Haus West­land: Vier Pla­ner sind raus

Die Re­ak­tio­nen der Ju­ry sind po­si­tiv. Ih­re Mit­glie­der sor­tier­ten zwar vier Ent­wür­fe für das neue „Haus West­land“aus, aber die vier ver­blie­be­nen be­ka­men gu­te No­ten. Im Fe­bru­ar fällt die Ent­schei­dung über den Sie­ger­ent­wurf.

Rheinische Post Moenchengladbach - - LOKALES - VON ANDRE­AS GRUHN UND DIE­TER WE­BER

Sie sind noch streng ge­heim, und nur ein klei­ner Kreis an Stadt­pla­nern und Po­li­ti­kern hat sie be­reits zu Ge­sicht be­kom­men. Aber die Mei­nun­gen über die vier Ent­wür­fe, die um die Zu­kunft von Haus West­land und den ge­sam­ten Bahn­hofs­vor­platz noch im Ren­nen sind, sind ähn­lich: „Die vier ver­blie­be­nen Ent­wür­fe sind sehr un­ter­schied­lich und sehr in­ter­es­sant“, sagt Ober­bür­ger­meis­ter Hans Wil­helm Rei­ners. An­de­re Teil­neh­mer an der Ju­ry­sit­zung am Mon­tag­nach­mit­tag äu­ßer­ten sich so: Von „durch­mischt“bis „durch­weg po­si­tiv“wa­ren die Re­ak­tio­nen be­tei­lig­ter städ­ti­schen Pla­nungs­po­li­ti­ker. Man ha­be auch gro­ßes Ein­ver­neh­men mit dem In­ves­tor er­zielt.

Sechs St­un­den sa­ßen die Ex­per­ten im Ho­tel Dorint zu­sam­men über den Ent­wür­fen der acht Pla­nungs­bü­ros aus Deutsch­land, Dä­ne­mark und den Nie­der­lan­den. Man ha­be viel dis­ku­tiert und sich am En­de sehr ei­nig auf vier Be­wer­ber fest­ge­legt, die ih­re Ent­wür­fe nun wei­ter aus­ar­bei­ten sol­len. Im Fe­bru­ar kommt die Ju­ry er­neut zu­sam­men und stimmt über den Sie­ger des städ­te­pla­ne­ri­schen Wett­be­werbs für den Neu­bau an der Stel­le von Haus West­land ab.

Klar ist bis­her: Der be­ste­hen­de Bau soll ab­ge­ris­sen wer­den und Platz ma­chen für ei­nen oder meh­re­re Ge­bäu­de­kom­ple­xe mit Woh­nun­gen, zwei Ho­tels, Di­enst­leis­tun­gen, Fit­ness­stu­dio und vie­lem mehr. Die vier Ent­wür­fe, die die Ju­ry in ers­ter Sit­zung am meis­ten über­zeug­ten, sol­len nun kon­kre­ter die Ar­chi­tek­tur aus­ar­bei­ten. „Es gibt Ent­wür­fe, die ei­ne ab­ge­stuf­te Be­bau­ung vor­se­hen. Und meh­re­re Pla­ner ha­ben sich auch gleich Ge­dan­ken über den Bus­bahn­hof ge­macht, ihn zen­tral be­las­sen oder an die Sei­te ge­scho­ben. Ei­nig war man sich wohl, dass der Bus­bahn­hof in die­ser Form nicht blei­ben kann. Aber kei­ner hat sich bis­her so rich­ti­ge Ge­dan­ken dar­über ge­macht, wie der Ver­kehr ge­lenkt wird. Das war auch nicht die Auf­ga­be, die wir den Bü­ros ge­stellt ha­ben“, sagt OB Rei­ners.

Die Par­tei Die Lin­ke hat sich dar­auf­hin be­reits ge­mel­det: Sie lehnt ei­ne Ver­klei­ne­rung des Plat­zes zu­guns­ten grö­ße­rer Ge­bäu­de be­reits ab. „Das ist nicht sinn­voll. Zwar ist der Platz durch den Li­ni­en­be­trieb nicht voll aus­ge­las­tet. Aber die Fern­bus­hal­te­stel­le ist doch ein Stück weg. Hier wä­re es für uns sinn­vol­ler, die Fern­bus­se mit auf dem Platz ab- zu­wi­ckeln, so wer­den We­ge ver­kürzt zwi­schen Bus, Bahn und Fern­bus“, sagt der Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de der Lin­ke, Tor­ben Schultz.

Die Lü­der Im­mo­bi­li­en Ge­sell­schaft hat­te als neu­er Ei­gen­tü­mer von Haus West­land da­zu auf­ge­ru­fen, nach klar for­mu­lier­ten Vor­ga­ben ih­re Ent­wür­fe für das „zen­tra­le Ein­gangs­tor“zur Stadt zu ent­wi­ckeln. In der Ju­ry sit­zen ne­ben dem In­ves­tor und der Pro­jekt Mön­chen- glad­bach Gm­bH – die dem In­ves­tor ge­hört – auch Ober­bür­ger­meis­ter Hans Wil­helm Rei­ners und Gre­gor Bo­nin, Bei­ge­ord­ne­ter für Pla­nen, Bau­en, Mo­bi­li­tät und Um­welt, so­wie Ver­tre­ter der Politik und ex­ter­ne Fach­ex­per­ten. Be­glei­tet und mo­de­riert wird das Wett­be­werbs­ver­fah­ren durch das Düs­sel­dor­fer Bü­ro Fal­tin + Satt­ler.

„Wir ha­ben mit dem In­ves­tor nun die gro­ße Chan­ce, an die­ser städ­te­bau­lich her­aus­ra­gen­den Stel­le ein Stück Stadt­re­pa­ra­tur vor­zu­neh­men und ei­ne at­trak­ti­ve Vi­si­ten­kar­te zu schaf­fen“, so Rei­ners. Und Bo­nin er­gänzt: „Hier geht es nicht nur um das bis­he­ri­ge Haus West­land, son­dern um das ge­sam­te Are­al zwi­schen Haupt­bahn­hof und dem an­gren­zen­den Grün­der­zeit­vier­tel. Von dem Wett­be­werb er­hof­fen wir uns best­mög­li­che Qua­li­tät im Sin­ne des stra­te­gi­schen Ent­wick­lungs­pro­zes­ses mg+ Wach­sen­de Stadt.“

„Wir sind über­zeugt von Mön­chen­glad­bach und dem Stand­ort und be­geis­tert von dem kon­struk­ti­ven Ver­fah­ren und der sehr gu­ten Zu­sam­men­ar­beit mit der Stadt. Wir dür­fen da­von aus­ge­hen, dass wir für die­ses Are­al die best­mög­li­che Lö­sung fin­den wer­den“, be­tont Jan Weh­le, Ge­sell­schaf­ter der Pro­jekt Mön­chen­glad­bach Ge­sell­schaft, der mit Ge­schäfts­füh­rer Carl Mat­thi­as Ra­th­gen an der Ju­ry­sit­zung teil­nimmt. Fest steht be­reits jetzt, dass der kom­plet­te Ge­bäu­de­rie­gel samt Turm ab­ge­ris­sen wer­den soll. Ei­ne Auf­ga­be ga­ben die Ju­ry­mit­glie­der den ver­blie­be­nen Bü­ros mit: Sie sol­len al­le Al­ter­na­tiv­mo­del­le er­ar­bei­ten – für den Fall, dass der Bau 20 Me­ter und 5 Me­ter nach vor­ne in den Platz ragt.

RP-AR­CHIV: STADT MG

Haus West­land: Nach vie­len Jah­ren des Still­stands gibt es jetzt ers­te kon­kre­te Über­le­gun­gen, wie ein Neu­bau an die­ser mar­kan­ten Stel­le aus­se­hen kann. Auch der Bus­bahn­hof soll sich ver­än­dern.

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