Che­mie fei­ert 125 Jah­re „Werk am Rhein“

Aus Bay­ers Fa­b­rik wur­de ein Che­mie­park mit 31.000 Ar­beits­plät­zen. Kraft ver­sprach, für die Che­mie zu kämp­fen.

Rheinische Post Moenchengladbach - - WIRTSCHAFT -

LE­VER­KU­SEN (anh) Wer­ner Bau­mann fehl­te. Ei­gent­lich soll­te der Bay­er-Chef ges­tern beim Fest­akt zum 125-jäh­ri­ge Be­ste­hen des „Werks am Rhein“spre­chen. Es ist die Herz­kam­mer von Bay­er. Doch Bau­mann muss­te in die USA, hieß es. Ob im Zu­sam­men­hang mit der Monsan­to-Über­nah­me, blieb of­fen. Am Di­ens­tag ent­schei­den die Monsan­to-Ak­tio­nä­re, ob sie das 59 Mil­li­ar­den Eu­ro schwe­re An­ge­bot an­neh­men. Auch hat Bay­er in­zwi­schen den Ge­neh­mi­gungs­an­trag bei den US-Kar­tell­äm­tern ein­ge­reicht.

Bay­er wan­delt sich, das Werk am rech­ten Rhein­ufer bleibt. 1891 hat­te die jun­ge Fir­ma die dor­ti­ge Far­ben­fa­brik von Carl Le­ver­kus ge­kauft. Bay­er bau­te den Stand­ort sys­te­ma­tisch aus, ließ Stra­ßen, Fa­b­ri­ken, Sied­lun­gen an­le­gen. Bei den Ar­bei­tern war die Re­tor­ten­stadt zu­nächst we­nig be­liebt. „Kann man ei­nen nicht ver­k­nu­sen, schickt man ihn nach Le­ver­ku­sen“, zi­tier­te Gün­ter Hil­ken, heu­te Chef des Che­mie­par­kBe­trei­bers, ei­nen gän­gi­gen Spruch.

Das än­der­te sich. 1930 wur­de aus dem Fle­cken die Stadt Le­ver­ku­sen. Hier er­fan­den Bay­er-For­scher Po­ly­ure­tha­ne (Schaum­stof­fe, heu­te Co­ve­s­tro) und syn­the­ti­schen Kaut­schuk (für Au­to­rei­fen, heu­te Lan­xess). Der Ch­em­park be­schäf­tigt 31.000 Men­schen. 70 Un­ter­neh­men sit­zen hier: ne­ben Bay­er und sei­nen Ab­spal­tun­gen auch Ine­os, Kro­nos Ti­tan, Ak­zo No­bel. „Selbst wenn wir un­se­ren Sitz nach Köln ver­legt ha­ben: Un­ser Herz schlägt in Le­ver­ku­sen“, sag­te Lan­xess-Chef Matthias Za­chert. Lan­xess hat dort 3000 Mit­ar­bei­ter. Co­ve­s­tro-Vor­stand Klaus Schä­fer ver­si­cher­te: „Un­se­re Zen­tra­le wird in Le­ver­ku­sen blei­ben.“

Mi­nis­ter­prä­si­den­tin Han­ne­lo­re Kraft sag­te: „Dass NRW der deut­sche Che­mie­stand­ort Nr. 1 ist, liegt auch am Che­mie­park.“30 Pro­zent der deut­schen Che­mie­um­sät­ze kä­men aus NRW. Noch. Die EU-Kom­mis­si­on hat be­reits ver­sucht, das Ei­gen­strom­pri­vi­leg zu kip­pen und die Che­mie zur Zah­lung von Ökostro­m­um­la­gen zu zwin­gen. Der­zeit strei­tet man über hö­he­re Prei­se für Ver­schmut­zungs­rech­te. „Wir kämp­fen wei­ter für den Che­mie­stand­ort, auch in Brüs­sel“, ver­sprach Kraft.

FO­TO: CH­EM­PARK

Der Ch­em­park in Le­ver­ku­sen: Im halb­run­den Ge­bäu­de (un­ten links) ist die Bay­er-Zen­tra­le. Auch der Kunst­stoff-Kon­zern Co­ve­s­tro hat auf dem Ge­län­de sei­nen Sitz. Lan­xess be­schäf­tigt hier 3000 Mit­ar­bei­ter,

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