Wo­rum in Ita­li­en ge­strit­ten wur­de

Rheinische Post Moenchengladbach - - STIMME DES WESTENS -

Sys­tem Das Par­la­ment in Ita­li­en be­steht aus zwei Kam­mern, dem Se­nat und der Ab­ge­ord­ne­ten­kam­mer, die im Ge­setz­ge­bungs­ver­fah­ren gleich­be­rech­tigt sind. Das heißt, dass je­des Ge­setz so­wohl den Se­nat, als auch die Ab­ge­ord­ne­ten­kam­mer pas­sie­ren muss, be­vor es in Kraft tre­ten kann. Un­ter­schie­de gibt es nur bei der An­zahl und dem Wahl­mo­dus der Mit­glie­der. Die Ab­ge­ord­ne­ten­kam­mer hat 630 Mit­glie­der, die al­le fünf Jah­re ge­wählt wer­den. Im Se­nat kom­men 315 Mit­glie­der zu­sam­men. Sie wer­den je­doch nicht auf na­tio­na­ler, son­dern auf re­gio­na­ler Ebe­ne ge­wählt. Je­de Re­gi­on stellt, ge­mes­sen an ih­rer Be­völ­ke­rungs­zahl, un­ter­schied­lich vie­le Se­na­to­ren. Re­for­mier­tes Sys­tem Der Vor­schlag Mat­teo Ren­zis sah vor, die Grö­ße des Se­nats auf 95 Se­na­to­ren zu be­gren­zen, die die Re­gio­nen ver­tre­ten sol­len. Bei Wah­len zu den Re­gio­nal­par­la­men­ten soll­ten die Wäh­ler be­stim­men, wel­che Re­gio­nal­ab­ge­ord­ne­te in den Se­nat ent­sandt wer­den. Kern­punkt der Re­form war aber ei­ne Kom­pe­tenz­ver­la­ge­rung in der Ge­setz­ge­bung, weg von bei­den Kam­mern, hin zur Ab­ge­ord­ne­ten­kam­mer. Sie soll­te Ge­set­ze zu­künf­tig auch oh­ne den Se­nat be­schlie­ßen kön­nen. Der Se­nat hät­te dann nur noch die Mög­lich­keit, Än­de­run­gen von Ge­setz­ent­wür­fen vor­zu­schla­gen, über die dann die Ab­ge­ord­ne­ten­kam­mer ent­schie­den hät­te.

FO­TO:DPA

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