Ni­co Ros­berg be­en­det For­mel-1-Lauf­bahn

Nur fünf Ta­ge nach sei­nem WM-Ge­winn von Abu Dha­bi gibt der Deut­sche sei­nen Rück­tritt be­kannt. Nach 206 Grand-Prix-Ren­nen und elf Jah­ren in der For­mel 1 will sich der 31-Jäh­ri­ge sei­ner Fa­mi­lie wid­men.

Rheinische Post Moenchengladbach - - SPORT - VON KRISTOF STÜHM

HAM­BURG (sid) Nach all den Qua­len, im Mo­ment sei­nes größ­ten Tri­umphs, nach­dem er end­lich Le­wis Ha­mil­ton be­siegt hat­te, dankt Ni­co Ros­berg ab. Der neue Welt­meis­ter der For­mel 1 hat nur fünf Ta­ge nach sei­nem WM-Er­folg von Abu Dha­bi sei­ne Kar­rie­re völ­lig über­ra­schend be­en­det. „Seit 25 Jah­ren im Renn­sport war es im­mer mein Traum, mein ein­zi­ges, gro­ßes Ziel, For­mel1-Welt­meis­ter zu wer­den“, sag­te Ros­berg: „Ich muss­te viel da­für op­fern, aber trotz all die­ser har­ten Ar­beit, die­ser Schmer­zen und dem gan­zen Ver­zicht war dies im­mer mein Ziel ge­blie­ben. Und jetzt ist es so weit, ich ha­be den Berg er­klom­men, ich bin an der Spit­ze an­ge­kom­men, und es fühlt sich rich­tig an.“Nach 206 Grands Prix, 23 Renn­sie­gen und elf Jah­ren in der Kö­nigs­klas­se hört er auf. Und das auch noch kurz vor der Über­ga­be des WM-Po­kals.

„Ich kann euch sa­gen, die­se Sai­son war ver­dammt hart. Nach den gro­ßen Ent­täu­schun­gen der letz­ten zwei Jah­re ha­be ich wie ver­rückt al­les ge­ge­ben, ha­be je­den St­ein um­ge­dreht und nichts un­ver­sucht ge­las­sen“, sag­te Ros­berg, der sich of­fen­bar nicht mehr zu­trau­te die­se Ener­gie­leis­tung noch ein­mal brin­gen zu kön­nen. Die Ri­va­li­tät mit Ha­mil­ton, der ihm zu­vor zwei Mal den Ti­tel weg­ge­schnappt hat­te, trieb ihn auf die Spit­ze. „Die­se Ent­täu­schun­gen wa­ren der An­trieb auf ein neu­es Le- vel. Ein Le­vel, was ich bis­her noch nicht er­reicht hat­te“, sag­te er. Doch die­ser An­trieb ist nun weg.

Nun will sich der 31-Jäh­ri­ge sei­ner Fa­mi­lie wid­men, Ehe­frau Vi­vi­an und Töch­ter­chen Alaia. „Wir ha­ben auf vie­le Din­ge ver­zich­tet für das ei­ne gro­ße Ziel, al­les wur­de ihm un­ter­ge­ord­net. Ich kann mei­ner Frau nicht ge­nug da­für dan­ken“, sag­te Ros­berg wei­ter: „Sie hat ver­stan­den, dass die­ses Jahr un­se­re gro­ße Chan­ce war, end­lich zu­zu­schla­gen. Sie hat mir dar­um al­les wegor­ga­ni­siert und hat mir zwi­schen den Ren­nen mög­lichst viel Raum zur Er­ho­lung ge­ge­ben. Sie hat all die Näch­te mit un­se­rer klei­nen Toch­ter über­nom­men.“

Wer Ros­bergs Platz im Sil­ber­pfeil über­nimmt, ist noch un­klar. Gut mög­lich, dass Mer­ce­des Pas­cal Wehr­lein (Ma­nor) be­för­dert. Mo­tor­sport­chef To­to Wolff sag­te: „Es ist ei­ne mu­ti­ge Ent­schei­dung von Ni­co und ein Be­weis für die Stär­ke sei­nes Cha­rak­ters.“Ni­ki Lau­da, Auf­sichts­rats­chef des Mer­ce­des-Teams, mein­te: „Die Lü­cke von Ni­co zu schlie­ßen, ist un­mög­lich. Stall­ri­va­le Ha­mil­ton konn­te sich da­ge­gen ein Spit­ze mit Blick auf ih­re Ri­va­li­tät seit Kart-Zei­ten nicht ver­knei­fen. „Zum ers­ten Mal hat er in 18 Jah­ren ge­won­nen, des­halb war es kei­ne Über­ra­schung, dass er ent­schie­den hat auf­zu­hö­ren.“ Wort­laut Un­ter www.rp-on­line.de/sport kön­nen Sie die kom­plet­te Rück­tritts-Er­klä­rung nach­le­sen.

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