Fortu­na hat Glück bei Null­num­mer in Würz­burg

Der Fuß­ball-Zweit­li­gist darf sich bei Tor­hü­ter Micha­el Ren­sing für den Punkt­ge­winn be­dan­ken.

Rheinische Post Moenchengladbach - - SPORT - VON BERND JOLITZ

WÜRZ­BURG Mar­cel So­bott­ka nahm kein Blatt vor den Mund. „Die­ser Punkt ist für uns Gold wert, ver­dient ha­ben wir ihn je­den­falls nicht“, sag­te Fortu­na Düs­sel­dorfs Mit­tel­feld­spie­ler nach dem 0:0 bei den Würz­bur­ger Ki­ckers. Und in der Tat: So viel Glück wie an die­sem zwei­ten Ad­vent ha­ben die Schütz­lin­ge von Trai­ner Fried­helm Fun­kel schon lan­ge nicht mehr ver­braucht.

„Wir hat­ten hier mehr­fach rich­tig Du­sel“, sag­te auch Rou­ti­nier Axel Bel­ling­hau­sen. „Aber ganz ehr­lich: Das in­ter­es­siert mich ei­gent­lich nicht so sehr. Für die 24 Punk­te, die wir jetzt ha­ben, ha­ben wir in der ver­gan­ge­nen Sai­son 26 Spie­le ge­braucht, dies­mal 15. Uns ist das Glück nicht in den Schoß ge­fal­len, das ha­ben wir uns in die­ser Sai­son er­ar­bei­tet. Da kann man im Ad­vent auch ein­fach mal dan­ke sa­gen – und gut ist’s.“

Es ehr­te die For­tu­nen, dass sie so ehr­lich mit ih­rer Dar­bie­tung um­gin­gen, denn es war zu­min­dest in ei- nem Punkt­spiel die wahr­schein­lich schwächs­te Sai­son­leis­tung. Das Feh­len so er­fah­re­ner Spie­ler wie Ka­pi­tän Oli­ver Fink (Mus­kel­fa­ser­riss), Adam Bod­zek (Ma­gen-Darm-Vi­rus) und Lu­kas Schmitz (Grip­pe) wirk­te sich stär­ker als er­hofft auf die Sta­bi­li­tät der Mann­schaft aus. „Nur ei­ne Hand voll Teams in Deutsch­land kann so et­was kom­pen­sie­ren“, fass­te Fun­kel zu­sam­men. „Wir kön­nen es je­den­falls nicht.“

Und so ent­glitt den Gäs­ten ei­ne Par­tie, die sie in der ers­ten hal­ben St­un­de noch gut im Griff zu ha­ben schie­nen. Zwar war es bis zu die­sem Zeit­punkt von bei­den Sei­ten ei­ne Be­geg­nung auf höchst über­schau­ba­rem Ni­veau ge­we­sen – plötz­lich aber nahm der Auf­stei­ger sein Herz in bei­de Hän­de, und Fortu­na konn­te nicht mehr Schritt hal­ten. Aus­lö­ser war ein Pfos­ten­schuss des Würz­bur­gers Pe­ter Kurz­weg, zu­stan­de­ge- kom­men nach ei­nem ku­rio­sen Miss­ver­ständ­nis zwi­schen So­bott­ka und Ju­li­an Koch. „Da­nach ha­ben wir das Spiel aus der Hand ge­ge­ben, uns ir­gend­wie ein­schüch­tern las­sen“, er­klär­te Ke­vin Ak­po­gu­ma, und Fun­kel er­gänz­te: „Da fehl­te uns dann der ei­ne oder an­de­re er­fah­re­ne Spie­ler, der das Kom­man­do hät­te über­neh­men kön­nen.“

Rich­tig bri­sant wur­de es drei Mi­nu­ten vor der Pau­se, als der Würz­bur­ger To­bi­as Schröck den Ball per Ha­cke Rich­tung Fortu­na-Tor schick­te und Tor­hü­ter Micha­el Ren­sing ihn wohl erst hin­ter der Tor­li­nie stop­pen konn­te. Nach Rück­spra­che mit sei­nem As­sis­ten­ten Tim Sk­orc­zyk gab Schieds­rich­ter Flo­ri­an Heft den Tref­fer nicht – al­ler­dings we­gen Ab­seits. In der Fol­ge wur­de Ren­sing bei wei­te­ren Groß­chan­cen zum über­ra­gen­den Ak­teur. Kurz vor Schluss hät­te Fortu­na durch Bel­ling­hau­sen fast noch den Sieg­tref­fer er­zielt – „aber das hät­te den Spiel­ver­lauf auf den Kopf ge­stellt“, gab der 33-Jäh­ri­ge zu. So viel Glück hat­te dann nicht ein­mal Fortu­na.

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