SE­RIE MEI­NE AUS­BIL­DUNG (16) Oh­ne sie läuft in der Apo­the­ke nichts

Mo­na Hop­pen­kamps ab­sol­viert in der Bur­gapo­the­ke Pilz ei­ne Aus­bil­dung zur phar­ma­zeu­tisch kauf­män­ni­schen As­sis­ten­tin. Zu ih­ren Auf­ga­ben ge­hö­ren die Be­stel­lung von Me­di­ka­men­ten so­wie Mar­ke­ting. Azu­bis sind in die­sem Be­ruf Man­gel­wa­re.

Rheinische Post Moenchengladbach - - LOKALE WIRTSCHAFT - VON CHRIS­TI­AN LINGEN

Geht man in die Apo­the­ke, soll­te der Apo­the­ker ei­nem aus­hän­di­gen, was der Arzt ver­ord­net hat. Är­ger­lich ist es, wenn das Me­di­ka­ment ein­mal nicht da ist. Da­mit das so sel­ten wie mög­lich pas­siert, ar­bei­ten im Hin­ter­grund, für die Pa­ti­en­ten oft nicht zu se­hen, phar­ma­zeu­tisch kauf­män­ni­sche As­sis­ten­ten. Ei­ne von ih­nen ist Mo­na Hop­pen­kamps. Die 19-Jäh­ri­ge küm­mert sich in der Bur­gapo­the­ke Pilz mit ih­ren Kol­le­gen dar­um, dass im­mer al­les in aus­rei­chen­der Zahl vor­han­den ist. Auch für die Zeit­schrif­ten, Gra­tis­bei­ga­ben und sons­ti­gen Pro­duk­te ist sie zu­stän­dig. Zum Be­rufs­bild mit da­zu ge­hört auch das Mar­ke­ting der Apo­the­ke. DER BE­TRIEB Seit 1957 gibt es in Oden­kir­chen die Bur­gapo­the­ke Pilz. In ei­nem an­de­ren Ge­bäu­de ge­grün­det, zog das Un­ter­neh­men 1982 an den heu­ti­gen Stand­ort um. Apo­the­ker Gün­ther Pilz be­schäf­tigt 20 Mit­ar­bei­ter in drei Be­ru­fen. Ne­ben phar­ma­zeu­tisch kauf­män­ni­schen As­sis­ten­ten gibt es phar­ma­zeu­tisch tech­ni­sche As­sis­ten­ten und Apo­the­ker. Al­le drei Jah­re stellt er ei­nen Aus­zu­bil­den­den ein. DIE BE­WER­BUNG „Als ich in der neun­ten Klas­se war, ha­be ich ein Prak­ti­kum in ei­ner Apo­the­ke ge­macht“, er­zählt Mo­na Hop­pen­kamps. Da­mals durf­te sie sich um die or­ga­ni­sa­to­ri­schen Din­ge küm­mern. „Das ge­fiel mir so gut, dass dar­aus mein Be­rufs­wunsch wur­de“, sagt die 19-Jäh­ri­ge, die ei­nen Re­al­schul­ab­schluss hat. Für die Aus­bil­dung zur phar­ma­zeu­tisch kauf­män­ni­schen As­sis­ten­tin wür­de auch schon ein Haupt­schul­ab­schluss rei­chen. „Ich ach­te nicht so sehr auf den Schul­ab­schluss. Man soll­te je- dem ei­ne Chan­ce ge­ben. No­ten sa­gen manch­mal nicht so viel aus“, sagt Gün­ther Pilz. Kennt­nis­se in Na­tur­wis­sen­schaf­ten sind auch nicht so wich­tig, denn im Be­ruf geht es um Or­ga­ni­sa­ti­on, Qua­li­tät und Ein­kauf. Freund­lich­keit, Team­fä­hig­keit und ge­pfleg­tes Aus­se­hen soll­te der Azu­bi mit­brin­gen. DIE AUS­BIL­DUNG Drei Jah­re dau­ert die Aus­bil­dung zur phar­ma­zeu­tisch kauf­män­ni­schen As­sis­ten­tin. „Am ers­ten Tag mei­ner Aus­bil­dung ha­be ich Zeit­schrif­ten und Ta­schen­tü­cher auf­ge­füllt“, er­in­nert sich Mo­na Hop­pen­kamps. Das hat zwar nur in­di­rekt et­was mit ei­ner Apo­the­ke zu tun, doch die Kun­den er­war­ten auch dort, dass im­mer al­les vor­han­den ist. „Wir er­le­di­gen die or­ga­ni­sa- to­ri­schen Din­ge für die Apo­the­ke und ma­chen die gan­zen Vor­ar­bei­ten“, sagt Hop­pen­kamps. Da­zu ge­hört vor al­lem der Ein­kauf der Me­di­ka­men­te. Ein EDV-Sys­tem prüft stän­dig den Be­stand. Ist zu we­nig vor­han­den, be­stellt Mo­na Hop­pen­kamps das Prä­pa­rat beim Her­stel­ler. Per­ma­nen­te In­ven­tur ist für ei­ne Apo­the­ke un­ver­zicht­bar. Zwar gibt es im Kel­ler der Bur­gapo­the­ke ei­nen Ro­bo­ter, der au­to­ma­tisch Me­di­ka­men­te sor­tiert und nach oben in den Ver­kaufs­raum be­för­dert, doch er muss über­wacht wer­den. Ne­ben der Be­stel­lung von Ar­ti­keln ge­hört das Mar­ke­ting zu den Auf­ga­ben ei­nes phar­ma­zeu­tisch kauf­män­ni­schen As­sis­ten­ten. So hilft Mo­na Hop­pen­kamps zum Bei­spiel bei der Ent­wick­lung von Wer­be­an­zei­gen. DIE BE­RUFS­SCHU­LE Zwei­mal in der Wo­che be­sucht Mo­na Hop­pen­kamps das Be­rufs­kol­leg an der Volks­gar­ten­stra­ße. Dort kom­men auch ih­re Kol­le­gen aus dem Mön­chen­glad­ba­cher Um­land zu­sam­men. Im Un­ter­richt geht es un­ter an­de­rem um Be­täu­bungs­mit­tel, die La­ge­rung von Lö­sun­gen, tech­ni­sche Vor­aus­set­zun­gen und die Kühl­ket­te, die bei man­chen Prä­pa­ra­ten un­be­dingt ein­ge­hal­ten wer­den muss. DIE ZU­KUNFT „Frü­her gab es zwei Klas­sen pro Jahr­gang. Heu­te ist es nur noch ei­ne“, sagt Gün­ther Pilz. Das zeigt, wie gut die be­ruf­li­chen Per­spek­ti­ven sind. Selbst rei­ne In­ter­n­etapo­the­ken kön­nen auf phar­ma­zeu­tisch kauf­män­ni­sche As­sis­ten­ten nicht ver­zich­ten. In die­sem Be­rufs­bild gibt es ei­nen gro­ßen Man­gel an Azu­bis. Nach der Aus­bil­dung kön­nen die Azu­bis zu­dem in Dro­ge­ri­en und bei Kran­ken­kas­sen ar­bei­ten oder sich wei­ter­bil­den zur phar­ma­zeu­tisch tech­ni­schen As­sis­ten­tin.

RP-FO­TO: DETLEF IL­G­NER

Die stän­di­ge Kon­trol­le des Me­di­ka­men­ten­be­stands ge­hört zu den täg­li­chen Auf­ga­ben von Mo­na Hop­pen­kamps.

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