Tie­re bei der Cas­ting­show

„Sing“ist ei­ne an­rüh­ren­de Ko­mö­die über den Ver­such, be­rühmt zu wer­den.

Rheinische Post Moenchengladbach - - KINO - VON PATRICK T. NE­U­MANN

(dpa) Ein gro­ber Go­ril­la singt ei­ne schmach­ten­de Bal­la­de, zwei Schwei­ne las­sen die se­xy Ha­xen wir­beln, und ei­ne klei­ne Maus gibt den gro­ßen Frank Si­na­tra: „Sing“prä­sen­tiert ein tie­ri­sches Cas­ting mit all­zu mensch­li­chen Fa­cet­ten – ein fu­ri­os-wit­zi­ger Ani­ma­ti­ons­film.

Cas­ting­shows ge­hö­ren zu die­sem Jahr­tau­send wie Han­dys und das In­ter­net. Über­all be­geg­net man ih­nen, ein En­de des fort­wäh­ren­den Ei­ferns nach Be­rühmt­heit scheint kaum in Sicht – auch wenn mitt­ler­wei­le vie­le Men­schen da­von ge­nervt sind. Da kann ein Ani­ma­ti­ons­film über ei­ne Cas­ting­show wohl kaum noch gro­ße Be­geis­te­rung her­vor­ru­fen, oder et­wa doch? „Sing“kann das – und noch mehr. Die lie­be­voll ani­mier­te US-Pro­duk­ti­on ruft Emo­tio­nen her­vor: Freu­de, Mit­ge­fühl, Span­nung und Par­ty­fie­ber.

Kein Wun­der, dass der tie­ri­sche Ta­lent-Show-Trip ge­lun­gen ist, steckt doch die Pro­duk­ti­ons­ge­sell­schaft Il­lu­mi­na­ti­on En­ter­tain­ment da­hin­ter, die be­reits mit den bei­den Trick­aben­teu­ern „Ich – Ein­fach un­ver­bes­ser­lich“so­wie de­ren Nach­fol­ger „Mi­ni­ons“die Ki­no­zu­schau­er be­geis­ter­te.

Bei „Sing“über­zeu­gen die Ma­cher um Re­gis­seur Garth Jen­nings nun mit prä­zi­se ge­zeich­ne­ten Tier­Cha­rak­te­ren, die je­de Men­ge mensch­li­cher Ma­cken ha­ben. Hin­zu kom­men ge­lun­ge­ne 3D-Ef­fek­te, die die Fi­gu­ren äu­ßerst plas­tisch wir­ken las­sen, und nicht zu­letzt ein mu­si­ka­li­sches Feu­er­werk. Mehr als 65 Hits wer­den den Zu­schau­ern um die Oh­ren ge­hau­en – dar­un­ter Klas­si­ker wie Frank Si­na­tras „My Way“oder neue­re Pop-Num­mern à la Car­ly Rae Jep­sens „Call Me May­be“.

Da zahlt es sich aus, dass Jen­nings frü­her Mu­sik­vi­de­os pro­du­zier­te. Ge­ra­de die schnell auf­ein­an­der­fol­gen­den Cas­ting-Se­quen­zen strot­zen nur so vor Vi­ta­li­tät und Witz. Sing, Re­gie: Garth Jen­nings, mit den deut­schen Stimmen von Alex­an­dra Ma­ria La­ra, Ol­li Schulz, Kat­ha­ri­na Thal­bach, 110 Min.

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