Ka­len­der­blatt 3. De­zem­ber 1992

Rheinische Post Moenchengladbach - - UNTERHALTUNG -

Die Spa­nier nen­nen den west­lichs­ten Teil Ga­li­zi­ens auch „Cos­ta de la Mu­er­te“oder „Cos­ta da Mor­te“: „To­des­küs­te“. Das Ge­wäs­ser ist we­gen der schwie­ri­gen Be­din­gun­gen, die dort für die Schiff­fahrt herr­schen, un­ter See­leu­ten be­rüch­tigt. Seit Jahr­hun­der­ten kommt es in der Re­gi­on zu Schiffs­un­glü­cken, vor al­lem dann, wenn die Sicht wie­der ein­mal we­gen Ne­bels schlecht ist. Für die Um­welt wirk­ten sich be­son­ders die Un­fäl­le ver­hee­rend aus, an de­nen Öl­tan­ker be­tei­ligt wa­ren. Am 3. De­zem­ber 1992 ge­riet mit der „Ae­ge­an Sea“ein Öl­trans­por­ter un­ter grie­chi­scher Flag­ge in See­not. Die Cr­ew hat­te vor der Ha­fen­stadt La Cor­u­na (Foto), öst­lich der „To­des­küs­te“, in ei­ner War­te­zo­ne an­kern müs­sen. We­gen des schlech­ten Wet­ters konn­ten die Lot­sen des Ha­fens nicht an Bord kom­men, trotz­dem wur­de die Mann­schaft auf­ge­for­dert, den Ha­fen an­zu­lau­fen. Die „Ae­ge­an Sea“lief auf ein ver­bor­ge­nes Un­ter­was­ser­riff auf, zer­brach in zwei Tei­le und ge­riet in Brand. Als das Schiff sank, san­ken mit ihm fast 80.000 Ton­nen leich­tes Roh­öl. Bis auf ei­nen klei­nen Teil des Öls, der im hin­te­ren Teil des Schif­fes ver­blieb, lief fast die ge­sam­te La­dung ins Meer und ver­schmutz­te die Küs­te auf lan­ge Zeit. Es war ei­ne der schlimms­ten Öl­ka­ta­stro­phen an Eu­ro­pas Küs­ten. 2002 wur­de die Küs­te Ga­li­zi­ens er­neut stark ver­schmutzt. Da­mals wur­den beim Un­ter­gang der „Pres­ti­ge“mehr als 60.000 Ton­nen schwe­res Heiz­öl frei­ge­setzt.

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