Ren­ten­kas­se will Ost-Ren­ten aus Steu­er­mit­teln fi­nan­zie­ren

Rheinische Post Moenchengladbach - - VORDERSEITE -

BER­LIN (mar) Die Ren­ten­ver­si­che­rung hat an die Bun­des­re­gie­rung ap­pel­liert, die ge­plan­te An­glei­chung der Ost-Ren­ten an West-Ni­veau kom­plett aus Steu­er­mit­teln zu fi­nan­zie­ren. „Es han­delt sich hier­bei um ei­ne ge­samt­ge­sell­schaft­li­che Auf­ga­be zur Ver­wirk­li­chung der Deut­schen Ein­heit, die so­mit auch von der ge­sam­ten Ge­sell­schaft – al­so aus Steu­er­mit­teln – zu fi­nan­zie­ren ist und nicht nur von den Bei­trags­zah­lern zu tra­gen ist“, sag­te die Vor­stands­vor­sit­zen­de der Ren­ten­ver­si­che­rung, An­ne­lie Bun­ten­bach.

Soll­te das Pro­jekt nicht aus Steu­ern fi­nan­ziert wer­den, be­stün­de die Ge­fahr, dass noch vor dem Jahr 2030 die Ober­gren­ze des Bei­trags­sat­zes von 22 Pro­zent nicht ein­ge­hal­ten wer­den kön­ne, warn­te auch der schei­den­de Chef der Ren­ten­ver­si­che­rung, Axel Rei­mann. Der Bei­trags­satz dürf­te bis 2021 sta­bil bei 18,7 Pro­zent blei­ben, so Rei­mann. 2022 sei dann ei­ne An­he­bung auf 18,9 Pro­zent zu er­war­ten. Die Ren­ten wür­den 2017 um 1,5 bis zwei Pro­zent stei­gen. Er be­stä­tig­te da­mit die bis­he­ri­gen Pro­gno­sen.

Uni­on und SPD hat­ten sich dar­auf ver­stän­digt, die Ren­ten in Ost und West bis 2025 an­zu­glei­chen. Wäh­rend So­zi­al­mi­nis­te­rin Andrea Nah­les (SPD) ei­ne Steu­er­fi­nan­zie­rung will, be­harrt Fi­nanz­mi­nis­ter Wolf­gang Schäu­b­le (CDU) aber auf ei­ner Fi­nan­zie­rung aus der Ren­ten­kas­se. Ein klä­ren­des Ge­spräch zwi­schen Nah­les und Schäu­b­le soll in­ner­halb der kom­men­den zwei Wo­chen statt­fin­den.

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