Dop­pel­pass viel­leicht doch Wahl­kampf­the­ma der CDU

Rheinische Post Moenchengladbach - - POLITIK -

BER­LIN (may-/qua) Ge­gen den Wil­len von CDU-Che­fin und Bun­des­kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel ent­wi­ckelt sich das Nein des CDU-Par­tei­ta­ges zum Dop­pel­pass zum Wahl­kampf­the­ma. Der erst­mals ge­wähl­te Mit­glie­der­be­auf­trag­te Hen­ning Ot­te be­grüß­te die „Dis­kus­si­ons­freu­de der Par­tei­tags­de­le­gier­ten zum The­ma Dop­pel­pass“. Mit 319 zu 300 Stim­men hat­te der Par­tei­tag die Po­si­ti­on be­schlos­sen, zum al­ten Recht zu­rück­zu­keh­ren und von hier ge­bo­re­nen Kin­dern aus­län­di­scher El­tern ei­ne Ent­schei­dung für die deut­sche oder die Staats­bür­ger­schaft ih­rer El­tern zu ver­lan­gen. Mer­kel hat­te die­ses Vo­tum für falsch ge­hal­ten und es als The­ma für die ak­tu­el­le Ko­ali­ti­on und auch für den Wahl­kampf ab­ge­lehnt.

„So wie die Bun­des­kanz­le­rin ei­ne ei­ge­ne Mei­nung ha­ben kann, ist je­der Par­tei­tag frei dar­in, nicht al­le Po­si­tio­nen der Bun­des­kanz­le­rin mit­zu­tra­gen“, sag­te Ot­te un­se­rer Re­dak­ti­on. Er kön­ne sich gut vor- stel­len, dass ei­ne For­mu­lie­rung zur Zu­kunft der dop­pel­ten Staats­bür­ger­schaft auch im Wahl­pro­gramm ent­hal­ten sein wird. Er ha­be aber Zwei­fel, ob sich das zu ei­nem zen­tra­len Wahl­kampf­the­ma ent­wi­ckeln wer­de.

Die CDU-Par­tei­füh­rung schwieg ges­tern zu der Fra­ge, ob sie mit dem Dop­pel­pass Wahl­kampf ma­chen will. Man wol­le die De­bat­te nicht wei­ter be­feu­ern, hieß es mehr­fach. Ei­ne Ent­schei­dung muss in den nächs­ten Mo­na­ten den­noch fal­len, und bis da­hin dürf­te auch in der Par­tei wei­ter dis­ku­tiert wer­den.

Die CSU be­grüßt in­des den Par­tei­tags­be­schluss der Schwes­ter­par­tei zum Dop­pel­pass. Am 5. Fe­bru­ar wol­len sich die Spit­zen von CDU und CSU tref­fen, um über ihr ge­mein­sa­mes Wahl­pro­gramm zu be­ra­ten. Ei­ne Prä­si­di­ums­sit­zung der Uni­on da­zu folgt am 6. Fe­bru­ar. Ein ge­mein­sa­mes Wahl­pro­gramm wird es wahr­schein­lich erst im Früh­som­mer ge­ben.

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