Bo­rus­sia feh­len die Füh­rungs­spie­ler

Rheinische Post Moenchengladbach - - SPORT - VON KARS­TEN KELLERMANN

BAR­CE­LO­NA Un­ge­stört konn­ten Lio­nel Mes­si und sei­ne Ka­me­ra­den auf­spie­len, fast zwangs­läu­fig fie­len die To­re. Und Bo­rus­sia Mön­chen­glad­bach, der Geg­ner im Cham­pi­ons-Le­ague-Spiel? Wirk­te schwer­fäl­lig und un­sor­tiert. Acht sieg­lo­se Bun­des­li­ga­spie­le; zu­letzt chan­cen­los beim 1:4 in Dort­mund; vor­ge­führt beim 0:4 bei Bar­ca. Die wich­ti­ge letz­te Pha­se der Hin­run­de, mit drei Spie­len, die über die Zu­kunft von Trai­ner An­dré Schu­bert ent­schei­den wer­den, könn­te ei­ne bes- se­re Vor­ge­schich­te ha­ben. Selbst­ver­trau­en zieht man nicht aus sol­chen Spie­len. Doch die Glad­ba­cher set­zen auf Po­si­ti­vis­mus.

Er sei über­zeugt, dass es am Sonn­tag ge­gen Mainz klap­pen wird, ver­si­cher­te Stür­mer An­dré Hahn. „Wir müs­sen wie in den letz­ten Heim­spie­len ge­gen Köln und Hof­fen­heim mu­tig sein, das Spiel in die Hand neh­men, früh at­ta­ckie­ren, ein gu­tes Ball­be­sitz­spiel ha­ben, Tor­chan­cen her­aus­spie­len und To­re er­zie­len“, sag­te Schu­bert. Dass sei­ne Bar­ca-Tak­tik mit ei­ner Fün­fer- oder Sech­ser­ket­te das ei­ge­ne Team mehr über­rasch­te als den Geg­ner, plus die Tat­sa­che, dass der Match­plan nicht auf­ging, lässt die Ver­mu­tung zu, dass es Sonn­tag un­ter Um­stän­den ein End­spiel für Schu­bert sein könn­te. Denn Bo­rus­si­as Bos­se wa­ren gar nicht er­freut über das, was im Camp Cou pas­sier­te. Von Bar­cas zwei­ter Gar­de lo­cker dü­piert zu wer­den, kam nicht gut an. Und dann das teils spöt­ti­sche Me­di­en-Echo in Spa­ni­en: „Mön­chen­glad­bach zur Ma­rio­net­te de­gra­diert“, schrieb AS, Mar­ca fand „Bo­rus­sia nicht kon­kur­renz­fä­hig“. Pres­ti­ge­träch­tig ist das nicht. „Ab­so­lu­te Aus­sa­gen kann man nicht ma­chen, aber wir ver­trau­en An­dré Schu­bert“, sag­te Ma­na­ger Eberl in­des zur Trai­ner­fra­ge. Klingt nach ei­ner Art Be­wäh­rung.

Al­les scheint denk­bar. Der Trai­ner muss lie­fern. Aber auch das Team. In Bar­ce­lo­na mo­nier­ten Schu­bert und Eberl das Feh­len von An­füh­rern, die Kom­man­dos ge­ben, sich ge­gen das Un­ge­mach stem­men, die auch mal un­an­ge­neh­men wer­den. „Wir ha­ben Spie­ler­per­sön­lich­kei­ten, aber der laut­star­ke Füh­rer wie Gra­nit ist im Mo­ment nicht da. Hier­ar­chi­en bil­den sich lang­sam. Es ist ein gro­ßer Um­bruch, den wir viel- leicht auch et­was un­ter­schätzt ha­ben. Es muss sich ent­wi­ckeln und fin­den“, sag­te Schu­bert. Zeit, sich in Ru­he zu ent­fal­ten, ha­ben die Spie­ler nicht mehr. Die Chef-Fin­dung pres­siert. Die ak­tu­el­le Si­tua­ti­on ist al­ler­dings ge­eig­net, um Bos­se zu fin­den. Män­ner, die Ver­ant­wor­tung über­neh­men. In Kri­sen­zei­ten kann ein Team ge­bo­ren wer­den. Es kann aber auch im­plo­die­ren. Al­le sind jetzt ge­for­dert. Das Team muss sei­ne vor­han­de­ne Qua­li­tät wie­der voll­ends ab­ru­fen. Und Schu­bert muss sei­ne Mann­schaft bis Sonn­tag auf Vor­der­mann brin­gen.

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