Eng­lisch ler­nen für den Job

Wenn es um Ge­schäft­li­ches geht, sind man­che kei­nes­wegs si­cher auf dem in­ter­na­tio­na­len Par­kett. Mit ei­nem Zer­ti­fi­kat für Wirt­schafts­eng­lisch zei­gen Be­wer­ber, dass sie be­reit fürs Bu­si­ness sind.

Rheinische Post Moenchengladbach - - KINDERSEITE - VON TO­BI­AS SCHOR­MANN

Lon­don cal­ling: Ge­ra­de in gro­ßen Un­ter­neh­men pas­siert es schnell, dass Mit­ar­bei­ter ei­nen Kol­le­gen aus dem Aus­land an der Strip­pe ha­ben. No pro­blem? Für man­che doch: Denn längst nicht je­der ist si­cher im Eng­li­schen, wenn es um Be­ruf­li­ches geht. Ar­beit­ge­ber er­war­ten heu­te aber von vie­len, dass sie auch auf Eng­lisch pro­blem­los mit Ge­schäfts­part­nern ver­han­deln oder mit Kun­den re­den kön­nen. Ein Zer­ti­fi­kat für Wirt­schafts­eng­lisch kann sich da­her gut in der Map­pe von Be­wer­bern ma­chen.

„Eng­lisch ist heu­te im Be­ruf ein ab­so­lu­tes Must“, sagt Sör­ge Dros­ten von der Per­so­nal­be­ra­tung Ki­en­baum in Düs­sel­dorf. Ar­beit­ge­ber er­war­te­ten von Ab­sol­ven­ten häu­fig gu­te bis sehr gu­te Eng­lisch­kennt­nis­se: „Das wird heu­te als selbst­ver­ständ­lich vor­aus­ge­setzt.“Schließ­lich sei flüs­si­ges Eng­lisch ge­ra­de in gro­ßen Un­ter­neh­men, aber auch bei Mit­tel­ständ­lern für den Kon­takt mit Kun­den oder Kol­le­gen im Aus­land un­er­läss­lich.

Ganz so selbst­ver­ständ­lich ist es aber nicht. Man könn­te zwar mei­nen, dass heu­te je­der Eng­lisch kann – schließ­lich lernt man es ja schon in der Schu­le. In der Pra­xis kom­me es aber durch­aus vor, dass es bei Fach­kräf­ten in die­ser Hin­sicht ein Man­ko gibt, hat Dros­ten be­ob­ach­tet. Und bei man­chen sei das Eng­lisch ein­ge­ros­tet, wenn es län­ger nicht im Be­ruf zum Ein­satz kam. „Das kann zum Pro­blem wer­den.“Denn oft sei­en Ar­beit­ge­ber nicht be­reit, Be­wer­ber noch zu schu­len, wenn an­de­re Kan­di­da­ten die nö­ti­gen Sprach­kennt­nis­se schon mit­brin­gen. Wer sich hier­bei nicht ganz fit fühlt, ha­be da­her drin­gend Nach­hol­be­darf.

Doch wie be­le­gen Be­wer­ber ih­re Eng­lisch­kennt­nis­se am bes­ten? Wer nur die No­te vom letz­ten Schul­zeug­nis vor­zei­gen kann, be­ein­druckt da­mit nie­man­den. Bes­ser ist ein Zer­ti­fi­kat für Eng­lisch im Be­rufs­le­ben, wie es die Uni Cam­bridge oder die Lon­do­ner Han­dels­kam­mer an­bie­ten. Da­für gibt es spe­zi­el­le Prü­fungs­zen­tren in Deutsch­land. Der Vor­teil: Die Zer­ti­fi­ka­te sind in­ter­na­tio­nal an­er­kannt.

Die Prü­fun­gen sind da­bei dem Ge­mein­sa­men Eu­ro­päi­schen Re­fe­renz­rah­men (GER) an­ge­passt, der ver­schie­de­ne Ni­veau­stu­fen de­fi­niert (von A1 = An­fän­ger bis C2 = na­he­zu mut­ter­sprach­lich). Bei den meis­ten Zer­ti­fi­ka­ten müs­sen Teil­neh­mer vor­ab wäh­len, wel­che Stu­fe sie ab­sol­vie­ren wol­len. Dann ma­chen sie am bes­ten ei­nen Ein­stu­fungs­test, um das pas­sen­de Le­vel zu fin­den, rät die Stif­tung Wa­ren­test, und ab­sol­vie­ren Übungs­tests.

Wich­tig ist auch die Fra­ge, ob es ein Prü­fungs­zen­trum in der Nä­he gibt. Die Zahl va­ri­iert je nach Zer­ti­fi­kat stark. Oft bie­ten die Prüf­stel­len auch pas­sen­de Vor­be­rei­tungs­kur­se an - die aber ex­tra kos­ten. Es lohnt sich da­bei, För­der­mög­lich­kei­ten zu prü­fen. Ar­beits­lo­se kön­nen et­wa ver­su­chen, ei­nen Bil­dungs­gut­schein bei der Ar­beits­agen­tur zu be­an­tra­gen. Für Ar­beit­neh­mer bie­tet sich die Bil­dungs­prä­mie an: Hier­bei zahlt der Staat ei­nen Teil der Kos­ten ei­ner Wei­ter­bil­dung. Und für Jün­ge­re un­ter 25 Jah­ren gibt es ein Wei­ter­bil­dungs­sti­pen­di­um, das auch Fremd­spra­chen­kur­se ab­deckt.

Fünf Zer­ti­fi­ka­te für Wirt­schafts­eng­lisch im Über­blick: TOEIC: Das Pen­dant für Wirt­schafts­eng­lisch zum be­kann­ten TOEFL-Test. Es gibt vier Va­ri­an­ten: Die ers­te rich­tet sich an Ein­stei­ger, die an­de­ren le­gen den Fo­kus ent­we­der auf das Le­se- und Hör­ver­ständ­nis oder das Schreib- und Sprech­ver­mö­gen oder um­fas­sen bei­des. Wich­tig: Hier­bei gibt es kein Durch­fal­len – Kan­di­da­ten wer­den je nach Er­geb­nis in ein GER-Ni­veau ein­ge­stuft. Die Tests dau­ern zwi­schen 60 und 200 Mi­nu­ten. Die Kos­ten lie­gen bei 85 bis 179 Eu­ro. Bu­si­ness Eng­lish Cer­ti­fi­ca­te (BEC): Das Zer­ti­fi­kat der Uni­ver­si­tät Cam­bridge ist in drei Stu­fen von B1 bis C1 er­hält­lich. Es gibt gut 50 Stel­len für die­se Prü­fun­gen in Deutsch­land. Sie dau­ern et­wa 140 bis rund 190 Mi­nu­ten. Die Prüf­ge­bühr be­trägt zum Bei­spiel bei GLS in Ber­lin 120 bis 200 Eu­ro, beim Cam­bridge In­sti­tut in Mün­chen 150 bis 235 Eu­ro. Eng­lish for Bu­si­ness (EFB): Hin­ter die­sem Zer­ti­fi­kat steht die Lon­do­ner In­dus­trie- und Han­dels­kam­mer (LCCI). Es gibt fünf Ni­veau­stu­fen, die von A1/A2 bis C1/C2 rei­chen. Die Tests dau­ern 1,5 bis 3 St­un­den. In Deutsch­land exis­tie­ren rund 200 Prü­fungs­zen­tren. Die Ge­büh­ren be­tra­gen 106 bis 132 Eu­ro. Telc Eng­lish Bu­si­ness: Telc ist ei­ne ge­mein­nüt­zi­ge Toch­ter des Deut­schen Volks­hoch­schul­ver­ban­des. Sie bie­tet fünf Prü­fun­gen in Wirt­schafts­eng­lisch an. Die Prü­fun­gen fin­den un­ter an­de­rem in Volks­hoch­schu­len statt, die oft auch Vor­be­rei­tungs­kur­se an­bie­ten. Die Prei­se be­gin­nen bei 100 Eu­ro. IELTS: Der Test ist im aka­de­mi­schen Be­reich ver­brei­tet, es gibt aber auch ei­ne Va­ri­an­te na­mens Ge­ne­ral Trai­ning, die sich stär­ker an Be­rufs­tä­ti­ge rich­tet. Sie wird in Deutsch­land vom Bri­tish Coun­cil in meh­re­ren Städ­ten an­ge­bo­ten. Die Prü­fung dau­ert rund drei St­un­den und kos­tet 220 Eu­ro.

FOTO: DPA

Mit der Eng­lisch-No­te aus dem letz­ten Schul­zeug­nis kann man Per­so­na­ler nicht be­ein­dru­cken. In­ter­na­tio­na­le Zer­ti­fi­ka­te ge­ben ei­ne bes­se­re Aus­kunft über die ei­ge­nen Eng­lisch­kennt­nis­se.

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