Ris­ses Kreuz­band­riss ver­grö­ßert Köl­ner Sor­gen

Das 0:4 in Hof­fen­heim ist die ers­te her­be Plei­te für den FC. Mehr schmerzt aber die Ver­let­zung ei­nes Leis­tungs­trä­gers.

Rheinische Post Moenchengladbach - - SPORT -

SINS­HEIM (sid) Als sich Mar­cel Ris­se mit Hil­fe von zwei Be­treu­ern in die Ka­bi­ne schlepp­te, hat­te die Ver­letz­ten­mi­se­re beim 1. FC Köln ei­nen neu­en Hö­he­punkt er­reicht. Der 26-Jäh­ri­ge er­litt im Punkt­spiel des Fuß­ball-Bun­des­li­gis­ten bei 1899 Hof­fen­heim (0:4) ei­nen Riss des vor­de­ren Kreuz­ban­des im rech­ten Knie. Dem Of­fen­siv­spie­ler droht ei­ne halb­jäh­ri­ge Pau­se, die Sai­son ist qua­si ge­lau­fen für den ge­bür­ti­gen Köl­ner.

Nach Ver­eins­an­ga­ben soll Ris­se, der in die­ser Sai­son bis­lang zwei Tref­fer er­zielt hat, be­reits heu­te ope­riert wer­den. Der frü­he­re Main­zer wur­de in Sins­heim schon nach 24 Mi­nu­ten aus­ge­wech­selt.

Trai­ner Pe­ter Stö­ger mach­te des­halb we­ni­ger die her­be Plei­te zu schaf­fen. San­dro Wa­gner (8./67.), Jeremy Toljan (39.) und Mark Uth (89.) sorg­ten mit ih­ren To­ren da­für, dass die zu­vor punkt­glei­chen Köl­ner mit ei­ner def­ti­gen Pa­ckung nach Hau­se ge­schickt wur­den. Den Ös­ter­rei­cher quäl­ten viel­mehr die im­mer grö­ßer wer­den­den Ver­let­zungs­sor­gen. Für die Köl­ner geht es wohl nur noch dar­um, sich ir­gend­wie in die Win­ter­pau­se zu ret­ten.

Schließ­lich wird der FC der­zeit eher von den Per­so­nal­pro­ble­men als von den Geg­nern in die Knie ge­zwun­gen. Die Stamm­kräf­te Ti­mo Horn, Mat­thi­as Leh­mann, Mar­co Hö­ger, Do­mi­nic Ma­roh und Leo­nar­do Bit­ten­court fehl­ten in Sins­heim. Jetzt hat es auch noch Ris­se ge­trof­fen.

„Das tut uns na­tür­lich weh, wenn wie­der ein Spie­ler aus­fällt, der ein wich­ti­ger Be­stand­teil un­se­res Ka­ders ist“, sag­te Stö­ger, und leg­te die Stirn in Fal­ten: „Wir wer­den ver­su­chen, das in den nächs­ten drei Spie­len bis zur Pau­se auf­zu­fan­gen.“

Bei der Plei­te in Sins­heim sah es al­ler­dings nicht da­nach aus, dass die­ser Plan auf­ge­hen kann. „Kei­ner wird es wa­gen, un­se­re TSG zu schla­gen“, hall­te es im An­schluss an das Spiel von den Tri­bü­nen. Tat­säch­lich sind die Kraich­gau­er nach 13 Spiel­ta­gen im­mer noch un­ge­schla­gen – mit die­ser Zwi­schen­bi­lanz reich­te es in der His­to­rie der Bun­des­li­ga am En­de im­mer für ei­ne Eu­ro­pa­cup­Teil­nah­me.

Grund ge­nug für Diet­mar Hopp, den Pro­fis per­sön­lich in der Ka­bi­ne zu gra­tu­lie­ren. Mit dem Klub­re­kord im Rü­cken dürf­te die Jah­res­haupt­ver­samm­lung heu­te zum Tri­umph­zug für den Mehr­heits­eig­ner wer­den. Dass sich die Hof­fen­hei­mer ne­ben­bei noch für das 1:2 nach Ver­län­ge­rung beim FC in der zwei­ten Run­de des DFB-Po­kals re­van­chier­ten und erst­mals seit neun Par­ti­en ge­gen Köln ge­win­nen konn­ten, mach- te den Drei­er für die TSG noch wert­vol­ler.

So konn­te sich Ma­na­ger Alex­an­der Ro­sen er­lau­ben, Sti­che­lei­en in Rich­tung ei­ner ers­ten Eu­ro­pa­po­kalTeil­nah­me der Hof­fen­hei­mer mit ei­nem Au­gen­zwin­kern zu kom­men­tie­ren. „Bei­des. Gleich­zei­tig“, ant­wor­te­te der Sport­chef auf die Fra­ge, ob sein Ver­ein in der kom­men­den Sai­son denn in der Cham­pi­ons Le­ague oder der Eu­ro­pa Le­ague spie­len wird. „Die Fans dür­fen sin­gen und träu­men. Und es ist ja auch kein Zu­fall mehr, dass wir da oben ste­hen. Es ist der Wahn­sinn, dass wir wei­ter un­ge­schla­gen sind“, äu­ßer­te Ro­sen ein we­nig spä­ter et­was erns­ter: „Wahr­schein­lich wer­den wir das nicht 34 Spiel­ta­ge durch­hal­ten – aber wir wer­den es ver­su­chen.“

Er­folgs­trai­ner Ju­li­an Na­gels­mann sag­te: „Es ist nie Zu­fall, wie man in der Ta­bel­le steht.“

FO­TO: IMAGO

Kreuz­band­riss: Mar­cel Ris­se muss ge­stützt wer­den

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