Vit­amin­sprit­ze für die Ober­stadt

Mor­gen er­öff­net das Fa­shion-Ho­tel an der obe­ren Hin­den­burg­stra­ße. Zu­nächst neun jun­ge De­si­gner, dar­un­ter auch wel­che aus Köln, Düs­sel­dorf, Kre­feld und So­lin­gen, nut­zen die krea­ti­ve Kon­sum-Spiel­wie­se. Ein span­nen­des Pro­jekt.

Rheinische Post Moenchengladbach - - LOKALES - VON JAN SCHNETTLER

Die obe­re Hin­den­burg­stra­ße ist der­zeit – die we­ni­gen ver­blie­be­nen Händ­ler ein­mal aus­ge­klam­mert – ei­ne Zwi­schen­welt. Und das gleich in mehr­fa­cher Hin­sicht. Die Fuß­gän­ger, die über­haupt hier vor­bei­kom­men, sind im wahrs­ten Sin­ne des Wor­tes Pas­san­ten – denn sie ge­hen meist wirk­lich nur hin­durch, dran vor­bei. Be­sag­te Händ­ler wäh­nen sich in ei­ner Über­gangs­pha­se, nur dass sie nicht wis­sen, wie die Zu­kunft aus­se­hen soll. Und bei der Stadt wagt sich auch nie­mand so recht an das The­ma her­an, so­lan­ge Rah­men­plan Ab­tei­berg und ei­ne mög­li­che Neu­auf­la­ge ei­nes So­zia­leS­tadt-Pro­gramms kei­ne Ori­en­tie­rungs­hil­fe bie­ten.

Da ist es nur kon­se­quent, krea­ti­ve neue Nut­zun­gen in die­sem Be­reich ge­nau so an­zu­le­gen, wie die Si­tua­ti­on sich oh­ne­hin dar­stellt: tem­po­rär. Oh­ne auf Hel­ler und Pfen­nig fest­ge­leg­te Er­war­tungs­hal­tung. Und vor al­lem mit Mut zum Aus­pro­bie­ren. Ge­nau­so ist das „Fa­shion-Ho­tel“kon­zi­piert, das am mor­gi­gen Frei­tag um 17 Uhr im ehe­ma­li­gen Ho­tel Ober­stadt an der Hin­den­burg­stra­ße 20 er­öff­net. Ge­mein­sam mit dem be­reits ge­öff­ne­ten Kri­mi-Shop „Mord auf Zeit“wol­len die zu­nächst neun De­si­gner, die sich dort an­ge­sie­delt ha­ben, ein Ein­kaufs­er­leb­nis der ganz an­de­ren Art an­bie­ten.

MyKo­kon Das Un­ter­neh­men Ko­kon-Ver­pa­ckung Gm­bH, En­de Ok­to­ber in der RP vor­ge­stellt, stellt un­ter dem Mar­ken­na­men MyKo­kon hoch­wer­ti­ge Ti­sche, Stüh­le, Ses­sel und Bän­ke her – aus Eu­ro-Pa­let­ten. Die ge­sam­te Wert­schöp­fungs­ket­te er­folgt in Güd­derath. Für das Ho­tel hat die Fir­ma die Gr­und­aus­stat­tung mit The­ke und Re­ga­len ge­lie­fert und die Um­set­zung der Schau­fens­ter­ge­stal­tung über­nom­men.

Ga­bel­werk Das jun­ge La­bel von der Ber­ger Dorf­stra­ße stellt in­di­vi­du­el­le Näh­wer­ke und Ge­schenk­ide­en her­stellt – stil­vol­le und nütz­li­che Ein­zel­stü­cke aus Be­rei­chen wie „Ma­mi & Kind“und „Hund’, Katz & Co.“wer­den im Ate­lier ver­wirk­licht.

Spochts­frau Die Mar­ke steht für un­kon­ven­tio­nel­les und au­then­ti- sches De­sign vom Nie­der­rhein, wer­tig und in­di­vi­du­ell, mit un­ver­kenn­ba­rem rhei­ni­schem Hu­mor.

Fa­ser­werk steht für Da­men-Be­klei­dung und Ac­ces­soires aus Filz, wo­bei hier Trans­pa­renz und Leich­tig­keit dem Ma­te­ri­al ei­nen un­ge­ahn­ten Cha­rak­ter ver­lei­hen.

Uschi de Lu­xe Mit aus­ge­fal­le­nen Turn­beu­teln, Arm­bän­dern und an­de­ren Din­gen möch­te das La­bel Kun­den glück­lich ma­chen.

Auch vier wei­te­re De­si­gner, die nicht aus Mön­chen­glad­bach kom- men, ha­ben be­reits im Fa­shion-Ho­tel ein­ge­checkt. Hin­ter dem La­bel Raa­ni Cou­ture steckt ei­ne jun­ge Schnei­de­rin, die tra­di­tio­nel­le in­di­sche Be­klei­dung mo­dern in­ter­pre­tiert. Die Klei­der wer­den in Kre­feld hand­ge­fer­tigt. Das Düs­sel­dor­fer La­bel Lo­vely Kar­ma steht für zeit­lo­se Da­men-, Abend- und Braut­mo­de, in der die fe­mi­ni­ne Ele­ganz und ed­le Bio­stof­fe zu ei­nem ganz be­son­de­ren Lieb­lings­stück ver­eint wer­den. Mit Lei­den­schaft für Strick kon­zen­triert sich das Köl­ner La­bel Birds & Ban- dits aus­schließ­lich auf Sweat, Jer­sey und Strick­wa­ren für Kin­der. Und Me­lo­dy’s Ma­gic aus So­lin­gen bie­tet in­di­vi­du­el­le T-Shirts, die als Uni­kat für je­den Kun­den ge­stal­tet wer­den.

Ne­ben­an, im an­gren­zen­den La­den­lo­kal in Rich­tung Mo­de­haus Grae­fer, hat sich zu­dem das An­ti­qua­ri­at am St. Vith un­ter be­sag­tem Mot­to „Mord auf Zeit“ein­ge­nis­tet – mit sei­ner Kri­mi-Ab­tei­lung und be­grenzt auf sechs Wo­chen. Ne­ben Ta­lent­för­de­rung und ei­nem in­spi­rie­ren­den Ein­kaufs­er­leb­nis ist auch Ent­schleu­ni­gung Teil des Kon­zepts: Das Ho­tel soll – wie je­des erst­klas­si­ge Ho­tel – auch Raum für Ent­span­nung sein und an­de­re We­ge des nor­ma­len Kon­sums an­bie­ten, weg von Fast-Fa­shion mit stän­di­gem „Rund­um-die-Uhr-ver­füg­bar-Sein“.

Die EWMG stellt die leer­ste­hen­den Flä­chen für die Zwi­schen­nut­zung zur Ver­fü­gung. Es fal­len nur 20 Pro­zent des Um­sat­zes als Mie­te an, bei ei­ner Bin­dung von vier Wo­chen. Ide­en­ge­ber und För­de­rer ist das Un­ter­neh­men Al­ber­to, das in un­mit­tel­ba­rer Nach­bar­schaft kürz­lich sei­nen Con­cept-Sto­re er­öff­ne­te. Das Kon­zept: Jun­ge La­bels und New­co­mer kön­nen oh­ne Ri­si­ko und Ver­pflich­tun­gen den Schritt in die Öf­fent­lich­keit wa­gen und ei­ne Platt­form für ers­te Ver­kaufs­er­fah­run­gen ent­wi­ckeln, Hoch­schul­ab­sol­ven­ten aus dem Fach­be­reich Tex­til und Be­klei­dung er­hal­ten ein Ex­pe­ri­men­tier­feld mit Prä­sen­ta­ti­on- und Ver­kaufs­mög­lich­kei­ten stu­den­ti­scher Ar­bei­ten so­wie Raum zur Ent­wick­lung ge­mein­sa­mer Kon­zep­te. Zum mor­gi­gen Auf­takt lie­fert De­si­gne­rin Me­lo­dy Awuah mit ih­rer Band La­bo­um die Mu­sik­be­glei­tung.

FO­TO: HANS-PE­TER REICHARTZ

Ge­mein­sam mit dem be­reits ge­öff­ne­ten Kri­mi-Shop „Mord auf Zeit“(lin­ker Ein­gang) wol­len die zu­nächst neun De­si­gner, die sich dort an­ge­sie­delt ha­ben, ein Ein­kaufs­er­leb­nis der ganz an­de­ren Art an­bie­ten.

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