Wer sind die Pup­pen an der Krip­pe?

Ma­ria und Jo­sef, die Hir­ten und ih­re Scha­fe, und in der Mit­te das klei­ne Je­sus­kind: Die Krip­pen­land­schaft ge­hört zur christ­li­chen Weih­nachts­zeit eben­so da­zu wie Got­tes­dienst, Ad­vents­kranz und Tan­nen­grün. Doch im­mer we­ni­ger Kin­der ken­nen die Ge­schich­te zur

Rheinische Post Moenchengladbach - - STADTTEILE - VON JU­LIA ZUEW UND JÖRG KNAP­PE (FO­TOS)

RHE­YDT Sie stau­nen und fra­gen, und am liebs­ten wür­den sie al­les an­fas­sen, sagt Chris­toph Krafc­zyk. Er ist Küs­ter in der Ma­ri­en­kir­che in Rhe­ydt. „Die Kin­der fin­den die Krip­pe im­mer ganz toll“, er­zählt er. Mit gro­ßen Au­gen wür­den sie stau­nen, wenn die Tan­nen im dunk­len Ge­wöl­be der Kir­che leuch­ten und woh­li­ges, dämm­ri­ges Licht die Krip­pen­be­woh­ner fast zum Le­ben zu er­we­cken scheint.

Oft wür­den die Kin­der fra­gen, wer die Per­so­nen sei­en, und was die Krip­pe denn ei­gent­lich zei­gen soll. Die Zei­ten, als Kin­der schon von klein auf was mit Je­sus­kind, Ma­ria und den drei Kö­ni­gen an­fan­gen konn­ten, sei­en vor­bei, be­rich­tet der Küs­ter. „Wir ha­ben manch­mal Füh­run­gen für Kin­der­gär­ten oder Schü­ler“, sagt er. „Die Ge­mein­de­re­fe­ren­da­rin er­zählt dann die Ge­schich­te und zeigt, wer die ein­zel­nen Per­so­nen sind.“Auch die El­tern wüss­ten im­mer sel­te­ner die Ant­wort auf die Fra­gen der Kin­der. Vie­le wis­sen selbst nicht mehr, was ge­nau an den Fest­ta­gen in der Kir­che be­gan­gen wird, und zum Got­tes­dienst „kommt man, weil das schon im­mer so war.“Krafc­zyk selbst ha­be die Bi­bel und den christ­li­chen Glau­ben im El­tern­haus ver­mit­telt be­kom­men. Sein Va­ter war eben­falls Küs­ter in der St.-Ma­ri­en-Kir­che. „Ich ha­be ihm im­mer ger­ne zu­ge­hört, wenn er mir die Ge­schich­ten er­zählt hat.“

In sei­nen Got­tes­diens­ten se­he er zu Fei­er­ta­gen vie­le Ge­sich­ter, die er sonst nie in der Kir­che an­tref­fe. Vie­le der sel­te­nen Gäs­te wür­den sich nicht son­der­lich in­ter­es­siert zei­gen, sagt der Küs­ter. Ein Be­such aus Ge­wohn­heit – mehr sei die An­we­sen­heit im Weih­nachts­got­tes­dienst für vie­le nicht mehr. Eben­so wie die Krip­pe, die vie­le zwar ger­ne an­se­hen, de­ren Ge­schich­te aber mit der Zeit im­mer wei­ter in den Hin­ter­grund ge­rückt sei.

„Das In­ter­es­se ist bei den Kin­dern da“, sagt Krafc­zyk. Je­doch ge­be es im­mer we­ni­ger El­tern, die auf die Fra­gen der Kin­der ein­ge­hen und ih­nen den Glau­ben – oder zu­min­dest die Weih­nachts­ge­schich­te – nä­her­brin­gen.

Trotz­dem freut sich der 37-Jäh­ri­ge auf die gro­ßen und klei­nen Be­su- cher, wenn die Krip­pe spä­tes­ten am Mon­tag, 19. De­zem­ber, auf­ge­baut ist. Wie im ver­gan­ge­nen Jahr wer­den auch die­ses Jahr 19 Fi­gu­ren aus der Rhe­ydter St.-Jo­sef-Kir­che die bi­bli­sche Land­schaft be­völ­kern. Die Fi­gu­ren wer­den auch in Zu­kunft im Be­sitz der Ma­ri­en­kir­che blei­ben, da St. Jo­sef zur Gr­a­bes­kir­che um­ge­baut wur­de. So­mit wan­der­te ein gro­ßer Teil des In­ven­tars ins Ar­chiv.

Der Um­zug in die Ma­ri­en­kir­che ist nun of­fi­zi­ell: 19 Krip­pen­fi­gu­ren aus der St.-Jo­sef-Kir­che ha­ben nun ih­ren Stand­ort ge­wech­selt. An dem de­ko­ra­ti­ven Nach­bau des Stal­les, wo das Christ­kind zur Welt kommt, ha­ben vie­le Kin­der Freu­de – die bi­bli­sche Ge­schich­te ken­nen aber we­ni­ge, sagt Küs­ter Chris­toph Krafc­zyk.

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