Die FDP hat Mut

Rheinische Post Moenchengladbach - - STIMME DES WESTENS - VON DETLEV HÜWEL

Ei­nes muss man den Li­be­ra­len las­sen: Sie ha­ben Mut. Wäh­rend an­de­re Par­tei­en eif­rig Wahl­ver­spre­chen pro­du­zie­ren, holt die NRW-FDP den Rot­stift her­vor. Weil das letz­te Ki­ta-Jahr ge­büh­ren­frei ist und die Stu­die­ren­den kei­ne Bei­trä­ge mehr zah­len müs­sen, muss das Land all­jähr­lich mit 500 Mil­lio­nen Eu­ro ein­sprin­gen. Bei­des will die FDP än­dern.

Für ein sol­ches „Roll­back“spricht vor al­lem der fi­nan­zi­el­le Spiel­raum, der sich für mehr Qua­li­tät in Ki­tas und Hoch­schu­len er­gä­be. Da­von wür­den al­le pro­fi­tie­ren. Gut­ver­die­nen­de müs­sen nicht bei den El­tern­bei­trä­gen ent­las­tet wer­den. Für sie ist ei­ne or­dent­li­che Be­treu­ung ih­rer Kin­der oh­ne­hin viel wich­ti­ger. Und wenn Stu­die­ren­de den Bei­trag nicht auf­brin­gen kön­nen, kann er ih­nen ja ge­stun­det wer­den.

Na­tür­lich wä­re ein für die Nut­zer kom­plett kos­ten­frei­es Bil­dungs­sys­tem der Ide­al­fall. Aber das klappt nicht in ei­nem so hoch ver­schul­de­ten Land wie NRW. Die Vor­schlä­ge der FDP sind den­noch eben­so mu­tig wie un­po­pu­lär. Wie wird der Wäh­ler re­agie­ren? Ei­ne Lan­des­re­gie­rung mit Grü­nen und FDP am Ka­bi­netts­tisch er­scheint in­zwi­schen na­he­zu un­mög­lich. BE­RICHT:

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