Ad­vents­kon­zert der be­son­de­ren Art

Ge­ne­ral­mu­sik­di­rek­tor Mih­kel Küt­son setzt beim drit­ten Sin­fo­nie­kon­zert auf Kon­trast­pro­gramm: Die Sin­fo­ni­ker spie­len Stü­cke ei­nes Let­ten, ei­nes Ame­ri­ka­ners, ei­nes Ös­ter­rei­chers und ei­nes Rus­sen.

Rheinische Post Moenchengladbach - - LOKALE KULTUR - VON DIRK RICHERDT

Mit „Mu­sik, die wie von Licht durch­flu­tet klingt, aber auch mal schroff“, so Ge­ne­ral­mu­sik­di­rek­tor (GMD) Mih­kel Küt­son, er­öff­net der Chef der Nie­der­rhei­ni­schen Sin­fo­ni­ker das 3. Sin­fo­nie­kon­zert. Die „Mu­si­ca ad­ven­tus“des let­ti­schen Kom­po­nis­ten Pe­te­ris Vasks (70) wird al­lein von der Strei­cher­grup­pe auf­ge­führt. Ne­ben zar­ten, emp­find­sa­men, auf Har­mo­nie be­dach­ten Ab­schnit­ten, die zum Ad­vent pas­sen, wer­den in

„Ich bin ge­spannt, wie das Pu­bli­kum auf die Band­brei­te die­ses Pro­gramms re­agiert“

Mih­kel Küt­son Ge­ne­ral­mu­sik­di­rek­tor dem vier­sät­zi­gen Werk je­doch auch An­klän­ge an ei­ne „heid­ni­sche Sonn­wend­fei­er“zu hö­ren sein, be­tont Küt­son, der wie Vasks aus ei­nem bal­ti­schen Staat, Est­land, stammt.

Das zwei­te Stück des vier­tei­li­gen Kon­zert­abends bringt Kon­trast­span­nung ins Spiel: Küt­son hat sich für das in Kre­feld und Mön­chen­glad­bach noch nie auf­ge­führ­te Cel­lo­kon­zert des Wie­ner En­fant ter­ri­b­le Friedrich Gul­da (1930 bis 2000) ent­schie­den. Ein Opus, das dem So­lis­ten – hier der jun­ge Ber­li­ner Cel­list Ju­li­an Ste­ckel – ein rei­nes Blas­or­ches­ter ent­ge­gen stellt. „Es ist ein mit­rei­ßen­der Stil­mix aus al­pen­län­di­scher Volks­mu­sik, Jazz, Rock, ei­nem Me­nu­ett und fröh­li­cher Bier­zelt­ge­sel­lig­keit“, ver­rät der GMD. Ein Drum­set ge­langt eben­so zum Ein­satz wie ei­ne ver­stärk­te Akus­tik­gi­tar­re. Der Pia­nist Gul­da ge­rier­te sich be­son­ders in den 1970er-Jah- ren gern als Pro­vo­ka­teur, der das Pu­bli­kum spal­te­te. „Sein Cel­lo­kon­zert ent­hält auch Ko­mik“, sagt Küt­son. Für den So­lis­ten sei der Part ei­ne „gro­ße Her­aus­for­de­rung“, er­gänzt Kon­zert­dra­ma­tur­gin Eva Zie­gel­hö­fer. Ju­li­an Ste­ckel, der in Ber­lin lebt, kennt der GMD von der Zu­sam­men­ar­beit beim Deut­schen Mu­sik­wett­be­werb in Bonn.

Mit Win­ter­sport und Spaß auf zwei Ku­fen geht es in die zwei­te Kon­zert­hälf­te. Bei ei­ner Pis­ten­ab­fahrt, die Car­ter Pann mit sin­fo­ni- scher Mu­sik über Kopfhörer ge­noss, kam ihm der Ge­dan­ke, sei­ne Er­leb­nis­se beim Ski­fah­ren im Win­ter­sport­ort Steam­boat Springs (Co­lo­ra­do) in Mu­sik um­zu­set­zen. Und so wer­den die Zu­hö­rer mit „Sla­lom“ei­ne „ra­san­te Orches­ter­ab­fahrt er­le­ben“, ver­spricht Küt­son. „So schnell spie­len wie mög­lich“, lau­tet die An­wei­sung des Kom­po­nis­ten zu sei­nem 1999 ge­schrie­be­nen Stück.

In vor­weih­nacht­li­cher Stim­mung klingt das Kon­zert aus – mit der Bal­lettsui­te aus dem po­pu­lä­ren „Nuss- kna­cker“von Tschai­kow­sky. „Ich bin ge­spannt, wie das Pu­bli­kum auf die Band­brei­te die­ses Pro­gramms re­agiert“, sag­te Küt­son. Die Kre­fel­der Auf­füh­rung am 13. De­zem­ber wird üb­ri­gens vom WDR auf­ge­nom­men.

Ter­mi­ne: Mitt­woch, 14. De­zem­ber, Thea­ter-Kon­zert­saal; Don­ners­tag, 15. De­zem­ber, KFH; je­weils 20 Uhr. Am Mitt­woch, 19 Uhr, geht der Auf­füh­rung ein De­büt­kon­zert mit Gi­tar­ren­quar­tett und Har­fen­duo im Stu­dio des Thea­ters vor­aus.

FO­TO: DETLEF ILGNER (AR­CHIV)

Ge­ne­ral­mu­sik­di­rek­tor Mih­kel Küt­son hat ein ab­wechs­lungs­rei­ches Pro­gramm für das drit­te Sin­fo­nie­kon­zert im Thea­ter-Kon­zert­saal und in der KFH zu­sam­men­ge­stellt.

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