Ex-Opelaner hof­fen auf Ver­län­ge­rung der Trans­fer­ge­sell­schaft

Rheinische Post Moenchengladbach - - WIRTSCHAFT - VON THO­MAS REI­SE­NER

DÜS­SEL­DORF Der Au­to­bau­er Opel hat mit der IG Me­tall Ver­hand­lun­gen über ei­ne mög­li­che Ver­län­ge­rung der Trans­fer­ge­sell­schaft in Bochum auf­ge­nom­men. „Ver­tre­ter der IG Me­tall und der Adam Opel AG be­fas­sen sich zur Zeit mit der Fra­ge­stel­lung, ob und in wel­chem Um­fang ei­ne Re­ge­lung für ein wei­te­res Jahr Trans­fer­ge­sell­schaft not­wen­dig ist“, be­stä­tig­te ein Opel-Spre­cher ges­tern auf An­fra­ge ent­spre­chen­de In­for­ma­tio­nen un­se­rer Re­dak­ti­on. Von den ur­sprüng­lich 2614 Ex-Opelanern, die nach der Schlie­ßung des Bochu­mer Wer­kes vor zwei Jah­ren in die Trans­fer­ge­sell­schaft ge­wech­selt wa­ren, konn­ten bis­lang näm­lich nur rund 900 in neue Jobs ver­mit­telt wer­den. Wei­te­re 700 sind in­zwi­schen im Ru­he­stand. „Rund 1000 Ex-Opelaner ha­ben wir noch nicht ver­mit­telt“, sag­te ges­tern der Ge­schäfts­füh­rer der be­auf­trag­ten Ver- mitt­lungs­ge­sell­schaft „TÜV Nord Trans­fer“, Her­mann Oe­cking, auf An­fra­ge.

Als vor zwei Jah­ren in Bochum der letz­te Za­fi­ra vom Band roll­te, wa­ren weit über 3000 Opelaner von der Werks­schlie­ßung be­trof­fen. 2614 wech­sel­ten da­mals in die Trans­fer­ge­sell­schaft, weil es für sie bei Opel kei­ne pas­sen­den An­schluss-Ar­beits­plät­ze gab.

Die Ar­beit der „TÜV Nord Trans­fer“war auf zwei Jah­re an­ge­legt und en­det für die meis­ten Ex-Opelaner zum Jah­res­en­de. Laut Oe­cking war die Ver­mitt­lungs­quo­te bei den äl­te­ren Opelanern über 60 de­sas­trös: „Da konn­ten wir so gut wie nie­man­den ver­mit­teln.“Bei den bis zu 34jäh­ri­gen Ex-Opelanern lag sie hin­ge­gen bei mehr als 70 Pro­zent. Das Durch­schnitts­al­ter der Trans­ferMit­ar­bei­ter be­trägt 52 Jah­re.

Für 120 Ex-Opelaner ar­bei­tet die Ver­mitt­lungs­ge­sell­schaft auch oh­ne of­fi­zi­el­les Ver­län­ge­rungs­man­dat noch bis zum nächs­ten Som­mer, weil sie aus un­ter­schied­li­chen Grün­den erst spä­ter in das Ver­mitt­lungs­pro­gramm ge­kom­men sind. Wes­halb Oe­cking sich auch wei­gert, den ak­tu­el­len Stand als Schluss­bi­lanz zu be­trach­ten. Vie­le Ex-Opelaner wür­den neue Job-An­ge­bo­te „erst ganz zum Schluss ak­zep­tie­ren“, so Oe­cking. Ein gro­ßes Pro­blem bei der Ver­mitt­lung sei auch die man­gen­de Mo­bi­li­tät vie­ler Be­trof­fe­ner ge­we­sen.

88 Pro­zent der Be­schäf­tig­ten in der Ge­sell­schaft nah­men an Qua­li­fi­zie­rungs­maß­nah­men teil. Rund 900 po­ten­zi­el­le neue Ar­beit­ge­ber und 1600 mög­li­che An­schluss-Ar­beits­stel­len wur­den iden­ti­fi­ziert. Die meis­ten Ex-Opelaner, die ver­mit­telt wur­den, ar­bei­ten heu­te in Lo­gis­tik­Fir­men und als Lkw-Fah­rer. Ei­ni­ge ka­men als Elek­tri­ker, Schlos­ser oder bei Se­cu­ri­ty-Fir­men un­ter. Die Trans­fer­ge­sell­schaft be­schäf­tig­te zeit­wei­lig 50 Be­ra­ter.

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