Post­chef er­hält neu­en Ver­trag

Frank Ap­pel wer­den der gu­te Ak­ti­en­kurs und die Stra­te­gie zu­gu­t­ege­hal­ten.

Rheinische Post Moenchengladbach - - WIRTSCHAFT - VON REIN­HARD KOWALEWSKY

BONN Der Auf­sichts­rat der Deut­schen Post DHL wird heu­te den bis Ok­to­ber 2017 gel­ten­den Ver­trag von Vor­stands­chef Frank Ap­pel um ei­ne wei­te­re Amts­zeit ver­län­gern. Das be­rich­ten meh­re­re mit den Vor­gän­gen ver­trau­te Qu­el­len. Als wahr­schein­lich gilt, dass der Ver­trag des 55-jäh­ri­gen pro­mo­vier­ten Neu­ro­bio­lo­gen wie im Kon­zern üb­lich um fünf Jah­re pro­lon­giert wird.

Ap­pel ist seit Fe­bru­ar 2008 Vor­stands­vor­sit­zen­der ei­nes der größ­ten Kon­zer­ne Eu­ro­pas mit ei­nem Um­satz von 59 Mil­li­ar­den Eu­ro und rund 500.000 Mit­ar­bei­tern welt­weit. Wich­tigs­tes Ver­dienst des frü­he­ren Un­ter­neh­mens­be­ra­ters aus Sicht der Ak­tio­nä­re ist, dass er die Ak­tie in den ver­gan­ge­nen Jah­ren von zeit­wei­se un­ter sie­ben Eu­ro auf ak­tu­ell et­was mehr als 30 Eu­ro hoch­ge­trie­ben hat. Der welt­weit füh­ren­de Lo­gis­tik­kon­zern ist mitt­ler­wei­le 36 Mil­li­ar­den Eu­ro wert.

Sein Ver­hält­nis zur bei der Post do­mi­nie­ren­den Ge­werk­schaft Ver­di ist nicht ganz wi­der­spruchs­frei. Ei­ner­seits wird ihm von vie­len Mit­ar­bei­tern und auch in Ge­werk­schafts­krei­sen hoch an­ge­rech­net, dass er per­sön­lich so­zi­al ein­ge­stellt ist und dem Kon­zern mit vie­len Im­pul­sen zu star­kem Wachs­tum ver­hol­fen hat. So hat die Post Tau­sen­de Pa­ket­sta­tio­nen bun­des­weit auf­ge­baut, sie un­ter­hält La­ger für Part­ner, sie ex­pan­diert mit dem Pa­ket­ge­schäft in ei­ner gan­zen Ket­te an­de­rer Län­der, und sie ar­bei­tet im­mer en­ger mit dem Han­del bei E-Com­mer­ce zu­sam­men. An­de­rer­seits hat­te sich Ver­di mit ei­nem Streik da­ge­gen ge­wehrt, dass die Post in ei­ner Rei­he­von Re­gio­nen Zu­lie­fer­fir­men für Pa­ke­te grün­de­te, die we­ni­ger gut als im Haus­ta­rif­ver­trag zah­len.

Als Ma­na­ger zeich­net den ver­hei­ra­te­ten Va­ter zwei­er Kin­der aus, dass er Vor­stands­kol­le­gen und an­de­ren Mit­ar­bei­tern zwar gro­ßen Frei­raum gibt, aber manch­mal auch hart auf­räumt. So hat Jür­gen Ger­des viel Frei­heit bei der Ex­pan­si­on des Pa­ket­ge­schäf­tes und lässt so­gar ei­ge­ne elek­tri­sche Lie­fer­wa­gen bau­en. Doch schon zwei­mal wur­den un­ter Ap­pel Vor­stän­de sehr plötz­lich ab­ge­löst.

Frank Ap­pel selbst wur­de schon 2002 Post-Vor­stand. Vor­stands­chef wur­de er dann 2008 frü­her als er­war­tet, weil Vor­gän­ger Klaus Zum­win­kel sehr plötz­lich we­gen sei­ner Steu­er­af­fä­re ge­hen muss­te.

FO­TO: DPA

Frank Ap­pel vor dem Post To­wer in Bonn: Seit 2008 ist er Chef.

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