CDU schließt Steu­er­er­hö­hun­gen nach 2017 aus

Der Vor­stand legt sich fest: Es soll kei­ne Ver­mö­gen­steu­er und kei­ne Er­hö­hung des Spit­zen­steu­er­sat­zes ge­ben.

Rheinische Post Moenchengladbach - - WIRTSCHAFT - VON GRE­GOR MAYNTZ

ES­SEN Auf In­ter­ven­ti­on des CDUWirt­schafts­flü­gels hat die Par­tei­spit­ze am Vor­abend des Bun­des­par­tei­ta­ges in Es­sen jeg­li­chen steu­er­li­chen Lo­cke­rungs­übun­gen ei­ne kla­re Ab­sa­ge er­teilt. Das zu­vor im Leit­an­trag ent­hal­te­ne und In­ter­pre­ta­ti­ons­spiel­räu­me er­öff­nen­de Wort „Steu­er­quo­te“(Steu­er­ein­nah­men im Ver­hält­nis zum Brut­to­in­lands­pro­dukt) er­setz­te der Vor­stand ges- tern durch die For­mu­lie­rung: „Wir schlie­ßen Steu­er­er­hö­hun­gen grund­sätz­lich aus, ins­be­son­de­re auch ei­ne Ver­schär­fung der Erb­schaft­steu­er und ei­ne Ein­füh­rung der Ver­mö­gen­steu­er.“

Zu­vor war in CDU-Krei­sen nicht aus­ge­schlos­sen wor­den, dass es als Er­geb­nis von Ko­ali­ti­ons­ver­hand­lun­gen nach den nächs­ten Bun­des­tags­wah­len durch­aus auch zu Ve­rän­de­run­gen beim Spit­zen­steu­er­satz kom­men kön­ne, wenn es Er- leich­te­run­gen an an­de­rer Stel­le ge­be. Dem stell­te CDU-Ge­ne­ral­se­kre­tär Pe­ter Tau­ber am Abend die Fest­stel­lung ent­ge­gen, dass die „hart ar­bei­ten­den Men­schen“im Fo­kus stün­den, zu­mal sie Steu­er­ein­nah­men des Staa­tes erst mög­lich mach­ten. „Mit der Uni­on wird es kei­ne Steu­er­er­hö­hung ge­ben“, stell­te Tau­ber klar.

Der Vor­stand ver­stän­dig­te sich dar­auf, fi­nan­zi­el­le Spiel­räu­me auf Steu­er­mehr­ein­nah­men künf­tig zu drit­teln. Ein Drit­tel will die CDU in In­fra­struk­tur und „För­de­rung von Zu­kunfts­fä­hig­keit“in­ves­tie­ren, ein wei­te­res Drit­tel „zur Steu­er­sen­kung vor al­lem von Fa­mi­li­en und Men­schen mit klei­nen und mitt­le­ren Ein­kom­men“ein­set­zen und ein wei­te­res Drit­tel so­wohl „not­wen­di­gen Aus­ga­ben­stei­ge­run­gen“, et­wa für die Bun­des­wehr, als auch der Schul­den­til­gung vor­be­hal­ten.

Fi­nanz­staats­se­kre­tär Jens Spahn sprach von ei­nem „gu­ten Zei­chen“. CDU und CSU sei­en bei den Steu­ern nun im Gleich­klang.

Zu­vor hat­te die bayerische Wirt­schafts­mi­nis­te­rin Il­se Ai­g­ner eben­falls Steu­er­sen­kun­gen ge­for­dert. „An­ge­sichts spru­deln­der Steu­er­ein­nah­men und nied­ri­ger Zin­sen kön­nen wir uns ei­ne Ent­las­tung des Steu­er­zah­lers leis­ten“, er­klär­te sie in Mün­chen. Es sei des­halb nie­man­dem zu er­klä­ren, jetzt über Steu­er­er­hö­hun­gen zu spre­chen. An­de­re Par­tei­en dis­ku­tie­ren dies.

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