Hoch­stim­mung an der Bör­se: Dax über 11.000 Punk­te

Rheinische Post Moenchengladbach - - WIRTSCHAFT -

FRANK­FURT (gw) Mehr als ein Jahr hat der Deut­sche Ak­ti­en-In­dex (Dax) ge­braucht, um wie­der die 11.000-Punk­te-Mar­ke zu kna­cken. Ges­tern reich­ten dem wich­tigs­ten deut­schen Bör­sen­in­dex nach dem Han­dels­start ein paar Mi­nu­ten, um die Gren­ze zu über­schrei­ten – ge­trie­ben von der Hoff­nung, die Eu­ro­päi­sche Zen­tral­bank (EZB) wer­de ihr An­lei­hen-Kauf­pro­gramm ver­län­gern. Da das wunsch­ge­mäß pas­sier­te, klet­ter­te der Dax bis zum Han­dels­schluss 11.150 Punk­te.

Zwi­schen­durch leg­te die Bör­se kurz ei­ne Pau­se ein – als die Zah­len aus der EZB-Zen­tra­le ka­men. Da re­gis­trier­ten näm­lich ei­ni­ge Bör­sia­ner mit Schre­cken, dass das mo­nat­li­che Kauf­vo­lu­men um ein Vier­tel ge­kürzt wor­den war. Doch weil die EZB das Kauf­pro­gramm bis Jah­res­en­de – und nicht wie er­war­tet nur bis Sep­tem­ber – ver­län­gert hat, stieg der Dax wei­ter. Hät­te die EZB den auf mehr als Er­war­tun­gen der Ana­lys­ten ent­spro­chen, hät­te sie von April bis Sep­tem­ber 480 Mil­li­ar­den Eu­ro in die Märk­te ge­pumpt. Jetzt sind es bis Jah­res­en­de 540 Mil­li­ar­den Eu­ro.

Das kann hel­fen, die Kre­dit­ver­ga­be zu stär­ken, aber auf je­den Fall kommt je­de Men­ge Li­qui­di­tät in die Märk­te. Auf deutsch: Geld, das ir­gend­wo an­ge­legt wer­den will. Und da es kei­ne er­trag­rei­chen In­vest­ments oh­ne Ri­si­ko gibt, er­le­ben Ak­ti­en nach ei­nem bis­her eher mau­en Ver­lauf 2016 zum Jah­res­en­de ei­nen Hö­hen­flug. Ver­mut­lich steckt im Dax-Jah­res­hoch von ges­tern auch schon die Er­kennt­nis, dass die No­ten­bank die Hö­he der mo­nat­li­chen An­lei­hen­käu­fe ab April je­der­zeit wie­der auf die der­zeit üb­li­chen 80 Mil­li­ar­den Eu­ro auf­sto­cken kann. Dar­an hat EZB-Prä­si­dent Ma­rio Draghi kei­nen Zwei­fel ge­las­sen. „Ei­ne nach­hal­ti­ge Prä­senz ist auch die Nach­richt der heu­ti­gen Ent­schei­dung“, sag­te Draghi.

Nach­hal­ti­ge Prä­senz heißt nichts an­de­res: Vor­läu­fig ist an Aus­stieg aus dem Kauf­pro­gramm nicht zu den­ken, da muss man sich kei­nen Il­lu­sio­nen hin­ge­ben. Da­zu ist die po­li­ti­sche Un­si­cher­heit in Ita­li­en zu groß, und da­für sind auch die Wahl­aus­gän­ge in Deutsch­land, Frank­reich und den Nie­der­lan­den im kom­men­den Jahr nicht si­cher ge­nug ab­zu­schät­zen. Die Ak­ti­en­märk­te hö­ren sol­che Bot­schaf­ten mit Freu­de.

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