EU at­ta­ckiert Deutsch­land we­gen VW

Brüs­sel strengt we­gen der Ab­gas-Af­fä­re ein Ver­trags­ver­let­zungs­ver­fah­ren an.

Rheinische Post Moenchengladbach - - WIRTSCHAFT -

BRÜS­SEL/BER­LIN (dpa) Deutsch­land und an­de­ren Staa­ten ste­hen we­gen des Ab­gas­skan­dals vor­aus­sicht­lich ein Ver­trags­ver­let­zungs­ver­fah­ren be­vor. Die EU-Kom­mis­si­on wer­de ei­nen sol­chen Schritt ma­chen, sag­te der Eu­ro­pa­ab­ge­ord­ne­te Jens Gies­ecke (CDU) der „Neu­en Os­na­brü­cker Zei­tung“. Gies­ecke sitzt im Ab­gas-Un­ter­su­chungs­aus­schuss des EU-Par­la­ments. Die Kom­mis­si­on soll plan­mä­ßig heu­te ih­re mo­nat­li­chen Ent­schei­dun­gen zu Ver­fah­ren we­gen Ver­let­zung eu­ro­päi­schen Rechts be­kannt­ge­ben. Die Be­hör­de äu­ßer­te sich ges­tern auf An­fra­ge nicht. Das Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­te­ri­um er­klär­te: „Uns liegt da­zu kei­ne Mit­tei­lung der EU-Kom­mis­si­on vor.“.

Volks­wa­gen hat­te ein­ge­räumt, mit ei­ner spe­zi­el­len Soft­ware Ab- gas­wer­te von Mil­lio­nen Die­sel-Wa­gen ge­schönt zu ha­ben. Im nor­ma­len Ver­kehr stie­ßen die Au­tos dann weit mehr Stick­oxid aus als er­laubt. Die EU-Kom­mis­si­on hat­te nach dem Skan­dal Be­rich­te der na­tio­na­len Auf­sichts­be­hör­den ein­ge­for­dert. Die deut­sche Ant­wort vom April schätzt sie als lü­cken­haft ein. Be­reits im Sep­tem­ber hat­te die zu­stän­di­ge EU-In­dus­trie­kom­mis­sa­rin Elz­bie­ta Bi­en­kow­s­ka mit Ver­fah­ren ge­gen Staa­ten ge­droht, die die eu­ro­päi­sche Ab­gas­ge­setz­ge­bung aus ih­rer Sicht nicht durch­set­zen. Da­mals hat­te sie Ent­schei­dun­gen in­ner­halb der kom­men­den Wo­chen an­ge­kün­digt.

Der­weil hat VW we­gen des Ab­gas­skan­dals Är­ger in Süd­ko­rea. Die Wett­be­werbs­hü­ter in Seo­ul kün­dig­ten an, dem Au­to­bau­er ei­ne Bu­ße von um­ge­rech­net rund 30 Mil­lio­nen Eu­ro we­gen fal­scher Wer­be­ver­spre­chen zum Schad­stoff­aus­stoß auf­zu­brum­men. Es ist die bis­lang höchs­te Stra­fe in ei­nem sol­chen Fall in dem Land. Zu­dem wer­de die Staats­an­walt­schaft auf­ge­for­dert, Er­mitt­lun­gen ge­gen die süd­ko­rea­ni­sche Volks­wa­gen-Toch­ter so­wie fünf ehe­ma­li­ge und der­zei­ti­ge Ma­na­ger des Un­ter­neh­mens ein­zu­lei­ten. Volks­wa­gen ha­be sei­ne Au­tos fälsch­li­cher­wei­se als um­welt­freund­li­che Fahr­zeu­ge an­ge­prie­sen, die die Ab­gas­nor­men er­fül­len. Süd­ko­rea hat­te Volks­wa­gen be­reits im Som­mer zu ei­ner Stra­fe von um­ge­rech­net rund 14 Mil­lio­nen Eu­ro ver­ur­teilt – we­gen fal­scher An­ga­ben zu Emis­sio­nen und Lärm­be­las­tung. Zu­dem war ein Ver­kaufs­stopp für fast al­le VW-Mo­del­le im Land ver­hängt wor­den.

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