Bier­dieb muss für zwei Jah­re in Haft

Zeu­gin be­ob­ach­te­te ei­nen Dieb, als er Bier­käs­ten über den Jä­ger­zaun hob.

Rheinische Post Moenchengladbach - - PANORAMA - VON IN­GRID KRÜ­GER

Woh­nungs­ein­bruch, Be­trug, ge­werbs­mä­ßi­gen Dieb­stahl und Fah­ren oh­ne Fahr­er­laub­nis warf der Staats­an­walt dem An­ge­klag­ten (25) vor. Ges­tern er­hielt der Mön­chen­glad­ba­cher da­für das Ur­teil: zwei Jah­re Haft oh­ne Be­wäh­rung. Der An­ge­klag­te, den die Wacht­meis­ter aus der Un­ter­su­chungs­haft in den Ge­richts­saal ge­bracht hat­ten, gab die Straf­ta­ten so­fort zu. Er sei spiel­süch­tig. Un­ter Sucht­druck sei er zwi­schen Au­gust 2015 und Ok­to­ber 2016 wie­der ein­mal als Dieb und als Be­trü­ger auf­ge­fal­len.

So er­in­ner­te sich ei­ne 70-jäh­ri­ge Rentnerin, wie sie den An­ge­klag­ten am 26. Au­gust 2015 an der Wa­te­ler­stra­ße be­ob­ach­tet hat, als sie im Gar­ten ar­bei­te­te. „Der jun­ge Mann fiel mir auf, als er et­wa ei­ne St­un­de lang hin und her lief, als war­te er auf je­man­den“, so die Zeu­gin. Dann ha­be sich der jun­ge Mann drei Bier­käs­ten vom Ge­län­de des Ver­eins­hau­ses ge­schnappt, sie über den Jä­ger­zaun ge­ho­ben und un­ter dem Car­port ab­ge­stellt. Die Zeu­gin fo­to­gra­fier­te den Tä­ter und frag­te ihn, was ihm ein­fie­le. „Ich ar­bei­te hier“, ant­wor­te­te der 25-Jäh­ri­ge un­ge­rührt. Doch die 70-Jäh­ri­ge ließ sich nicht be­ir­ren. Sie hol­te ih­ren Ehe­mann. Die bei­den rie­fen die Po­li­zei.

Dass er auch nicht da­vor zu­rück­ge­schreckt war, in die Woh­nung sei­nes Bru­ders ein­zu­bre­chen, 500 Eu­ro und des­sen Au­to zu steh­len, ge­stand der spiel­süch­ti­ge Ein­bre­cher eben­falls ein. Das Au­to ha­be er spä­ter wie­der ab­ge­stellt. Den ge­werbs­mä­ßi­gen Be­trug be­ging der Mön­chen­glad­ba­cher, als er So­zi­al­hil­fe be­zog, ob­wohl er da­mals für ei­ne Zeit­fir­ma ar­bei­te­te. „Das ha­be ich al­les nur ge­macht, weil ich be­reits als 16-Jäh­ri­ger ge­spielt ha­be“, be­teu­er­te der Va­ter von drei klei­nen Kin­dern. So sei er so­fort nach dem Woh­nungs­ein­bruch bei dem Bru­der los­ge­zo­gen und ha­be 15 Eu­ro von der Die­bes­beu­te ge­nom­men und in den Spiel­au­to­ma­ten ge­wor­fen, oh­ne Er­folg.

Am En­de for­der­te der Staats­an­walt für den Mön­chen­glad­ba­cher ei­ne Frei­heits­stra­fe von zwei Jah­ren und drei Mo­na­ten. Ei­ne Be­wäh­rungs­stra­fe sei für den 25-jäh­ri­gen Be­wäh­rungs­ver­sa­ger nicht mög­lich. Au­ßer­dem ent­hal­te des­sen Vor­stra­fen­re­gis­ter neun Ein­tra­gun­gen. Am En­de ent­schul­dig­te sich der spiel­süch­ti­ge Dieb und er­klär­te: „Es tut mir al­les so leid.“Doch das Schöf­fen­ge­richt ver­ur­teil­te den An­ge­klag­ten zu ei­ner zwei­jäh­ri­gen Haft­stra­fe oh­ne Be­wäh­rung.

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