SPD: Bund stellt Fö­de­ra­lis­mus in­fra­ge

Der Bund zahlt und for­dert mehr Kom­pe­ten­zen – da sa­gen die Län­der nein.

Rheinische Post Moenchengladbach - - VORDERSEITE - VON EVA QUADBECK

BER­LIN Das Tref­fen der Spit­zen von Bund und Län­dern ges­tern in Ber­lin war ei­gent­lich da­für ge­dacht, die De­tails zur Neu­ord­nung der ge­mein­sa­men Fi­nanz­be­zie­hun­gen fest­zu­zur­ren. Statt­des­sen es­ka­lier­te die Si­tua­ti­on. Ei­ne Ei­ni­gung gab es am Abend noch nicht.

Vor­ge­se­hen ist, dass die Län­der ab 2020 jähr­lich gut 9,5 Mil­li­ar­den Eu­ro er­hal­ten sol­len. Das ist be­deu­tend mehr Geld, als der Bund bis­her in den Län­der­fi­nanz­aus­gleich gibt. Bei der Hö­he der Sum­me hat­ten sich die Län­der weit­ge­hend ge­gen Fi­nanz­mi­nis­ter Wolf­gang Schäu­b­le (CDU) durch­ge­setzt. Im Ge­gen­zug will der Bund bei der Ver­tei­lung des Gel­des mehr mit­spre­chen. Da­für ist ei­ne Grund­ge­setz­än­de­rung ge­plant. Auf die­se Gr­und­zü­ge hat­ten sich Bund und Län­der Mit­te Ok­to­ber ge­ei­nigt. Seit­dem rin­gen bei­de Sei­ten um die Fra­ge, wie weit die Ein­mi- Rei­ner Ha­seloff (CDU) Mi­nis­ter­prä­si­dent Sach­sen-An­halt schungs­mög­lich­kei­ten des Bun­des künf­tig ge­hen sol­len.

Die Vor­schlä­ge Schäu­bles sind aus Sicht der Re­gie­rungs­chefs nicht zu­mut­bar. Erst ges­tern Mor­gen hat­te das Fi­nanz­mi­nis­te­ri­um noch ein­mal neue Plä­ne zur Grund­ge­setz­än­de­rung prä­sen­tiert, die schon heu­te durchs Ka­bi­nett soll­ten.

Vor ei­nem Tref­fen der Mi­nis­ter­prä­si­den­ten mit Kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel wa­ren die Ver­hand­lun­gen al­ler­dings völ­lig fest­ge­fah­ren, und die Mi­nis­ter­prä­si­den­ten mach­ten ih­rem Är­ger Luft. Die Plä­ne des Fi­nanz­mi­nis­te­ri­ums gin­gen weit über das Ver­ein­bar­te hin­aus, schimpf­te Erwin Sel­le­ring (SPD), Mi­nis­ter­prä­si­dent Meck­len­burg-Vor­pom­merns. Er sor­ge sich, dass die vom Bund ge­for­der­ten Kom­pe­ten­zen am „Gr­und­ver­ständ­nis des Fö­de­ra­lis­mus“rühr­ten. Sein Amts­kol­le­ge aus Sach­sen-An­halt, Rei­ner Ha­seloff (CDU), warn­te: „Wir müs­sen auf­pas­sen, dass wir nicht ei­ne völ­lig neue Staats­ar­chi­tek­tur be­kom­men.“

„Wir dür­fen kei­ne neue Staats­ar­chi­tek­tur be­kom­men“

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