„Es ist klar, wer die Num­mer eins ist“

Die CDU-Vi­ze­che­fin über Kanz­le­rin Mer­kel und den Vor­stoß ih­rer Par­tei, den Kom­pro­miss zur dop­pel­ten Staats­bür­ger­schaft zu kip­pen.

Rheinische Post Moenchengladbach - - POLITIK - EVA QUADBECK FÜHR­TE DAS IN­TER­VIEW.

Frau Klöck­ner, der CDU-Par­tei­tag hat be­schlos­sen, den Kom­pro­miss der gro­ßen Ko­ali­ti­on zur dop­pel­ten Staats­bür­ger­schaft zu­rück­zu­dre­hen. Be­grü­ßen Sie die Ent­schei­dung? KLÖCK­NER Auf Par­tei­ta­gen wird bei uns de­bat­tiert, und De­le­gier­te sor­gen auch mal für Über­ra­schun­gen ge­gen die An­trags­kom­mis­si­on. Das ist Aus­druck ei­ner le­ben­di­gen De­mo­kra­tie. Der Par­tei­tag ist kei­ne Ko­ali­ti­on mit Kom­pro­mis­sen, son­dern stellt die Hal­tung der CDU dar. Es geht um die Fra­ge, wie man die Fra­ge nach Iden­ti­tät und Ent­schei­dung be­ant­wor­tet. Wenn je­mand den deut­schen Pass be­sitzt, die­ser aber im Kon­flikt mit dem Pass des an­de­ren Lan­des, zum Bei­spiel mit des­sen Men­schen­rechts­ver­ständ­nis steht, dann fragt man sich: Wem gilt die Loya­li­tät? Das hat wohl vie­le der De­le­gier­ten um­ge­trie­ben. Wird die­ser Par­tei­tags­be­schluss der CDU im Wahl­kampf hel­fen? KLÖCK­NER Un­ser Wahl­pro­gramm wird an­de­re Schwer­punk­te ha­ben. Sie ha­ben als Par­tei­vi­ze das bes­te Wah­l­er­geb­nis be­kom­men. Se­hen Sie sich als Num­mer zwei der Par­tei? KLÖCK­NER Klar ist, wer die Num­mer eins ist. An­sons­ten sind wir ein star­kes Team mit fünf Stell­ver­tre­tern. Wir er­gän­zen uns pri­ma. War das Er­geb­nis für Sie nach der ver­lo­re­nen Land­tags­wahl in die­sem Jahr wich­tig? KLÖCK­NER Ein be­weg­tes Jahr liegt hin­ter uns. Das Par­tei­tags­er­geb­nis hat mir per­sön­lich schon gut­ge­tan. Es ist auch ei­ne Be­stä­ti­gung für uns als CDU Rhein­land-Pfalz, für un­se­re Ar­beit, dass wir uns treu ge­blie­ben sind. Un­se­re Vor­schlä­ge zur Flücht­lings­po­li­tik im Land­tags­wahl­kampf – Sie er­in­nern sich an A2, das In­te­gra­ti­ons­ge­setz oder das Voll­ver­schleie­rungs-Ver­bot – die­se fin­den sich nun ge­nau so im be­schlos­se­nen Leit­an­trag. Wie lau­tet die wich­tigs­te Bot­schaft, die vom Par­tei­tag aus­ge­hen soll­te? KLÖCK­NER Mit der CDU be­kommt man Ver­läss­lich­keit, Be­re­chen­bar­keit und Si­cher­heit. Fa­mi­li­en brau- chen Un­ter­stüt­zung, die Pfle­ge, die Arzt­ver­sor­gung oder der An­schluss mit schnel­lem In­ter­net, das sind auch All­tags­the­men, bei de­nen die Bür­ger kei­ne Un­si­cher­heit brau­chen kön­nen. Wir wol­len ei­ne ver­läss­li­che Ar­beits­welt, ei­nen Staat, der in sei­nen Kom­pe­ten­zen stark ist, um sei­ne Bür­ger zu schüt­zen, aber of­fen bleibt für neue Im­pul­se, Frau­en- und Min­der­hei­ten­rech­te ge­nau­so ver­tei­digt wie das, was uns ver­bin­det und lei­tet.

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