„Ich bin ei­ne rheinische Froh­na­tur“

Bei ei­ner Ga­la wur­den ges­tern Abend die „Düs­sel­dor­fer des Jah­res“ge­ehrt. Ein Son­der­preis des Lan­des NRW ging an Pa­nikro­cker Udo Lindenberg, für den die Stadt am Rhein einst „das Fens­ter zur Welt“war.

Rheinische Post Moenchengladbach - - PANORAMA -

DÜS­SEL­DORF (RP) Am En­de ist Udo Lindenberg nicht mehr zu stop­pen. Er hat schon ein Tänz­chen vor der Büh­ne ge­zeigt. Bei den Er­zäh­lun­gen aus der Düs­sel­dor­fer Zeit ha­ben sich al­le Zu­schau­er er­ho­ben. Doch als al­le Preis­trä­ger der Ga­la „Düs­sel­dor­fer des Jah­res“auf die Büh­ne kom­men, ge­sellt sich Udo wie­der zur Band und singt das Lied mit dem pas­sends­ten al­ler Ti­tel „Ich mach mein Ding“. Lindenberg er­hielt ges­tern Abend in der Lan­des­haupt­stadt den Son­der­preis „70 Jah­re NRW“.

Düs­sel­dorf hat im Le­ben des ge­bür­ti­gen Gro­nau­ers ei­ne be­son­de­re Rol­le ge­spielt. „Die klei­ne Zau­ber­stadt“nennt der 70-Jäh­ri­ge sie, den Ort, an dem „das gan­ze Aben­teu­er“be­gann, die Stadt, die „für im­mer tief in mei­nem Her­zen sein wird“. Als Zwölf­jäh­ri­ger tramp­te er von Gro­nau nach Düs­sel­dorf und über­nach­te­te in der Ju­gend­her­ber­ge im Stadt­teil Ober­kas­sel. Mit 15 be­gann er ei­ne Aus­bil­dung zum Kell­ner im „Brei­den­ba­cher Hof“, in der Alt­stadt be­kam der jun­ge Mu­si­ker sei­ne ers­ten Jobs als Tromm­ler. „Das war das Fens­ter zur Welt für mich.“

Ei­ne Rei­he von Per­sön­lich­kei­ten, die sich be­son­ders für an­de­re en­ga­gie­ren, wur­den bei der Preis­ver­lei­hung „Düs­sel­dor­fer des Jah­res“von Cen­ter.tv und der Rhei­ni­schen Post ge­ehrt. Ver­ge­ben wur­den sechs Prei­se und – in die­sem Jahr an­läss­lich des 70. Ge­burts­tags von Nord­rhein-West­fa­len – der NRW-Son­der­preis für Lindenberg. „Der Preis ist ei­ne gro­ße Eh­re für mich“, sag­te er. „Ich bin ei­ne rheinische Froh­na­tur.“

„Sei­ne tie­fe Ver­bun­den­heit und Lie­be zu sei­nem Düs­sel­dorf hat nie nach­ge­las­sen und ist heu­te stär­ker denn je“, sag­te Cy­rus Hey­da­ri­an, Di­rek­tor des „Brei­den­ba­cher Hofs“und Freund des Mu­si­kers, im Ge­spräch mit RP-Chef­re­dak­teur Micha­el Bröcker. Lin­den­bergs „ge­nia­le Mu­sik“sei ein „See­len­tref­fer“.

Auf sei­nem Zug durch die Alt­stadt hat­te der Mu­si­ker den Weg ei­nes an­de­ren Preis­trä­gers ge­kreuzt, spiel­te in des­sen Band „Passport“: Jazz­mu­si­ker Klaus Dol­din­ger (80). Die­ser wur­de für sein Le­bens­werk aus­ge­zeich­net. Er schrieb un­ter an­de­rem die Ti­tel­mu­sik zum Film „Das Boot“und zur „Tat­ort“-Rei­he. Auch für Dol­din­ger ist Düs­sel­dorf et­was Be­son­de­res: „Hier lern­te ich 1955 mei­ne Ehe­frau ken­nen, auf der Kö.“

Andre­as Gurs­ky, Fo­to-Künst­ler und Pro­fes­sor an der Kunst­aka­de­mie, wur­de in der Ka­te­go­rie Kul­tur ge­ehrt. „Düs­sel­dorf liegt ihm am Her­zen, und als Re­prä­sen­tant die­ser Stadt strahlt er für sie in die Welt hin­aus“, wür­dig­te ihn sein en­ger Freund Gün­ter Net­zer.

FO­TOS: BRETZ/ORTHEN

Rock­le­gen­de Udo Lindenberg stieg von der Büh­ne und ver­leg­te sei­nen Auf­tritt mit­ten ins Pu­bli­kum. Mit sei­nem gu­ten Freund Klaus Dol­din­ger am Sa­xo­fon spiel­te er ei­ne ganz be­son­de­re Ver­si­on sei­nes Hits „Hin­term Ho­ri­zont“.

(v.l.): Die Ho­ckey-Da­men An­ni­ka Ma­rie Sprink und Li­sa Ma­rie Schüt­ze wur­den in der Ka­te­go­rie Sport ge­ehrt. Udo Lindenberg po­sier­te mit Dr. Karl Hans Ar­nold, Vor­sit­zen­der der Ge­schäfts­füh­rung der Rheinische Post Me­di­en­grup­pe. Fo­to-Künst­ler Andre­as Gurs­ky zeig­te sich mit Ex-Fuß­bal­ler Gün­ter Net­zer. Klaus Dol­din­ger er­hielt den Preis für sein Le­bens­werk.

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