An­ste­ckung

Rheinische Post Moenchengladbach - - STIMME DES WESTENS -

Man­che Stil­mit­tel mei­det man in der Po­li­tik bes­ser. Den NS-Ver­gleich et­wa – weil er das Leid der Op­fer ba­na­li­siert. Auch Me­di­zinM­e­ta­phern sind hei­kel, wenn es nicht um Harm­lo­ses wie die „Ge­sun­dung der Staats­fi­nan­zen“geht. Nor­bert Rött­gen (CDU), Chef des Aus­wär­ti­gen Aus­schus­ses im Bun­des­tag, hat jetzt wie­der tief in die Bil­der­kis­te ge­grif­fen und nach dem ita­lie­ni­schen Nein ge­mahnt: „Ei­ne eu­ro­päi­sche An­ste­ckung kann und muss ver­mie­den wer­den.“Ita­li­en ist al­so krank, die Krank­heit heißt Po­pu­lis­mus, und die Krank­heits­er­re­ger sind dann wohl die Nein­sa­ger. Kei­ne glück­li­che Wort­wahl, vor­sich­tig ge­sagt, und kon­tra­pro­duk­tiv da­zu – in­dem man sie so mas­siv und zugleich sprach­lich so zwei­fel­haft an­geht, macht man die zor­ni­gen Leu­te mit den ein­fa­chen Lö­sun­gen erst rich­tig stark. fvo

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