Opern­stu­dio: Die Er­fül­lung schö­ner Träu­me

Die neu­en Sti­pen­dia­ten spra­chen über ih­ren Wer­de­gang, ih­re Ar­beit am Thea­ter und ih­re Hoff­nun­gen.

Rheinische Post Moenchengladbach - - LOKALE KULTUR - VON HEI­DE OEHMEN

In ge­müt­li­cher Run­de, zum ers­ten Mal in knall­ro­ten Ses­seln, be­frag­te Thea­ter­freun­de-Vor­stands­mit­glied Rein­hold Rich­ter im gut be­such­ten Stu­dio – im Rah­men der seit 2009 be­ste­hen­den Ge­sprächs­rei­he „Thea­ter­men­schen per­sön­lich“– dies­mal die neu­en Sti­pen­dia­ten des Opern­stu­di­os. Rich­ter be­gann je­weils mit ei­nem „Steck­brief“, bei dem nur die un­ga­lan­te Fra­ge nach dem Kör­per­ge­wicht, auf die kei­ner der Be­frag­ten ei­ne ein­deu­ti­ge Ant­wort gab, stör­te. Le­dig­lich die Mez­zo­so­pra­nis­tin Ag­nes Thor­steins er­wi­der­te schlag­fer­tig: „Ge­nau so viel, wie ei­ne dem­nächs­ti­ge Wa­gnerSän­ge­rin braucht“.

Die 1990 in Duis­burg ge­bo­re­ne So­pra­nis­tin Ju­lia Danz – in­zwi­schen wohn­haft in Tö­nis­vorst und Nich­te der be­kann­ten Ora­to­ri­en­sän­ge­rin In­ge­borg Danz – be­grüß­te die Gäs­te mit dem ras­si­gen Csár­dás der Ro­sa­lin­de aus der „Fle­der­maus“und er­zähl­te dann von ih­ren frü­hen Thea­tere­fah­run­gen als Tan­ze­le­vin auf der Kre­fel­der Büh­ne. „Dass ich ein­mal als Sän­ge­rin auf die­ser Büh­ne ste­hen wür­de, das war ein Traum, der nun in Er­fül­lung ge­gan­gen ist“, mein­te die Schü­le­rin von Ruth Zies­ak (Saar­brü­cken)und Ca­ro­li­ne St­ein (Leip­zig) vol­ler Dank­bar­keit. Sie ist noch le­dig, „nimmt aber Be­wer­bun­gen ger­ne ent­ge­gen“.

Nur ei­nen Mo­nat jün­ger als Danz ist die Is­län­de­rin Ag­nes Thor­steins, die mit ei­ner Arie der Ebo­li aus Ver­dis „Don Car­lo“auf­hor­chen ließ. Da in ih­rer Hei­mat die Mög­lich­kei­ten für ei­ne pro­fes­sio­nel­le Aus­bil­dung sehr be­grenzt sind, stu­dier­te die Bä­cker­s­toch­ter, de­ren Groß­mut­ter als Di­ri­gen­tin in Is­land wirkt, in Wi­en. Die eben­falls noch Le­di­ge, die sich als „streng ge­gen sich selbst und schnell aus­ras­tend“be­zeich­net, möch­te am liebs­ten im­mer auf der Büh­ne ste­hen. Als Aus­gleich rei­tet oder an­gelt sie.

Neun ho­he „Cs“ent­hält die Arie des To­ni aus der Oper „Die Re­gi­ments­toch­ter“von Do­ni­zet­ti. Doch das scheint für den chi­ne­si­schen Bau­ern­sohn Xiang­hu Alex­an­der Liu, des­sen Ta­lent ei­ne Mit­tel­schu­lLeh­re­rin ent­deck­te, kein Pro­blem zu sein. Liu, 1987 ge­bo­ren, kam als Ba­che­lor-Ab­sol­vent nach Ham­burg und mach­te – dank zwei­er Sti­pen­di­en – an der dor­ti­gen Mu­sik­hoch­schu­le sei­nen Mas­ter. Sein Pro­fes­sor riet ihm, den deut­schen Vor­na­men Alex­an­der hin­zu­zu­neh­men. Liu ist be­reits ver­hei­ra­tet und hat­te sei­ne hüb­sche Ehe­frau gleich mit­ge­bracht.

Al­le drei Sti­pen­dia­ten lie­ben vor al­lem die Oper, was sie zum Schluss – wie stets mit vor­bild­li­chem Ein­füh­lungs­ver­mö­gen am Flü­gel von Opern­stu­dio­mit­glied Yor­gos Ziav­ras be­glei­tet – in ei­nem Quar­tett aus der Oper „Ri­go­let­to“, ge­mein­sam mit Opern­stu­dio-Bass Shin­y­oung Yeo, glaub­wür­dig un­ter Be­weis stell­ten.

RP-FO­TO: JÖRG KNAP­PE

Ag­nes Thor­steins, Ju­lia Danz und Alex­an­der Liu plau­der­ten mit dem Vor­stands­mit­glied der Thea­ter­freun­de, Rein­hold Rich­ter .

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