Air­port Wee­ze will EU mo­bi­li­sie­ren

Brüs­sel soll dem Flug­ha­fen ge­gen Be­nach­tei­li­gung durch das Land NRW hel­fen.

Rheinische Post Moenchengladbach - - WIRTSCHAFT - VON REIN­HARD KO­WA­LEW­SKY

WEE­ZE Der Flug­ha­fen Wee­ze will mit Hil­fe der EU ge­gen ei­ne dro­hen­de Dis­kri­mi­nie­rung durch die Lan­des­re­gie­rung vor­ge­hen. Dies er­klär­te Ge­schäfts­füh­rer Lud­ger van Beb­ber im Land­tag. Er will ver­hin­dern, dass der Air­port im künf­ti­gen Lan­des­ent­wick­lungs­plan (LEP) eben­so wie Dort­mund und Pa­der­born nur als „re­gio­nalb­e­deut­sa­mer“Flug­ha­fen ein­ge­stuft wird, wo­ge­gen Düs­sel­dorf, Köln-Bonn so­wie Müns­ter-Os­na­brück als „lan­des­be­deut­sa­me Flug­hä­fen“be­wer­tet wer­den.

Är­ger­lich für Wee­ze ist da­bei vor­ran­gig, dass die künf­ti­ge Ent­wick­lung der nur re­gio­nal wich­ti­gen Flug­hä­fen nur noch „im Ein­klang“mit der­je­ni­gen der „lan­des­be­deut­sa­men“Air­ports statt­fin­den soll, al­so im Fall Wee­ze mit der von Düs­sel­dorf. „Das ist so, als ob sie ih­ren zehn­mal grö­ße­ren Wett­be­wer­ber ne­ben­an fra­gen müs­sen, ob sie als Schrei­ner ei­ne neue Hal­le bau­en dür­fen“, sag­te Beb­ber. Hin­zu kom­me, dass die Ein­stu­fung durch das Land an den rea­len Grö­ßen­ver­hält­nis­sen vor­bei­ge­he: In Wee­ze wur­den 2015 dank vie­ler Starts- und Lan­dun­gen von Rya­nair 1,9 Mil­lio­nen Pas­sa­gie­re ge­zählt, in Dort­mund mi­ni­mal mehr, aber im an­geb­lich wich­ti­ge­ren Müns­ter-Os­na­brück nur halb so vie­le.

Der Flug­ha­fen hat von Ju­ris­ten Ar­gu­men­te for­mu­lie­ren las­sen, war­um die EU sich ge­gen den LEP ein­schal­ten sol­le. So wür­de es dem frei­en Ka­pi­tal­ver­kehr in Eu­ro­pa wi­der­spre­chen, wenn zu­erst pri­va­tes Ka­pi­tal nach Wee­ze ge­lockt wor­den sei, aber nun viel­leicht im Wett­be­werb ge­gen an­de­re Un­ter­neh­men dis­kri­mi­niert wer­de. Au­ßer­dem wür­de es dem Kar­tell­recht wi­der­spre­chen, wenn der Flug­ha­fen Düs­sel­dorf als Markt­füh­rer in NRW wei­ter ex­pan­die­ren dür­fe, wo­ge­gen klei­ne­re Wett­be­wer­ber mög­li­cher­wei­se ge­bremst wür­den.

Über­dies wür­den die An­nah­men des Lan­des­ent­wick­lungs­plans auf ver­al­te­ten Da­ten ba­sie­ren – ei­ne Aus­sa­ge, der die Lan­des­re­gie­rung er­staun­li­cher­wei­se nicht wi­der­spricht: Die Fest­le­gun­gen des Lan­des­ent­wick­lungs­plans wür­den auf dem Luft­ver­kehrs­kon­zept des Bun­des für das Jahr 2010 auf­bau­en, er­klärt ei­ne Spre­che­rin auf An­fra­ge. Und die­ses Kon­zept wur­de schon im Jahr 2000 for­mu­liert und wird so­eben neu ent­wor­fen.

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