Ka­len­der­blatt 8. De­zem­ber 1955

Rheinische Post Moenchengladbach - - UNTERHALTUNG -

Zehn eu­ro­päi­sche Staa­ten schlos­sen sich 1949 zu ei­ner ge­mein­sa­men Or­ga­ni­sa­ti­on zu­sam­men: dem Eu­ro­pa­rat. Noch im sel­ben Jahr tra­ten die Tür­kei und Grie­chen­land dem Bünd­nis bei, 1950 folg­ten Deutsch­land und Is­land. Heu­te hat der Eu­ro­pa­rat 47 Mit­glie­der, der Va­ti­kan hat ei­nen Be­ob­ach­ter­sta­tus, und Weiß­russ­land gilt als Bei­tritts­kan­di­dat. Von der Or­ga­ni­sa­ti­on der Eu­ro­päi­schen Uni­on ist der Eu­ro­pa­rat un­ab­hän­gig, auch wenn bei­de In­sti­tu­tio­nen ei­nes eint: Sie nut­zen die­sel­be Flag­ge. Die Eu­ro­paf­lag­ge mit zwölf Ster­nen auf blau­em Grund wur­de am 8. De­zem­ber 1955 als Sym­bol für den Eu­ro­pa­rat be­schlos­sen. Ver­schie­de­ne Ent­wür­fe hat­ten zur De­bat­te ge­stan­den und wa­ren ver­wor­fen wor­den. Als chan­cen­reich galt zum Bei­spiel ei­ne Fah­ne, die ein grü­nes „E“vor wei­ßem Grund zeig­te. Sie wur­de ab­ge­lehnt, weil sie als zu nüch­tern galt. Eben­so ver­wor­fen wur­den al­le Ide­en, bei de­nen das Sym­bol des Kreu­zes ge­nutzt wur­de, da nicht al­le Mit­glied­staa­ten mehr­heit­lich christ­lich wa­ren. Schließ­lich ei­nig­te man sich auf Ster­ne auf blau­em Grund. Auch die Fra­ge nach der An­zahl wur­de ge­klärt. Mit Blick auf die ge­plan­te und er­wünsch­te Er­wei­te­rung der eu­ro­päi­schen Zu­sam­men­ar­beit ver­zich­te­ten die Eu­ro­pa­po­li­ti­ker dar­auf, mit der Zahl der Ster­ne die An­zahl der Mit­glied­staa­ten auf­zu­grei­fen. Statt­des­sen wur­den es zwölf Ster­ne: Die Zif­fer Zwölf sym­bo­li­siert tra­di­tio­nell Voll­kom­men­heit und Voll­stän­dig­keit.

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