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Rheinische Post Moenchengladbach - - PANORAMA -

Mehr als 80 Pro­zent der Fa­mi­li­en mit Kin­dern ha­ben ei­nen Weih­nachts­baum zu Hau­se ste­hen. In Ein- bis Zwei-Per­so­nen-Haus­hal­ten sind es nur 35 bis 40 Pro­zent. Es gibt rund 600 Christ­baum-Pro­du­zen­ten in NRW. Mit rund 80 Pro­zent Markt­an­teil ist die Nord­mann­tan­ne der be­lieb­tes­te Weih­nachts­baum. 98 bis 99 Pro­zent der ge­schla­ge­nen Christ­bäu­me wer­den auch ver­kauft. SUNDERN Be­sinn­lich geht es im Be­trieb von Eber­hard Henne­cke der­zeit nicht ge­ra­de zu, auch wenn sich hier al­les um das Weih­nachts­fest dreht. Die Ket­ten­sä­gen heu­len, das Te­le­fon steht nicht still, „Szyb­ko, szyb­ko! Schnell, schnell“ist von den pol­ni­schen Gas­t­ar­bei­tern häu­fig zu hö­ren. Henne­cke ist Wald­bau­er, sein Be­trieb hat jetzt Hoch­kon­junk­tur. Noch bis Mit­te De­zem­ber wer­den auf sei­ner Plan­ta­ge im Sau­er­land Christ­bäu­me ge­fällt.

Zwi­schen 23 und 25 Mil­lio­nen Weih­nachts­bäu­me wer­den jähr­lich in Deutsch­land ver­kauft, schätzt der Rhei­ni­sche Land­wirt­schafts-Ver­band (RLZ). Nord­rhein-West­fa­len ist ei­nes der Haupt­an­bau­ge­bie­te. Al­lein im Sau­er­land wach­sen rund sie­ben Mil­lio­nen Tan­nen ge­zielt für den Zweck, fürs Weih­nachts­fest ge­schmückt zu wer­den. Die Aus­wahl reicht von 50 Zen­ti­me­ter klei­nen bis zu acht Me­ter ho­hen Bäu­men, von Ein Baum wächst neun bis zehn Jah­re für ei­ne Hö­he von 1,75 Me­tern. Rot- und Blau­fich­ten bis zu Nord­mann- und No­bi­lis­tan­nen.

„Der mit Ab­stand be­lieb­tes­te Christ­baum ist die Nord­mann­tan­ne“, sagt Hans-Ge­org Dreß­ler vom Bun­des­ver­band der Weih­nachts­bau­mer­zeu­ger (BVWE). Da sie form­schön und halt­bar ist und ih­re Na­deln nicht pik­sen, ist die Nach­fra­ge nach Nord­mann­tan­nen in den ver­gan­ge­nen Jah­ren be­stän­dig ge­stie­gen. In­zwi­schen liegt ihr Markt­an­teil bei rund 80 Pro­zent. Ei­nen Nach­teil ha­ben die ur­sprüng­lich aus dem Kau­ka­sus stam­men­den Kie­fern­ge­wäch­se je­doch: In­ter­es­siert man sich da­für, ei­nen Christ­baum im Topf zu kau­fen, um ihn nach den Fest­ta­gen in den Gar­ten zu pflan­zen, sind die Nord­mann­tan­nen eher un­ge­eig­net. „Ein Christ­baum im Topf wird meist aus­ge­sto­chen, das heißt, die Wur­zeln wer­den durch­trennt, der Baum wird samt Erd­bal­len in ei­nen Topf ge­steckt“, er­klärt Dreß­ler. Nun bil­det ei­ne Nord­mann­tan­ne ei­ne so­ge­nann­te Pfahl­wur­zel aus, die tief in die Er­de ragt. Wird sie ge­kappt, kann der Baum nicht mehr an­wach­sen. Bes­ser ge­eig­net sind Flach- Die Fich­te ist „Baum des Jah­res“2017. Nur ein Pro­zent der Bäu­me in NRW stam­men aus zer­ti­fi­zier­ten Bio-Christ­baumkul­tu­ren. Pro Me­ter Baum ver­brau­chen Christ­bäu­me im Wohn­zim­mer gut ei­nen Li­ter Was­ser / Tag. wurz­ler wie Blau­fich­ten. Ein klei­nes Ex­em­plar von bis zu 1,50 Me­ter Hö­he hat trotz stark be­schnit­te­ner Wur­zeln gu­te Chan­cen, im Gar­ten zu ge­dei­hen. Al­ter­na­tiv kön­nen die Weih­nachts­bäu­me aus der Baum­schu­le ge­holt wer­den. Die sind zwar deut­lich teu­rer als ih­re Art­ge­nos­sen vom Markt, da­für ha­ben sie in­tak­te Wur­zeln.

Bei ge­schla­ge­nen Bäu­men ra­ten die Ex­per­ten da­zu, die­se im­mer vor Ort zu kau­fen. „Bäu­me aus hei­mi­schem An­bau ha­ben kei­ne 2000 Ki­lo­me­ter wei­te Fahrt hin­ter sich, be­vor sie in die Stu­be kom­men“, sagt Andrea Horn­fi­scher vom RLZ. Als Frisch­ehin­weis gel­ten Na­deln, die noch glän­zen. Au­ßer­dem soll­te die Schnitt­stel­le weiß und nicht tro­cken sein, die Zwei­ge kei­ne Ver­let­zun­gen und Schleif­spu­ren ha­ben. Nach dem Kauf steht der Baum am bes­ten erst ein­mal frost­frei im Frei­en, ge­schützt vor Zug­luft und Son­ne. Bleibt er im Netz, ver­duns­tet er we­ni­ger Was­ser. „Ge­nü­gend Flüs­sig­keit ist der Schlüs­sel zum mög­lichst lang­hal­ten­den Baum“, sagt Dreß­ler. „Ge­ra­de im war­men Wohn­zim­mer trock­net die Tan­ne schnell aus und ver­liert Na­deln.“Ein zim­mer­ho­her Baum braucht täg­lich bis zu zwei Li­ter Was­ser im Stän­der. Rat­sam sei zu­dem, vor dem Auf­stel­len zwei bis drei Zen­ti­me­ter vom Stamm ab­zu­schnei­den, da­mit die­ser das Was­ser bes­ser auf­neh­men kann. Eva Mor­gens­tern, Be­ra­te­rin bei der Gar­ten­aka­de­mie Rhein­land-Pfalz, hat noch ei­nen Fri­sche-Trick: „Man kann auch die Na­deln mit Was­ser be­sprü­hen. Das er­höht die Luft­feuch­tig­keit und ver­hin­dert so die Ver­duns­tung.“Zu­dem emp­fiehlt sie, den Tem­pe­ra­tur­wech­sel vom Frei­en ins Wohn­zim­mer scho­nend zu ge­stal­ten und den Baum et­wa für ei­nen Tag in ei­ne Ga­ra­ge oder den Kel­ler zu stel­len.

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