Ede­ka und Rewe sind sich ei­nig

Rewe mel­det beim Kar­tell­amt die Über­nah­me von 67 Kai­ser’s-Fi­lia­len an.

Rheinische Post Moenchengladbach - - WIRTSCHAFT -

HAM­BURG/KÖLN (gw) Die Han­dels­kon­zer­ne Ede­ka und Rewe ha­ben sich bei der Über­nah­me der Su­per­markt­ket­te Kai­ser’s Ten­gel­mann end­gül­tig auf die De­tails ver­stän­digt. Die Ver­hand­lun­gen über den Kauf­ver­trag, der noch no­ta­ri­ell be­ur­kun­det wer­den muss, sei­en ab­ge­schlos­sen, teil­ten die Un­ter­neh­men mit. Die­sen Ver­trag müs­se nun Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­ter Sig­mar Ga­b­ri­el prü­fen, hieß es. Die Re­ak­ti­on des SPD-Chefs: „Das wer­den wir sehr schnell tun. Ich bin zu­ver­sicht­lich, dass in der nächs­ten Wo­che die Mi­nis­ter­er­laub­nis voll­zo­gen wer­den kann.“Au­f­at­men bei mehr als 15.000 Mit­ar­bei­tern der Ket­te, der oh­ne den De­al die Zer­schla­gung ge­droht hät­te.

Be­vor das ge­sche­hen kann, muss aber noch Rewe wie zu­vor die ehe­ma­li­gen Mit­strei­ter Nor­ma und Mar­kant sei­ne Be­schwer­de beim Ober­lan­des­ge­richt (OLG) Düs­sel­dorf zu­rück­zie­hen. Der Streit hat­te sich über Mo­na­te hin­ge­zo­gen, nach­dem das OLG die von Ga­b­ri­el er­teil­te Mi­nis­ter­er­laub­nis für die Kom­plett­über­nah­me von Kai­ser’s Ten­gel­mann vor­läu­fig ge­stoppt hat­te, weil es beim Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­ter die Be­sorg­nis der Be­fan­gen­heit gab.

Die Rück­nah­me der Be­schwer­de durch Rewe ist nach der Ei­ni­gung nur noch ein for­ma­ler Akt. Zu­nächst er­wirbt Ede­ka die kom­plet­te Kai­ser’s-Ket­te von Ten­gel­mann, dann be­kommt Rewe 67 Kai­ser’s-Fi­lia­len (vor al­lem in Ber­lin). De­ren Über­nah­me hat Rewe beim Bun­des­kar­tell­amt an­ge­mel­det. Die­sem Ver­kauf müs­sen die Wett­be­werbs­hü­ter noch zu­stim­men.

Die Ge­werk­schaf­ten wer­den dem De­al auch nicht mehr im We­ge ste­hen, weil Rewe sich mit den Ar­beit- neh­mer­ver­tre­tern über die not­wen­di­gen Ta­rif­ver­trä­ge ge­ei­nigt hat. Wie Ede­ka hat sich der Kon­kur­rent ver­pflich­tet, die Be­din­gun­gen der Mi­nis­ter­er­laub­nis ein­zu­hal­ten. Da­zu ge­hört die Zu­sa­ge, in den kom­men­den fünf Jah­ren bei Kai­ser’s kei­ne Ar­beits­plät­ze ab­zu­bau­en. Dies ist nur in Ein­zel­fäl­len mit Zu­stim­mung der Ar­beit­neh­mer und de­ren Ver­tre­ter mög­lich.

So­bald Rewe sei­ne Be­schwer­de zu­rück­zieht, en­det das zwei­jäh­ri­ge Tau­zie­hen um Kai­ser’s. Erst hat­te das Bun­des­kar­tell­amt die Über­nah­me durch Ede­ka ver­bo­ten, dann hat­te Mi­nis­ter Ga­b­ri­el sie er­laubt, dann hat­te das OLG sie ge­stoppt. Am En­de stand ein Sch­lich­tungs­ver­fah­ren un­ter Füh­rung des ehe­ma­li­gen Bun­des­kanz­lers Ger­hard Schrö­der, der die schein­bar heil­los zer­strit­te­nen Kon­tra­hen­ten wie­der an den Ver­hand­lungs­tisch brach­te.

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