In Neu­werk sind Dia­be­ti­ker gut auf­ge­ho­ben

Das Kran­ken­haus Neu­werk wur­de mit dem Zer­ti­fi­kat „Kli­nik für Dia­be­te­s­pa­ti­en­ten ge­eig­net“aus­ge­zeich­net. Für Pa­ti­en­ten ist der neue Fo­kus des Kran­ken­hau­ses ei­ne zu­sätz­li­che Chan­ce.

Rheinische Post Moenchengladbach - - LOKALES - VON AN­GE­LA RIETDORF

Zwi­schen sechs und sie­ben Mil­lio­nen Men­schen in Deutsch­land lei­den an Dia­be­tes. Ein Drit­tel da­von weiß gar nichts von der Er­kran­kung. Das ist ein Pro­blem, denn bei Dia­be­ti­kern, die we­gen ei­ner an­de­ren Er­kran­kung oder ei­ner ge­plan­ten Ope­ra­ti­on in ein Kran­ken­haus kom­men, müs­sen vie­le Din­ge be­ach­tet wer­den, sonst kann es zu un­er­war­te­ten oder lang­wie­ri­gen Kom­pli­ka­tio­nen kom­men. Im Kran­ken­haus Neu­werk hat man auf die zum Teil un­ent­deck­te Volks­krank­heit re­agiert und die Mit­ar­bei­ter be­son­ders ge­schult. Da­für gab es jetzt das Zer­ti­fi­kat „Kli­nik für Dia­be­te­s­pa­ti­en­ten be­son­ders ge­eig­net, das die Deut­sche Dia­be­tes­ge­sell­schaft nach stren­gen Kri­te­ri­en ver­leiht.

„Die Nicht-Be­rück­sich­ti­gung des Dia­be­tes bei der Be­hand­lung hat gra­vie­ren­de Fol­gen“, er­klärt Dr. Dietrich Gar­lichs, Ge­schäfts­füh­rer der Dia­be­tes­ge­sell­schaft. „Die Zer­ti­fi­zie­rung, die sich nicht nur auf ein­zel­ne Ab­tei­lun­gen, son­dern das ge­sam­te Kran­ken­haus be­zieht, soll si­cher­stel­len, dass Dia­be­te­s­pa­ti­en- ten in al­len Ab­tei­lun­gen gut be­treut wer­den.“

Kommt ein Pa­ti­ent we­gen Dia­be­tes in ein Kran­ken­haus, gibt es im All­ge­mei­nen kei­ne Pro­ble­me. In der ent­spre­chen­den Ab­tei­lung ist man auf die Krank­heit ein­ge­stellt. Ist der Dia­be­tes aber nur ei­ne Be­glei­ter­kran­kung und der Pa­ti­ent ist bei- spiels­wei­se we­gen ei­ner Hüft-OP in der Kli­nik, kann es zu Schwie­rig­kei­ten kom­men, wenn die Krank­heit nicht aus­rei­chend be­rück­sich­tigt wird. In Neu­werk hat man sich dar­auf ein­ge­stellt. „Der Blut­zu­cker wird rou­ti­ne­mä­ßig er­ho­ben und wäh­rend des Kran­ken­haus­auf­ent­halts durch­gän­gig über­wacht“, er- zählt Dr. Bern­hard Lo­sem, lei­ten­der Ober­arzt und Dia­be­to­lo­ge. Vor oder nach ei­ner OP kann der Stoff­wech­sel stress­be­dingt ent­glei­sen, der Blut­zu­cker in die Hö­he schie­ßen. Wenn dies be­ob­ach­tet wird, kann das schnell be­han­delt und zü­gig kor­ri­giert wer­den.

Im Vor­feld der Zer­ti­fi­zie­rung wur­de auch das Pfle­ge­per­so­nal in al­len Ab­tei­lun­gen ent­spre­chend ge­schult. „Al­le wa­ren hoch­mo­ti­viert“, er­klärt der Dia­be­to­lo­ge. Das Pfle­ge­per­so­nal muss bei­spiels­wei­se die un­ter­schied­li­chen Ty­pen und Sta­di­en des Dia­be­tes ken­nen, wis­sen, wann das In­su­lin ab­ge­setzt wer­den kann oder nicht und er­ken­nen, ob ein er­höh­ter Flüs­sig­keits­be­darf vor­liegt.

Für Pa­ti­en­ten ist der neue Fo­kus des Kran­ken­hau­ses ei­ne zu­sätz­li­che Chan­ce. „Man­che Pa­ti­en­ten kom­men auch schlecht ein­ge­stellt in die Kli­nik“, sagt Dr. Lo­sem. Bei ih­nen wird die The­ra­pie neu an­ge­passt und täg­lich über­prüft. Ei­ne Dia­be­tes­be­ra­te­rin schult sie und ih­re An­ge­hö­ri­gen zu­sätz­lich und be­ant­wor­tet Fra­gen zur Er­näh­rung und zur Le­bens­wei­se.

FO­TO: HANS-PE­TER REICHARTZ

V. l.: Nu­riye Ay­y­il­diz, Dr. Dietrich Gar­lichs, Prof. Dr. Din­ko Ber­ko­vic, Dr. Bern­hard Lo­sem, Mar­kus Rich­ter und Ka­rin Bey­er mit dem Zer­ti­fi­kat.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.