Reus wie­der auf der gro­ßen Büh­ne

Der Dort­mun­der Stür­mer geht in gu­ter Form ins Spiel bei Re­al Ma­drid.

Rheinische Post Moenchengladbach - - SPORT - VON RO­BERT PE­TERS

MA­DRID/DORT­MUND Es ist kurz vor fünf am Sams­tag im Dort­mun­der Sta­di­on, als Mar­co Reus den Fans des BVB ei­nen die­ser ma­gi­schen Mo­men­te be­schert. Er zau­bert sich in ei­ner flie­ßen­den Be­we­gung am Mön­chen­glad­ba­cher Ab­wehr­spie­ler Andre­as Chris­ten­sen vor­bei, zieht mit dem Ball durch den Straf­raum par­al­lel zum Tor. Vie­le rech­nen mit ei­nem Schuss, auch die ver­zwei­felt her­um­grät­schen­den Glad­ba­cher. Aber Reus legt Pier­re-Eme­rick Auba­meyang die Ku­gel mit der Ha­cke auf. Der Kol­le­ge hat we­nig Mü­he, den 4:1-End­stand zu er­zie­len. Das Kunst­stück hebt auch je­ne Dort­mun­der Fans, die nicht auf der größ­ten Steh­platz-Tri­bü­ne Eu­ro­pas ste­hen, un­ver­züg­lich von den Sit­zen. Es ist der Hö­he­punkt ei­ner star­ken Vor­stel­lung des BVB. Und es ist das Si­gnal: Reus ist wie­der da.

Es ist nicht das ers­te Mal, dass sich der Dort­mun­der Stür­mer zu­rück­mel­det im gro­ßen Fuß­ball-Zir­kus, zu dem er an sei­nen gu­ten Ta­gen sol­che Kunst­stü­cke bei­trägt. Er hat, weiß Gott, Er­fah­rung mit dem Come­back nach Ver­let­zun­gen. Nun steht er wie­der ein­mal für gro­ße Dort­mun­der Hoff­nun­gen. Sein Trai­ner Tho­mas Tu­chel sagt: „Oh­ne ihn kön­nen wir un­se­re Zie­le nicht er­rei­chen.“Ei­nes ist der Grup­pen­sieg in der Cham­pi­ons Le­ague. Es kann heu­te er­reicht wer­den, denn es gibt bei Re­al Ma­drid (20.45 Uhr/ ZDF) ein rich­ti­ges End­spiel um Platz eins. Den Dort­mun­dern wür­de be­reits ein Un­ent­schie­den rei­chen. „Der Grup­pen­sieg wä­re das Sah­ne­häub­chen“, er­klärt Sport­di­rek­tor Micha­el Zorc.

Es geht nicht ein­mal so sehr um die ver­meint­lich bes­se­re Aus­lo­sung für das Ach­tel­fi­na­le im kom­men­den Jahr. Das be­teu­ert Trai­ner Tu­chel je­den­falls. „Wer möch­te die Hand da­für ins Feu­er le­gen, dass der Grup­pen­zwei­te das ein­fa­che­re Los ist?“, fragt der Coach. Die Ant­wort auf die Fra­ge muss er gar nicht erst ge­ben. Ge­hört hat sie oh­ne­hin je­der.

Wich­ti­ger als die Po­si­ti­on auf der Setz­lis­te ist das Pres­ti­ge in die­sem Tref­fen. Dort­mund, das ein Jahr auf sei­nen an­ge­stamm­ten Platz im Wett­be­werb der Groß­klubs ver­zich­ten muss­te, hat in der Grup­pe über­zeu­gen­de Leis­tun­gen ge­bo­ten. Ein (Teil-)Er­folg in Ma­drid wä­re ein wei­te­res Zei­chen an die Kon­kur­renz.

Da kommt die Ge­ne­sung von Mar­co Reus ge­ra­de recht. Denn Re­al be­kommt nur dann Pro­ble­me, wenn es in der De­fen­si­ve ge­for­dert wird. Reus hat die Be­weg­lich­keit, die da­für not­wen­dig ist. Und er hat das gro­ße Ta­lent, im Ab­schluss und in der Vor­be­rei­tung Lö­sun­gen fin­den zu kön­nen. Dass er rich­tig Spaß am Spiel hat, konn­te er nicht nur ge­gen Mön­chen­glad­bach nach­wei­sen. Er hat es auch in den Trai­nings­wo­chen vor sei­ner Rück­kehr in den Spiel­be­trieb un­ter­stri- chen. „Es ist ei­ne Freu­de, ihn zu se­hen“, stell­te Tu­chel fest. Reus ist der ei­ne we­sent­li­che Be­stand­teil der Dort­mun­der Of­fen­siv­be­set­zung, Auba­meyang der an­de­re. In Dort­mund gel­ten die bei­den als das bes­te Duo seit Lothar Em­me­rich und Si­gi Held in den 1960er Jah­ren. Eng­li­sche Zei­tun­gen nann­ten Held und „Em­ma“die „schreck­li­chen Zwillinge“– vor al­lem, weil sie im Eu­ro­pa­po­kal ge­gen bri­ti­sche Teams viel Un­heil an­rich­te­ten. Da­bei sa­hen sie sich eben­so we­nig zum Ver­wech­seln ähn­lich wie Reus und Auba­meyang. Wenn Reus al­ler­dings aus­nahms­wei­se mal län­ge­re Zeit ge­sund bleibt – ges­tern war er er­käl­tet –, wer­den auch sie ge­mein­sam noch reich­lich Schre­cken ver­brei­ten. Nach­fra­gen bit­te an Andre­as Chris­ten­sen, Bo­rus­sia Mön­chen­glad

bach.

FO­TO: DPA

Mar­co Reus nach dem Spiel ge­gen Mön­chen­glad­bach.

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