Trans­fer­ge­sell­schaft in der Kri­tik

Opel-Be­triebs­rat be­zwei­felt die of­fi­zi­el­len Ver­mitt­lungs­er­geb­nis­se.

Rheinische Post Moenchengladbach - - WIRTSCHAFT - VON THO­MAS REISENER

DÜS­SEL­DORF We­gen der dürf­ti­gen Er­fol­ge bei der Ver­mitt­lung von ExO­pelanern in neue Jobs er­hebt der Bochu­mer Opel-Be­triebs­rats­chef Mu­rat Ya­man Vor­wür­fe ge­gen die Trans­fer­ge­sell­schaft TÜV Nord Trans­fer. „Tat­säch­lich kann nie­mand die Zahl der ver­mit­tel­ten 900 Mit­ar­bei­ter kon­trol­lie­ren, da die­se nicht de­tail­liert of­fen­ge­legt wer­den“, er­klärt Ya­man in ei­ner Re­ak­ti­on auf ei­nen Be­richt un­se­rer Re­dak­ti­on vom Wo­che­n­en­de.

Trans­fer-Chef Her­mann Oe­cking hat­te er­klärt, dass zwei Jah­re nach Schlie­ßung der Bochu­mer OpelWer­ke im­mer noch 1000 Ex-Opelaner oh­ne neu­en Job da­ste­hen. 900 ha­be die Trans­fer­ge­sell­schaft ver­mit­telt. Ur­sprüng­lich wa­ren gut 2600 Ex-Opelaner in die Trans­fer­ge­sell­schaft ge­wech­selt, 700 da­von sei­en in­zwi­schen im Ru­he­stand.

Ya­man wies die­se Zah­len als „plum­pen Ver­such“zu­rück, das „kastastro­pha­le Er­geb­nis“der Trans­fer­ge­sell­schaft zu ka­schie­ren. Er be­zwei­felt au­ßer­dem, dass 6,9 Mil­lio­nen Eu­ro EU-För­der­mit­tel, die der Trans­fer­ge­sell­schaft für Wei­ter­bil­dungs zur Ver­fü­gung ge­stellt wor­den sind, tat­säch­lich die­sem Zweck zu­gu­te ka­men. Er ver­langt ei­nen Nach­weis. „Die­ser Fra­ge wird sei­tens der Ge­schäfts­füh­rung von TÜV Nord im­mer wie­der ger­ne aus­ge­wi­chen“, so Ya­man.

Oe­cking woll­te sich zu den Vor­wür­fen ges­tern auf Nach­fra­ge nicht äu­ßern. Er ver­wies auf die mo­nat­li­chen Tref­fen zwei­er Steue­rungs­krei­se, an de­nen ne­ben dem Bun- des­ar­beits­mi­nis­te­ri­um auch die Bun­des­agen­tur für Ar­beit, die IG Me­tall und Ver­tre­ter von Opel be­tei­ligt sei­en. „Al­lein die­se Zu­sam­men­set­zung ge­währ­leis­tet schon to­ta­le Trans­pa­renz“, so Oe­cking.

Ges­tern ka­men Ver­tre­ter von Opel und der IG Me­tall zu­sam­men, um die Zu­kunft der Trans­fer­ge­sell­schaft zu be­ra­ten, die ur­sprüng­lich ih­re Ar­beit zum Jah­res­en­de weit­ge­hend ein­stel­len soll­te. Le­dig­lich für bis zu 100 schwer ver­mit­tel­ba­re Ex-Opelaner war bis­lang ei­ne Trans­fer-Ver­län­ge­rung ge­plant. In den noch an­dau­ern­den Ge­sprä­chen geht es jetzt dar­um, ob die Ar­beit der Trans­fer­ge­sell­schaft nun auch für ei­ne grö­ße­re Grup­pe von Ex-Opelanern ver­län­gert wer­den kann. Ges­tern vor zwei Jah­ren lief im Bochu­mer OpelWerk der letz­te Za­fi­ra vom Band.

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