Wert­schät­zung schützt vor Al­ko­hol­miss­brauch

Rheinische Post Moenchengladbach - - STIMME DES WESTENS - VON THO­MAS REISENER

Die Dro­gen­de­bat­te in Deutsch­land ist von et­li­chen Bi­got­te­ri­en ge­prägt. Auf der ei­nen Sei­te ver­dient der Staat jähr­lich zwei Mil­li­ar­den Eu­ro am Ver­kauf har­ter Al­ko­ho­li­ka. Die Brannt­wein­steu­er soll den Kon­sum dämp­fen. Beim Wein ver­zich­tet er aber auf ei­ne sol­che Steu­er, um den deut­schen Win­zern nicht zu scha­den. Der­sel­be Staat ver­bie­tet ge­gen den Rat von Kri­mi­no­lo­gen und ent­ge­gen den über­wie­gend po­si­ti­ven Er­fah­run­gen in den be­nach­bar­ten Nie­der­lan­den den Ge­brauch von Can­na­bis. Die Grü­nen, in vie­len Bun­des­län­dern staats­tra­gend, wol­len zwar das Rau­chen von Jo­ints le­ga­li­sie­ren. In NRW ha­ben die­sel­ben Grü­nen aber ein Nicht­rau­cher­schutz­ge­setz er­zwun­gen, das fak­tisch zum to­ta­len Rauch­ver­bot im öf­fent­li­chen Raum ge­führt hat.

Dass aus­ge­rech­net Se­nio­ren be­son­ders sucht­ge­fähr­det sind, hat ei­ne trau­ri­ge Ur­sa­che: Vie­len Al­ten fehlt der Le­bens­sinn. Un­se­re Ge­sell­schaft hat ih­ren Bei­trag im Lau­fe der Jah­re im­mer mehr ent­wer­tet. Man­geln­de Wert­schät­zung als Sucht­grund – die­se Er­kennt­nis kann man auch um­dre­hen. Viel­leicht wä­re ei­ne Kul­tur der ge­gen­sei­ti­gen An­er­ken­nung im Kampf ge­gen Al­ko­hol und Dro­gen ja viel wirk­sa­mer als Straf­steu­ern und Ver­bo­te. Nicht nur bei Se­nio­ren. BE­RICHT

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