Le­ben­dig

Rheinische Post Moenchengladbach - - LESERBRIEFE - Heidrun Feld­mann Mon­heim Franz K. Schnei­der 77876 Kap­pel­ro­deck

Zu „Ein Stups für Steu­er­zah­ler und Or­gan­spen­der“(RP vom 19. No­vem­ber): Steu­er­zah­ler und Or­gan­spen­der – flap­si­ger kann man die­ses exis­ten­zi­el­le The­ma wohl kaum be­nen­nen. An­stup­sen zum Or­gan­spen­den? Ich bin froh, dass wir uns in Deutsch­land ak­tiv zum Spen­der er­klä­ren müs­sen, und das hat vi­el­leicht nicht nur et­was mit der Träg­heit zu tun. Auch wenn sehr vie­le kran­ke Men­schen auf ein Or­gan war­ten, ist es doch schreck­lich, dass ster­ben­den Men­schen bru­tal die Or­ga­ne bei le­ben­di­gem Leib ent­nom­men wer­den. Nur, weil kei­ne Hirn­strö­me mehr mess­bar sind, ist der Mensch noch lan­ge nicht tot. Der Kreis­lauf wird auf­recht­er­hal­ten, das Herz schlägt. Das hat nichts, aber auch gar nichts mehr da­mit zu tun, dass der Mensch in Wür­de ster­ben darf. Ster­ben ist ein Pro­zess, nach und nach stirbt der Mensch, nicht in ei­nem Mo­ment. So zu ster­ben – die Or­ga­ne wer­den ge­nom­men, aber der Leib lebt – ist das Schlimms­te, was ei­nem Men­schen am Le­bens­en­de ge­sche­hen kann. Und kein Ge­rät kann fest­stel­len, was dann wirk­lich im Kör­per ge­schieht. Ich spen­de kein Or­gan, möch­te auch kei­nes ha­ben. der exis­tiert in Deutsch­land der­zeit kei­ne Par­tei, de­ren Zie­le und de­ren Au­ßen­dar­stel­lung mich über­zeu­gen. Das macht ir­gend­wie trot­zig.

FO­TO: DPA

Fortu­na Düs­sel­dorf, ge­grün­det 1895, zählt zu den Tra­di­ti­ons­ver­ei­nen der zwei­ten Bun­des­li­ga.

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