Fa­der Bei­ge­schmack bei Ne­ben­ver­diens­ten

Rheinische Post Moenchengladbach - - STIMME DES WESTENS - VON DET­LEV HÜWEL

Die Un­ter­schei­dung gilt si­cher noch im­mer: Es gibt, wie der be­rühm­te deut­sche So­zio­lo­ge Max We­ber ver­merkt hat, Be­rufs­po­li­ti­ker, die für die Po­li­tik le­ben, und sol­che, die von ihr le­ben. Im Ide­al­fall trifft bei­des zu, denn auch ein lei­den­schaft­li­cher Po­li­ti­ker muss sein Aus­kom­men ha­ben. Des­we­gen soll­te nicht klein­lich um je­den Eu­ro ge­feilscht wer­den, wenn es wie­der ein­mal um die Diä­ten geht.

Mit 11.000 Eu­ro brut­to im Mo­nat ist die fi­nan­zi­el­le Ab­si­che­rung der nord­rhein-west­fä­li­schen Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten frag­los recht or­dent­lich. Ei­gent­lich müss­te nie­mand mehr et­was hin­zu­ver­die­nen. Et­wa ein Drit­tel der 237 Ab­ge­ord­ne­ten im Düs­sel­dor­fer Par­la­ment tut das aber doch, wo­bei es re­gel­rech­te Top-Hin­zu­ver­die­ner gibt.

Dar­an ist bei ord­nungs­ge­mä­ßer De­kla­ra­ti­on recht­lich nichts zu be­an­stan­den. Al­ler­dings wer­fen em­si­ge Ne­ben­tä­tig­kei­ten doch die Fra­ge auf, ob der Bür­ger nicht er­war­ten kann, dass sich der ge­wähl­te Ab­ge­ord­ne­te voll und ganz auf sei­ne Ar­beit kon­zen­triert. Da mag es Grenz­be­rei­che ge­ben, aber ins­ge­samt bleibt ein fa­der Bei­ge­schmack. Zu­mal in Zei­ten, in de­nen man sich zu Recht über das Spon­so­ring von Po­li­ti­ker­auf­trit­ten er­regt. BE­RICHT

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.