Spe­ku­la­ti­us

Rheinische Post Moenchengladbach - - KULTUR - Ge­mein­sam mit der Evan­ge­li­schen Kir­che im Rhein­land stel­len wir bis zum Hei­li­gen Abend je­den Tag ei­nen Be­griff aus der Ad­vents­zeit vor.

Wenn der Hei­li­ge Ni­ko­laus ge­wusst hät­te, dass sein Bild ein­mal in den Su­per­märk­ten un­ter ei­ner Über­fül­le von Scho­ko-Ni­ko­läu­sen und an­de­ren Süß­wa­ren zum Ver­kauf an­ge­bo­ten wird, dürf­te ihm manch deut­li­che Fas­ten­pre­digt an die Nach­ge­bo­re­nen in den Sinn ge­kom­men sein. Weil er vie­le gu­te Din­ge ge­tan hat – der Le­gen­de nach half er den Ar­men und küm­mer­te sich be­son­ders um die Kin­der –, ha­ben die Men­schen die Ge­schich­te des Bi­schofs auf Teig ge­prägt und als Spe­ku­la­ti­us zum Ni­ko­laus­tag ver­schenkt und ge­ges­sen. Tra­di­tio­nell ziert des­halb ein Bild des Ni­ko­laus das be­lieb­te Ge­bäck. Die Be­zeich­nung „Spe­ku­la­ti­us“stammt ver­mut­lich vom la­tei­ni­schen Wort für „Ab­bild“oder „Spie­gel“– „spe­cu­lum“– und wan­der­te als Be­zeich­nung für das Ge­bäck über das nie­der­län­di­sche „Sep­cu­laas“ins Deut­sche.

Längst schmü­cken heu­te auch an­de­re Mo­ti­ve die­ses Back­werk, mit de­nen die Su­per­markt­ket­ten Jahr für Jahr die Ad­vents­zeit ein­läu­ten, wenn Grill­ge­rä­te und Gar­ten­fes­te noch spät­som­mer­li­che Stim­mung ver­brei­ten.

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