Schäu­b­le lehnt Schul­den­er­lass für At­hen ab

Rheinische Post Moenchengladbach - - WIRTSCHAFT - VON BIR­GIT MAR­SCHALL

BER­LIN Bun­des­fi­nanz­mi­nis­ter Wolf­gang Schäu­b­le (CDU) bleibt im Streit mit dem In­ter­na­tio­na­len Wäh­rungs­fonds (IWF) über ei­nen si­gni­fi­kan­ten Schul­den­er­lass für Grie­chen­land hart. Der Eu­ro­päi­sche Sta­bi­li­täts­me­cha­nis­mus (ESM) ar­bei­te „der­zeit an der Um­set­zung der kurz­fris­ti­gen Maß­nah­men“, wie ei­ner Ver­län­ge­rung der Kre­dit­lauf­zei­ten und Zin­ser­leich­te­run­gen für Grie­chen­land, heißt es in der Ant­wort des Fi­nanz­mi­nis­te­ri­ums auf ei­ne klei­ne An­fra­ge der Lin­kenFrak­ti­on. „Mit­tel­fris­tig soll und kann erst nach der voll­stän­di­gen Um­set­zung des Pro­gramms im Jahr 2018 ent­schie­den wer­den, ob und in­wie­weit wei­te­re Maß­nah­men not­wen­dig sind, weil erst dann zu­ver­läs­si­ger der wei­te­re Brut­to­fi­nanz­be­darf Grie­chen­lands ein­ge­schätzt wer­den kann“, schreibt das Schäu­b­le-Mi­nis­te­ri­um.

Der Fi­nanz­mi­nis­ter be­kräf­tigt da­mit sei­ne Ab­leh­nung der IWF-For­de­run­gen nach ei­nem grö­ße­ren Schul­den­er­lass im Jahr 2017. Am Mon­tag tref­fen in Brüssel die Fi­nanz­mi­nis­ter der Eu­ro-Zo­ne zu ei­ner mög­li­cher­wei­se ent­schei­den­den Sit­zung in der Fra­ge zu­sam­men. Der IWF hat bis­her nicht ent­schie­den, ob er sich an der wei­te­ren Fi­nan­zie­rung be­tei­ligt. Er hat­te im Mai er­heb­li­che Schul­den­er­leich­te­run­gen zur Be­din­gung da­für ge- macht, dass er beim nächs­ten Ret­tungs­pro­gramm von bis zu 86 Mil­li­ar­den Eu­ro an Bord bleibt. Bis­her gab es vom IWF ei­ne Fi­nan­zie­rung von zehn Pro­zent des Pro­gramms.

Schäu­b­le setzt da­ge­gen jetzt auf „Schul­den­er­leich­te­run­gen light“, um den IWF doch noch zu über­zeu­gen. Da­zu hat der ESM Vor­schlä­ge für die Eu­ro-Grup­pe vor­be­rei­tet. In ei­nem ESM-Pa­pier, das der Agen­tur Reu­ters vor­lag, soll die Staats­schul­den­quo­te Grie­chen­lands durch ei­ne Ver­län­ge­rung der Lauf­zei­ten be­stimm­ter Schuld­ti­tel und ei­ne Ver­rin­ge­rung der Ri­si­ken bei Zins­än­de­run­gen bis 2060 um 21,6 Pro­zent ge­senkt wer­den.

„Die Bun­des­re­gie­rung hält an völ­lig ab­sur­den Zah­len fest. Hier wer­den völ­lig über­zo­ge­ne For­de­run­gen er­ho­ben, da­mit Grie­chen­land sein Staats­ver­mö­gen ver­schleu­dert und mög­lichst lan­ge un­ter Druck ge­setzt wer­den kann“, sag­te Lin­ken-Po­li­ti­ker Axel Troost.

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