Aus­bil­dung auf dem Wert­stoff­hof

Fach­kräf­te für Kreis­lauf- und Ab­fall­wirt­schaft sor­gen da­für, dass Ab­fäl­le fach­ge­recht ent­sorgt wer­den.

Rheinische Post Moenchengladbach - - KINDERSEITE - VON NI­KO­LAS GOLSCH

Tag­täg­lich hat Jan La­cher mit dem zu tun, wo­mit sich sonst nie­mand so rich­tig ger­ne be­schäf­tigt: mit Ab­fall und Schad­stof­fen, mit Sperr­müll und Schmutz­was­ser. Er ab­sol­viert ei­ne Aus­bil­dung zur Fach­kraft für Kreis­lauf- und Ab­fall­wirt­schaft bei der Dort­mun­der Ent­sor­gungs­ge­sell­schaft EDG. „Ich wer­de prak­tisch zum Fach­mann für Ab­fäl­le al­ler Art aus­ge­bil­det“, sagt er.

Fach­kräf­te für Kreis­lau­fund Ab­fall­wirt­schaft sind da­für ver­ant­wort­lich, dass Ab­fäl­le fach­ge­recht ge­sam­melt, sor­tiert, re­cy­celt oder ent­sorgt wer­den. In Ab­fall­wirt­schafts­be­trie­ben, auf Wert­stoff­hö­fen oder in Auf­be­rei­tungs­an­la­gen be­die­nen sie die tech­ni­schen An­la­gen. Im La­bor ana­ly­sie­ren sie au­ßer­dem Ab­fäl­le, um so et­wa si­cher­zu­stel­len, dass kei­ne Schad­stof­fe in die Um­welt ge­lan­gen.

„Che­mie spielt in die­sem Be­ruf ei­ne sehr gro­ße Rol­le“, er­läu­tert Karl Ge­org Tom­ber­ge, Fach­aus­bil­der bei der EDG. Vie­le hät­ten ein fal­sches Bild von der Ar­beit bei ei­nem Ent­sor­gungs­un­ter­neh­men: „Oft wird nur vom Be­ruf des Müll­manns ge­spro­chen“, sagt er. Das ist aber tat­säch­lich gar kein Aus­bil­dungs­be­ruf. Die klas­si­schen Müll­wer­ker, die den Haus­müll mit dem Müll­fahr­zeug bei den Haus­hal­ten ab­ho­len, sei­en meist Quer­ein­stei­ger. Die Fach­kräf­te auf den De­po­ni­en, Wert­stoff­hö­fen oder Ab­fall­an­la­gen kä­men da­ge­gen mit dem re­gu­lär an­fal­len­den Haus­müll nur sel­ten di­rekt in Be­rüh­rung.

Auf mo­der­nen De­po­ni­en ge­be es schon lan­ge kei­ne ho­hen Ab­fall­ber­ge mehr. Trotz­dem kann der Be­ruf zu­wei­len dre­ckig sein: „Wer mit wei­ßen Turn­schu­hen in die Sor­tier­an­la­ge kommt, wird dar­an nicht lan­ge Freu­de ha­ben“, er­klärt Su­san­ne Nitz­sche vom pri­va­ten Re­cy­cling­dienst­leis­ter Al­ba. Auf dem Ge­län­de müss­ten Mit­ar­bei­ter durch­aus mal den Be­sen zur Hand neh­men und klei­ne­re Ab­fäl­le weg­keh­ren.

Die drei­jäh­ri­ge Aus­bil­dung ist du­al an­ge­legt, Aus­zu­bil­den­de ler­nen im Be­trieb und in der Be­rufs­schu­le. Dort geht es vor Karl Ge­org Tom­ber­ge Ent­sor­gungs­ge­sell­schaft EDG al­lem um Kennt­nis­se aus den Be­rei­chen der Ver­fah­rens-, und Re­ge­lungs­tech­nik, um öko­lo­gi­sche Stoff­kreis­läu­fe, Um­welt­be­stim­mun­gen und na­tur­wis­sen­schaft­li­che Kennt­nis­se, er­klärt Ma­ri­on Kram­pe vom Bun­des­in­sti­tut für Be­rufs­bil­dung (BIBB). Gu­te No­ten in na­tur­wis­sen­schaft­li­chen Fä­chern und Ma­the­ma­tik sei­en hilf­reich für den Ein­stieg.

Ei­nen fest­ge­leg­ten Schul­ab­schluss als Zu­gangs­vor­aus­set­zung zur Aus­bil­dung gibt es nicht. Den­noch hat die Mehr­heit der Aus­zu­bil­den­den laut der Bun­des­agen­tur für Ar­beit den mitt­le­ren Schul­ab­schluss. Der Ver­dienst wäh­rend der Aus­bil­dung hängt stark vom Ar­beit­ge­ber ab und liegt laut Ar­beits­agen­tur im öf­fent­li­chen Di­enst bei et­wa 850 Eu­ro brut­to im ers­ten Aus­bil­dungs­jahr, in der Wirt­schaft bei et­wa 610 Eu­ro. Das Ein­stiegs­ge­halt nach der Aus­bil­dung liegt laut BIBB im öf­fent­li­chen Di­enst bei 1800 bis 2200 Eu­ro brut­to, in der ge­werb­li­chen Wirt­schaft bei cir­ca 1800 bis 2600 Eu­ro.

Jan La­cher ist im zwei­ten Jahr sei­ner Aus­bil­dung. Er kann sich gut vor­stel­len, nach sei­ner Aus­bil­dung auf ei­nem Re­cy­cling­hof zu ar­bei­ten. Dort ge­fal­le ihm vor al­lem der Kun­den­kon­takt und die Be­ra­tung.

„Che­mie spielt in die­sem Be­reich ei­ne sehr gro­ße Rol­le“

FOTO: INA FASS­BEN­DER

Der Aus­zu­bil­den­de Jan La­cher muss un­ter an­de­rem dar­auf ach­ten, dass kei­ne Schad­stof­fe in die Um­welt ge­lan­gen.

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