleich­klin­gen­de TV-Show. Aber in der Rhe­ydter Pas­sa­ge am Ring wer­den kei­ne al­ten Au­tos auf­ge­motzt, son­dern Ge­brauchs­stü­cke jeg­li­cher Art ver­än­dert, um­ge­nutzt und auf­ge­hüb­scht. Up­cy­cling nennt man so et­was heu­te. Mit dem Pro­jekt sol­len nicht nur al­te Klei­dungs­stü­cke oder Te­tra­paks vor der Müll­ver­bren­nungs­an­la­ge ge­ret­tet wer­den, son­dern auch die Rhe­ydter In­nen­stadt krea­tiv be­lebt und für jun­ges Pu­bli­kum in­ter­es­sant ge­macht wer­den.

In ei­nem leer ste­hen­den La­den­lo­kal in der Pas­sa­ge am Ring am En­de der Rhe­ydter Fuß­gän­ger­zo­ne ha­ben sich die zehn Stu­die­ren­den ein­ge­rich­tet. Die Wän­de sind frisch ge­stri­chen und mit Zeich­nun­gen und Bil­dern ver­se­hen. So­fas, Ti­sche und Bän­ke ste­hen be­reit zum ge­mein­sa­men Nä­hen, Re­den, Mu­sik hö­ren. Kaf­fee und Ku­chen gibt es na­tür­lich auch. „Wir wol­len, dass je­der mit­ma­chen kann, dass es ein ge­müt­li­ches Mit­ein­an­der wird“, sagt So­phia Wehn­hardt.

Sie und ih­re Mit­strei­te­rin­nen ha­ben viel Ar­beit in das Pro­jekt ge­steckt. Sie ha­ben Ma­te­ria­li­en ge­sam­melt: bun­te Knöp­fe, Auf­nä­her, Reiß­ver­schlüs­se, Pail­let­ten, Bän­der und Strass­stein­chen. Sie ha­ben Stof­fe be­sorgt, An­lei­tun­gen für das Pim­ping ge­schrie­ben und be­bil­dert, die Rä­um­lich­kei­ten ge­stal­tet und ein Pro­gramm auf die Bei­ne ge­stellt. Wo­für das al­les? „Es ist die Pro­jekt­ar­beit, die wir im fünf­ten Se­mes­ter durch­füh­ren“, er­klärt De­ni­se Pan­tel, die eben­so wie die an­de­ren neun Tex­til- und Be­klei­dungs­tech­nik stu­diert.

Die Auf­trag­ge­ber für die Pro­jekt­ar­bei­ten wer­den zu­ge­lost und die Grup­pe hat das Quar­tiers­ma­na­ge- ment Rhe­ydt ge­zo­gen und da­mit das The­ma Up­cy­cling. Und ein Pro­jekt ent­wi­ckelt, das Po­ten­zi­al hät­te, län­ger­fris­tig zum An­zie­hungs­punkt zu wer­den, aber im Rah­men der Stu­di­en­ar­beit nur ein­ma­lig durch­ge­führt wer­den kann.

Fas­zi­nie­rend ist es, was die Stu­den­tin­nen sich aus­ge­dacht ha­ben: ein­fach und um­setz­bar, da­mit die Teil­neh­mer nicht ver­bis­sen-kon­zen­triert vor sich hin ar­bei­ten müs­sen, son­dern auch re­den und zu­hö­ren kön­nen. „Aus ei­nem T-Shirt kann man ganz leicht ei­nen Ein­kaufs­beu­tel ma­chen“, er­klärt De­ni­se Pan­tel. Är­mel und ge­ge­be­nen­falls Kra­gen wer­den ab­ge­schnit­ten, am un­te­ren Rand wer­den et­wa zehn Zen­ti­me­ter lan­ge Fran­sen hin­ein­ge­schnit­ten. Die wer­den ver­kno­tet, das Gan­ze auf links ge­dreht und fer­tig ist der Beu­tel. Die Är­mel­aus­schnit­te bil­den die Grif­fe. Jetzt kann man noch wei­ter ver­zie­ren, zum Bei­spiel mit Kar­tof­fel­druck oder mit Auf­nä­hern oder Strass. Wer es nach­ma­chen will, soll­te nur dar­auf ach­ten, dass das T-Shirt aus Jer­sey ist, das franst nicht aus. „Da­mit wol­len wir auch da­zu bei­tra­gen, Klei­dung nicht als Weg­werf­pro­duk­te zu se­hen“, sagt Pan­tel. Wit­zig auch das Porte­mon­naie aus ei­nem Te­tra­pak – aus­ge­spült, an­ge­sprüht, ge­fal­tet, fer­tig ist die Geld­bör­se – Up­cy­cling pur.

Nach En­de der Ver­an­stal­tung wird das La­den­lo­kal noch drei Wo­chen als Aus­stel­lungs­flä­che ge­nutzt. Dann prä­sen­tie­ren Stu­die­ren­de die Er­geb­nis­se ih­rer Se­mes­ter­pro­jek­te: Ein his­to­ri­sches Kleid wird eben­so da­zu ge­hö­ren wie vie­le Ac­ces­soires.

RP-FO­TO: HANS-PE­TER REICHARTZ

Ei­ne Grup­pe Stu­den­tin­nen pimpt mit ei­ner Pro­jekt­ar­beit die Rhe­ydter In­nen­stadt auf.

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