Glad­bach – Haupt­stadt der jun­gen Wil­den

120 Sport­ler ha­ben im Ski-Free­style oder auf Snow­boards wag­hal­si­ge Sprün­ge und Tricks ge­zeigt. Am Frei­tag und Sams­tag ka­men rund 20.000 Zu­schau­er in den Spar­kas­sen­park. Nächs­tes Jahr soll es ei­ne Neu-Auf­la­ge ge­ben.

Rheinische Post Moenchengladbach - - SPORT - VON SA­BI­NE KRICKE

MÖN­CHEN­GLAD­BACH Die lan­gen blon­den Haa­re las­sen sich selbst von der di­cken Strick­müt­ze nicht bän­di­gen. Das Fi­na­le läuft be­reits, trotz­dem reicht die Zeit noch für Small­talk mit den Kum­pels an der Ban­de. Der läs­si­ge Gang ist so breit als stün­den die Bei­ne noch auf dem Brett. Die Eli­te des Win­ter­sports mit dem ver­mut­lich höchs­ten Cool­ness-Fak­tor war zu Gast in Mön­chen­glad­bach.

Der 24-jäh­ri­ge Fin­ne Ro­o­pe Ton­te­ri reis­te zu­sam­men mit 120 Sport­lern aus über 20 Na­tio­nen nach Mön­chen­glad­bach zum Arag Big Air Free­style-Fes­ti­val in den Spar­kas­sen­park. Von Frei­tag bis Sams­tag wir­bel­ten die Frau­en und Män­ner aus al­ler Welt im Ski-Free­style oder auf Snow­boards durch die Luft. Die 49 Me­ter ho­he und 120 Me­ter lan­ge Ram­pe auf ei­nem Ge­rüst aus Stahl war schon von wei­tem zu se­hen.

Frei­tag­abend mach­ten die SkiFah­rer den An­fang, ein Kon­zert der Hip Hop Band „Be­gin­ner“folg­te auf den sport­li­chen Teil. Am Sams­tag ging es mit den Snow­boar­dern wei­ter und en­de­te mit ei­nem Kon­zert der „Sport­freun­de Stil­ler“. Das Fes­ti­val prä­sen­tier­te sich als ein Zu­sam­men­spiel aus coo­lem Trend­sport und sehr an­ge­sag­ten Mu­sik­bands. Das hat es in die­ser Art bis­lang noch nicht oft ge­ge­ben – vor al­lem nicht im rhein­län­di­schen Mön­chen­glad­bach.

Der Schnee, von rie­si­gen Schein­wer­fern in sein hells­tes Licht ge­rückt, blen­det beim Blick auf die im­po­san­te Ram­pe. Von un­ten sieht sie aus wie ei­ne Wand aus Eis. Die schwar­ze Nacht um­ran­det das Spek­ta­kel. Der Kom­men­ta­tor kün­digt mit sei­nem bes­ten Deng­lisch den ers­ten Sprin­ger im Fi­na­le an: „Ei­nen big Ap­plaus for Sep­pe Smits from Bel­gi­en“, tönt es aus der 275.000 Watt An­la­ge. Und auf ein­mal wir­belt der Bel­gi­er durch die eis­kal­te Luft. Er lan­det si­cher. To­sen­der Ap­plaus der Zu­schau­er emp­fängt ihn am Bo­den, der Kom­men­ta­tor fei­ert ihn.

Doch auch die an­de­ren Sport­ler be­ju­beln die wag­hal­si­gen Sprün­ge der Kon­kur­renz. Und genau des­halb wirkt der Sport echt und un­ver­braucht. Die­se au­then­ti­sche Leich­tig­keit zei­gen vor al­lem die jün­ge­ren Teil­neh­mer, von de­nen man­che gera­de ein­mal 16 Jah­re alt sind. Die jun­gen Wil­den pfei­fen auf Kon­ven­tio­nen, zie­hen ihr Ding durch und rei­ßen da­mit die Mas­sen mit. Das Pu­bli­kum fei­ert die Sprün­ge der Ath­le­ten min­des­tens ge­nau­so wie die al­ten und neu­en Hits der „Be­gin­ner“und „Sport­freun­de Stil­ler“. Die Bands wur­den aus­ge­wählt, weil sie zur Ziel­grup­pe des Fes­ti­vals und zu den Sport­lern pas­sen: Un­kon­ven­tio­nell, lo­cker und ver­dammt cool.

Die­se Mi­schung aus Mu­sik und sport­li­chem Event hat da­für ge­sorgt, dass der Spar­kas­sen­park Frei­tag und Sams­tag mit ins­ge­samt rund 20.000 Be­su­chern fast aus­ver­kauft war. Ein Mo­dell, das in Glad­bach wei­ter­ge­führt und aus­ge­baut wer­den soll. Die Ver­an­stal­ter in Mön­chen­glad­bach ha­ben be­reits un­mit­tel­bar nach dem Fes­ti­val an­ge­kün­digt, mit den Pla­nun­gen für ei­ne Neu-Auf­la­ge in 2017 be­gin­nen zu wol­len.

FO­TOS: DPA, HANS-PE­TER REICHARTZ

Snow­boar­de­rin Ele­na Ko­enz aus der Schweiz wäh­rend des Trai­nings am Nach­mit­tag in der Luft über Mön­chen­glad­bach. Un­ten: Die Fans im Spar­kas­sen­park fei­ern mit der Band „Be­gin­ner“.

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