Bund will Lauf­zei­ten nicht ver­län­gern

Trit­tin: Üb­ri­ge Kla­gen müs­sen für Atom-Kon­sens ge­stoppt wer­den.

Rheinische Post Moenchengladbach - - WIRTSCHAFT -

BER­LIN (rtr) Nach dem Ur­teil des Ver­fas­sungs­ge­richts will die Bun­des­re­gie­rung we­der das ge­plan­te Ge­setz zum Atom­müll noch die Lauf­zei­ten än­dern. Es sei klar, dass am Zeit­plan des Atom-Aus­stiegs fest­ge­hal­ten wer­de, sag­te ein Spre­cher des Um­welt­mi­nis­te­ri­ums. Der an­ge­mahn­te Aus­gleich für die Kon­zer­ne wer­de jetzt aber in An­griff ge­nom­men. Das Ge­richt gibt dem Bund da­zu bis Mit­te 2018 Zeit.

Das Mi­nis­te­ri­um be­ton­te wei­ter, dass sich an den Ab­schalt-Da­ten der Mei­ler nichts än­dern wer­de. Dem­nach geht das letz­te Atom­kraft­werk 2022 vom Netz. Die Rich­ter stel­len es dem Staat frei, wie er die Kon­zer­ne ent­schä­digt. Denk­bar ist die Zah­lung von Geld, die Ver­län­ge­rung von Lauf­zei­ten für ein­zel­ne Mei­ler oder die Über­tra­gung von Rest­strom­men­gen auf an­de­re.

Das Wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um er­klär­te, das Ge­setz zu den Atom-Alt­las­ten, das nächs­te Wo­che vom Bun­des­tag be­schlos­sen wer­den soll, wer­de vom Ur­teil nicht be­ein­flusst. Das von ei­ner Kom­mis­si­on vor­be­rei­te­te Ge­setz eb­net Eon, RWE, Vat­ten­fall und EnBW den Weg, sich für 23,6 Mil­li­ar­den Eu­ro von Zwi­schen­und End­la­ge­rung des Atom­mülls frei­zu­kau­fen.

Der Vor­sit­zen­de der Atom-Kom­mis­si­on, Jür­gen Trit­tin, ver­lang­te, dass nach dem Ur­teil die Un­ter­neh­men ih­re üb­ri­gen Kla­gen zu­rück­zie- hen. „Be­vor das Ge­setz zu den Atom-Alt­las­ten ver­ab­schie­det wird, er­war­ten wir ver­bind­lich den Rück­zug der Kla­ge zur Ent­sor­gung und zum Mo­ra­to­ri­um“, so Trit­tin. Die auf Grund­la­ge des Ge­set­zes fol­gen­den Ein­zel­ver­trä­ge mit den Ver­sor­gern könn­ten nur zu­stan­de kom­men, wenn es ei­ne Ei­ni­gung zu den Ver­fas­sungs­kla­gen ge­be. „Kon­sens braucht Rechts­frie­den“, so Trit­tin.

Dies gel­te auch für das Ver­fah­ren vor dem Schieds­ge­richt: „Die Vat­ten­fall-Kla­ge vor dem Schieds­ge­richt in Wa­shing­ton muss zu­rück­ge­zo­gen wer­den.“Recht­fer­ti­gung für die Kla­ge sei ge­we­sen, dass Vat­ten­fall in Deutsch­land nicht kla­gen kön­ne. Die­se Aus­re­de hat der Kon­zern seit dem Ur­teil nicht mehr.“Vat­ten­fall er­klär­te je­doch, die Kla­ge fort­set­zen zu wol­len. Der schwe­di­sche Kon­zern ver­langt da­bei fast fünf Mil­li­ar­den Eu­ro Scha­den­er­satz.

Das Karls­ru­her Ur­teil ha­be deut­lich ge­macht, dass die Ent­schä­di­gun­gen sich in en­gen Gren­zen hal­ten, sag­te Trit­tin wei­ter.

FO­TO: DPA

Jür­gen Trit­tin ist Chef der Atom-Kom­mis­si­on.

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