Ei­ne Fra­ge der Ge­rech­tig­keit

Rheinische Post Moenchengladbach - - FERNSEHEN -

In ih­rem letz­ten Fall sieht sich Haupt­kom­mis­sa­rin Kla­ra Blum (Eva Mat­tes) mit exis­ten­zi­el­len Fra­gen kon­fron­tiert: Was ist ge­recht, und wie viel darf sich ein Mensch un­ge­straft her­aus­neh­men?

Im „Tat­ort – Wo­für es sich zu le­ben lohnt“vom Bo­den­see geht es um ei­nen er­mor­de­ten rechts­ex­tre­men Hass-Pre­di­ger, um ei­nen ver­gif­te­ten An­la­ge­be­trü­ger und ei­nen Tex­til­fa­bri­kan­ten, der kei­ne Ver­ant­wor­tung da­für über­neh­men will, dass in sei­ner Fa­b­rik Ar­bei­ter ver­bren­nen. Ei­nes ha­ben die Ge­schich­ten ge­mein­sam: Sie sind nah an der Rea­li­tät.

In re­gel­mä­ßi­gen Ab­stän­den kann man von ver­hee­ren­den Brän­den in Tex­til­fa­bri­ken in Ban­gla­desch le­sen und hö­ren. Dort, wo vie­le deut­sche Fir­men bil­lig pro­du­zie­ren las­sen, herr­schen oft schreck­li­che Zu­stän­de. Brand­schutz gibt es oft nicht, für we­nig Geld schuf­ten Nä­her dort vie­le St­un­den am Tag, manch­mal sie­ben Ta­ge die Wo­che. Und das nur, da­mit deut­sche Ver­brau­cher ein TShirt für nur fünf Eu­ro kau­fen kön­nen. Ist es ge­recht, wenn die Rei­chen die Ar­men aus­beu­ten? Die­se Fra­ge schwingt auch im Fall des ver­gif­te­ten An­la­ge­be­trü­gers mit.

Die Da­men-WG im Tat­ort, ge­spielt von Han­na Schy­gal­la, Mar­git Cars­ten­sen und Irm Her­mann, hat die Fra­ge, ob man sich den Mäch­ti­gen beu­gen muss, für sich be­ant­wor­tet und ist los­ge­zo­gen, um für Ge­rech­tig­keit zu sor­gen. Ob das wie­der­um ge­recht ist, ist die gro­ße Fra­ge, die den Zu­schau­er zum Nach­den­ken an­re­gen kann. K. Meh­les

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