Auf das Ram­pen­fie­ber folgt das Tour­fie­ber

Jetzt kann die Rad­sport-Eli­te kom­men: Mit dem ers­ten Arag Big Air Free­style Fes­ti­val hat Mön­chen­glad­bach ge­zeigt, dass es Sport­ver­an­stal­tun­gen ers­ter Gü­te aus­zu­rich­ten ver­mag. Die Win­ter­sport­ler freu­en sich be­reits auf die Neu­auf­la­ge 2017.

Rheinische Post Moenchengladbach - - KULTUR - VON JAN SCHNETTLER UND JU­LIA ZUEW

Der Win­ter­sport-Zir­kus zieht seit ges­tern wei­ter – der Ab­bau der 49 Me­ter ho­hen und 120 Me­ter lan­gen Ram­pe im Spar­kas­sen­park hat be­reits be­gon­nen. Aber die Snow­boar­der und Free­style-Skifah­rer dür­fen En­de 2017 ger­ne wie­der­kom­men – und wer­den das auch. Min­des­tens vier wei­te­re Ma­le, denn so lan­ge lau­fen die Ver­trä­ge über das Arag Big Air Free­style Fes­ti­val zu­nächst. „Ich freue mich ehr­lich ge­sagt schon sehr auf nächs­tes Jahr hier“, sag­te Li­sa Zim­mer­mann, das deut­sche Free­s­ki-Ass, die beim Welt­cup am Frei­tag „nur“Drit­te wur­de – im Rah­men der Win­ter­sport-Be­richt­er­stat­tung der ARD-Sport­schau. An­ge­sichts der gro­ßen, hei­mi­schen Ku­lis­se – und der Er­war­tungs­hal­tung – sei sie erst­mals über­haupt un­ter Druck ge­stan­den und ner­vös ge­we­sen. Nächs­tes Jahr be­kommt sie al­so ei­ne neue Chan­ce in Glad­bach.

Für die Ver­an­stal­ter hat al­ler­dings Au­gust Pol­len Chef des Or­ga­ni­sa­ti­ons­ko­mi­tees zu­min­dest bei den Da­men ging der ers­te Platz an die Nach­barn: Die Ös­ter­rei­che­rin An­na Gas­ser hol­te den Sieg. Che­ryl Maas aus den Nie­der­lan­den hin­ge­gen ließ für ei­nen Mo­ment den Atem bei Pu­bli­kum und Mo­de­ra­to­ren sto­cken: Beim letz­ten Durch­lauf stürz­te sie, stand erst­mal nicht auf. Sa­ni­tä­ter eil­ten zur Sport­le­rin, ernst­haft ver­letzt hat­te sie sich dem ers­ten An­schein nach je­doch nicht, ein blau­es Au­ge und klei­ne Ver­let­zun­gen im Ge­sicht wa­ren aber zu er­ken­nen.

Ins­ge­samt muss­ten im Lau­fe des Wo­che­n­en­des zwei Sprin­ger vom Ro­ten Kreuz, das mit dem Sa­ni­täts­und Ret­tungs­dienst be­traut wor­den war, zur wei­te­ren Ver­sor­gung in Mön­chen­glad­ba­cher Akut­kran­ken­häu­ser trans­por­tiert wer­den. Auch die rund zehn durch das Event an­ge­fal­le­nen Trans­por­te mit Kran­ken­wa­gen, Ret­tungs­wa­gen und dem Not­arz­t­ein­satz­fahr­zeug in um­lie­gen­de Kli­ni­ken führ­te das Ro­te Kreuz durch. Knapp 40 Be­hand­lun­gen gab es an den drei Ver­an­stal­tungs­ta­gen. „Mit bis zu 65 Ein­satz­kräf­ten gleich­zei­tig war Big Air für uns ei­ne der größ­ten Ver­an­stal­tun­gen in die­sem Jahr“, re­sü­mier­te Vol­ker Jahn, der sich als Ab­schnitts­lei­ter um die me­di­zi­ni­sche Ver­sor­gung der Zu­schau­er küm­mer­te.

Die 130 Ton­nen Stahl, die das Ge­rüst der Ram­pe bil­de­ten, wer­den nun zeit­nah vom Schwei­zer Ge­rüst­bau­er Nüss­li wie­der ab­ge­baut, das Ma­te­ri­al kann da­nach für an­de­re Pro­jek­te wie­der­ver­wer­tet wer­den. Und der Schnee? Der wur­de zum An­frie­ren auf Fo­li­en und im obe­ren Be­reich der Ram­pe auf Tau­en auf­ge­bracht. Zieht man die­se her­aus, soll er wie ei­ne kal­ku­lier­te La­wi­ne ins „Tal“rut­schen und dann ne­ben dem Sta­di­on tau­en. „Je nach Tem­pe­ra­tu­ren wer­den wir al­so noch ei­ni­ge Zeit ziem­lich viel Schnee im Nord­park ha­ben“, sag­te Hil­gers. Die Sport­stadt Glad­bach muss aber nicht bis De­zem­ber 2017 auf das nächs­te High­light war­ten – nach dem „Ram­pen­fie­ber“ist bald „Tour­fie­ber“an­ge­sagt. Sport & Sei­te C 6

„Wir sind wirk­lich über­wäl­tigt von die­sen bei­den Ta­gen“

FO­TOS: ISABELLA RAUPOLD, DETLEF IL­G­NER (2)

Be­reits ges­tern hat der Ab­bau der Ram­pe im Spar­kas­sen­park be­gon­nen. Der Schnee soll wie ei­ne La­wi­ne zu Tal rut­schen, das Ge­rüst­ma­te­ri­al kann wie­der­ver­wen­det wer­den.

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