Ar­sen in Stra­ßen: Är­ger um Schutz­an­zü­ge

An der Süch­tel­ner Stra­ße wird das ver­seuch­te Ma­te­ri­al oh­ne Schutz­an­zü­ge ab­ge­tra­gen. Die­se Vor­schrift muss­te ein Ar­chi­tekt bei Ar­bei­ten im Ok­to­ber noch be­ach­ten. Die Stadt sagt: Al­les in Ord­nung.

Rheinische Post Moenchengladbach - - WIRTSCHAFT - VON ANDRE­AS GRUHN

Der Aus­tausch des ver­seuch­ten Bet­tungs­ma­te­ri­als an drei Glad­ba­cher Stra­ßen kommt gut vor­an. An der Klum­pen­stra­ße und der Eh­ler­stra­ße sind die Ar­bei­ten so­weit ab­ge­schlos­sen, die Bau­ab­nah­me soll bald er­fol­gen, hieß es ges­tern bei der Stadt. Auch an der Süch­tel­ner Stra­ße lau­fen in­zwi­schen die Ar­bei­ten, dort sei et­wa ein Vier­tel des be­las­te­ten Ma­te­ri­als in­zwi­schen auf­ge­nom­men und ent­sorgt. Doch ge­nau die­se Ar­bei­ten sor­gen vor Ort für Un­mut. Denn die Bau­ar­bei­ter vor Ort sind oh­ne Schutz­an­zü­ge un­ter­wegs – das kann Ar­chi­tekt Fritz Ot­ten nicht nach­voll­zie­hen, der erst im Ok­to­ber an der Süch­tel­ner Stra­ße neue Ver­sor­gungs­lei­tun­gen für ein Be­triebs­ge­län­de durch das ver­seuch­te Ma­te­ri­al hat­te le­gen las­sen und da­für stren­ge Si­cher­heits­vor­keh­run­gen be­ach­ten muss­te: „Wir ha­ben un­ter schar­fen Auf­la­gen die neu­en Haus­an­schlüs­se für die Um­nut­zung le­gen müs­sen. Die Ar­bei­ter tru­gen Schutz­an­zü­ge mit in­te­grier­ten Hand­schu­hen und Atem­schutz­mas­ken. Bei den Ar­bei­ten, die jetzt durch­ge­führt wer­den, ist weit und breit nichts da­von zu se­hen. Das muss mir mal je­mand er­klä­ren.“

Ge­ra­de we­gen die­ser Auf­la­gen ha­be es zu­dem sehr lan­ge ge­dau­ert, ei­ne Spe­zi­al­fir­ma zu fin­den: „Die Durch­füh­rung der Er­schlie­ßung hat lan­ge auf sich war­ten las­sen, weil die für sol­che Ar­bei­ten zu­ge­las­se­ne Spe­zi­al­fir­ma wohl sehr aus­ge­las­tet war. Al­les zu­sam­men hat et­wa dop­pelt so ho­he Kos­ten wie in ei­nem Nor­mal­fall ver­ur­sacht.“Gel­ten in­zwi­schen an­de­re Re­geln für die Bau­ar­bei­ter?

Tat­säch­lich gibt es ei­nen Ar­beits­und Si­cher­heits­plan, der auf 15 Sei­ten die Maß­nah­men zum Schutz der An­woh­ner und der Bau­ar­bei­ter vor­schreibt. Dar­in ist nach Aus­kunft der Stadt auch von Schutz­an­zü­gen die Re­de. Aber: „Gleich­zei­tig ist dort auch fest­ge­legt, dass auf das Tra­gen at­mungs­ak­ti­ver Schutz­an­zü­ge in Ab­stim­mung mit dem Bau­stel­len­ko­or­di­na­tor ver­zich­tet wer­den kann“, teilt die Stadt mit. Da­für gel­te die Auf­la­ge, dass die Bau­ar­bei­ter je­den Tag die Ar­beits­klei­dung wech­seln müs­sen und die al­te Aus­stat­tung zen­tral an der Bau­stel­le ein­ge­sam­melt wird. Des­halb tra­gen die Ar­bei­ter vor Ort kei­ne Schutz­an­zü­ge, und des­halb sei dies auch kein Ver­stoß ge­gen den Ar­beits- und Si­cher­heits­plan. Als Schutz­maß­nah­men für die Ar­bei­ten sind Si­cher­heits­stie­fel, Hand­schu­he, Helm und Kör­per­schutz vor­ge­se­hen.

Die heik­le Bau­stel­le wird täg­lich vom Bie­le­fel­der In­sti­tut für Um­welt­ana­ly­se be­glei­tet. Die Ex­per­ten ha­ben auch die ent­spre­chen­den Si­cher­heits­vor­keh­run­gen er­ar­bei­tet. Da­zu ge­hört et­wa, dass das ver­seuch­te Bet­tungs­ma­te­ri­al stets feucht blei­ben muss, um Staub­ver­we­hun­gen zu ver­mei­den. Der Bau­stel­len­be­reich wird täg­lich neu in Schwarz- (kein Un­be­fug­ter darf rein), Grau- (dort zie­hen sich die Ar­bei­ter um) und Weiß­be­rei­che un­ter­teilt. An der Süch­tel­ner Stra­ße ha­be es bis­her kei­nen Ver­stoß ge­ge­ben.

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